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09.03.2026, Lokalredaktion
Mit einem feierlichen Gottesdienst wurden am Sonntag, in der St. Nikolai-Kirche, Gudrun und Johann Philipp Nicolaus in ihren Dienst, in der Kirchengemeinde Elsfleth, eingeführt. Grundlage der Predigt von Bischof Thomas Adomeit bildete ein Vers aus dem Römerbrief, der die Kraft des Evangeliums betont und daran erinnert, dass christlicher Glaube nicht im Privaten verborgen bleiben darf. Die Verkündigung, so hob er hervor, lebt davon, dass sie öffentlich geschieht, Orientierung gibt und Menschen im Alltag begleitet.

Der Bischof betonte, dass Pfarrer*innen nicht aus eigener Stärke handeln müssen. Die Kraft des Evangeliums trage durch den Dienst hindurch – unabhängig von Tagesform oder persönlicher Perfektion. Diese Zusage, so richtete er an die beiden Eingeführten, solle sie in ihrem Wirken stärken: freundlich, klar und glaubwürdig, getragen von Gottes Zuspruch.

Besondere Bedeutung erhielt der Tag, weil nicht nur eine einzelne Person, sondern ein Pfarrpaar gemeinsam in den Dienst eingeführt wurde. Die beiden Theologen arbeiten bereits seit mehreren Jahren Seite an Seite und haben in dieser Zeit sowohl beruflich als auch familiär ihren gemeinsamen Weg gefunden. Was ursprünglich als Herausforderung erschien – zwei Stellen in derselben Gemeinde – hat sich als große Bereicherung erwiesen. Kolleginnen beschreiben die Zusammenarbeit als Geschenk: professionelle Ergänzung und persönliche Verbundenheit gehen Hand in Hand.

Nach erfolgreich absolvierter Probezeit erhielten beide ihre Urkunden: die Einführung in die Pfarrstelle sowie die Bestätigung der Eignung für eine lebenslange Anstellung im Pfarrdienst. Der gemeinsame Kirchenausschuss zeigte sich erfreut über die Entscheidung des Paares, weiterhin in der Gemeinde tätig zu sein.
In der Vorstellung der beiden neuen Pfarrer*innen wurde deutlich, welche Schwerpunkte sie in ihre Arbeit einbringen. Authentizität, eine offene und einladende Gemeindekultur sowie eine verständliche, lebensnahe Sprache prägen ihr theologisches Selbstverständnis. Sie möchten Räume schaffen, in denen Menschen sich willkommen fühlen, Gottesdienste als lebendig erleben und Kirche als Ort der Begegnung erfahren. Dabei legen sie Wert auf klare Strukturen, unkomplizierte Wege und eine Atmosphäre, die Gemeinschaft fördert.
Die Gemeinde steht nun am Beginn einer neuen gemeinsamen Phase. Auch wenn nach der Elternzeit noch organisatorische Veränderungen anstehen, blickt die Kirchengemeinde zuversichtlich auf die kommenden Jahre. Die Hoffnung ist, dass die beiden Pfarrer*innen mit ihrer Fröhlichkeit, ihrer theologischen Tiefe und ihrer Offenheit viele Menschen erreichen und das Gemeindeleben weiter stärken.
Im Rahmen des feierlichen Einführungsgottesdienstes würdigte Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas die beiden Pfarrer mit herzlichen Worten. Gleich zu Beginn betonte sie, wie sehr die Gemeinde durch das Paar beschenkt sei – durch ihre Liebe zueinander, durch ihre Kinder und durch ihren gemeinsamen Glauben, der sie trägt und stärkt.
„Die Beiden bringen sich stets mit viel Fröhlichkeit, Offenheit und Mut in ihre Arbeit ein“, unterstrich die Kreispfarrerin, „Sie sind bereit, neue Wege zu gehen, Dinge auszuprobieren und Kirche lebendig zu gestalten.“
Seit ihrem Ankommen im Jahr 2021 habe sich viel entwickelt: Die Familie sei gewachsen, die Aufgaben hätten sich verändert, und dennoch sei das Paar der Gemeinde treu geblieben. Aktuell teilen sich die beiden eine volle Stelle, doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Wesermarsch eine zusätzliche halbe Pfarrstelle erhalten wird. Diese soll für ein besonderes Projekt genutzt werden, das die kirchliche Arbeit weiter stärken soll, deutete die Kreispfarrerin an.
Die Gemeinde kennt und schätzt die kreative Art des Pfarrteams: Gottesdienste mit dem Fahrrad, ungewöhnliche Predigtorte, spontane Beteiligung von Gemeindegliedern – all das hat in den vergangenen Jahren neue Impulse gesetzt. Gleichzeitig wurde betont, dass traditionelle Formen nicht verloren gehen. Unterschiedliche Gemeinden dürfen unterschiedliche Profile haben, und genau darin liege eine Stärke kirchlicher Vielfalt.
In einer gemeinsamen Reflexion erinnerte man daran, dass der Gottesdienst in Elsfleth ein zentraler Ort der Begegnung sei: Hier kommen Konfirmand*innen, Trauerfamilien, langjährige Gemeindemitglieder und Neugierige zusammen. Dieses vielfältige Bild habe sich in den letzten Jahren weiterentwickelt – und immer wieder führe die Arbeit des Pfarrteams dazu, dass Menschen neu den Weg in die Kirche finden.
Zum Abschluss richtete die Kreispfarrerin persönliche Worte an das Paar und ermutigte beide, authentisch zu bleiben, sich nicht verbiegen zu lassen und weiterhin in einer Sprache zu sprechen, die Menschen erreicht. „Bleibt echt, bleibt unverstellt – und bleibt so, wie Gott euch beschenkt hat“, lautete der herzliche Wunsch. Anschließend ging es zum Empfang in das Gemeindehaus, wo auch noch zahlreiche Grußworte gesprochen wurden. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)