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26.03.2026, Lokalredaktion
Der Hegering Moorriem blickt auf eine arbeitsintensive und erfolgreiche Saison zurück. Die operative Arbeit stützte sich dabei auf vier zentrale Säulen: eine hochwirksame Drohnenkitzrettung, verlässliche Gemeinschaftsaktivitäten, die Wiederinbetriebnahme historischer Infrastruktur sowie ein Wildtierbild, das invasive Arten und wachsende Gänsebestände als ökologische Herausforderungen klar sichtbar macht.
Effiziente Drohneneinsätze sichern Jungwild
So berichtete der Vorsitzende Albert Koopmann, während der Jahreshauptversammlung, am Mittwoch, in der Gaststätte „Eckflether Kroog“, dass die Drohnengruppe des Hegerings in der Setzzeit rund 3.500 Hektar Grünland überflogen und dabei 119 Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt. Etwa 20 Ehrenamtliche – darunter zehn ausgebildete Drohnenpiloten – bildeten das Rückgrat der Einsätze. Die frühe Setzzeit, ab Ende April, stellte das Team vor zusätzliche logistische Anforderungen, die dank eingespielter Abläufe erfolgreich bewältigt wurden.
Starke Gemeinschaftsarbeit und Nachwuchsgewinnung
Mit der Ferienpassaktion der Stadt Elsfleth, die von Liesel Harms-Herrmann organisiert wurde, erreichte der Hegering erneut zahlreiche Kinder und Familien. 20 Teilnehmende im Alter von acht bis zwölf Jahren erhielten Einblicke in Drohnentechnik, Hundeführung, Bienenkunde und jagdliche Optik. Eine Wiederholung der Aktion in diesem Jahr ist bereits geplant. Parallel stärkt die Landesjägerschaft Niedersachsen ihre Social‑Media‑Arbeit – ein Impuls, den der Hegering aktiv nutzt, um Nachwuchs zu gewinnen und jagdliche Themen transparent zu kommunizieren.
Historische Tontauben‑Wurfmaschine restauriert
Ein besonderes Infrastrukturprojekt wurde in diesem Jahr abgeschlossen: Die historische Tontauben‑Wurfmaschine – ein Prototyp des Konstrukteurs Gerhard Weber – wurde technisch und baulich vollständig restauriert. Die Arbeiten umfassten die Instandsetzung des originalen Deutz‑Aggregats sowie den Neubau des Fundaments. Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch Spenden von TT‑Bau (2.000 Euro) sowie der Jagdgenossenschaft Moorseite (2.000 Euro). Eine öffentliche Einweihung mit einem Grillen ist für die kommenden Wochen vorgesehen.
Wildtierlage: Invasive Arten und Gänse im Fokus
Niedersachsen verzeichnet einen deutlichen Anstieg bei Marderhund (+18 %) und Waschbär (+19,5 %). Auch die Gänsebestände bleiben ein struktureller Druckpunkt. Landesweit wurden 74.500 Tiere gezählt, regional zeigt sich eine erhöhte Dichte. Im Niederwildbereich wurden unter anderem 276 Hasen, 234 Graugänse, 183 Stockenten sowie 538 Rabenvögel erfasst.
Klare Prozesse für wachsende Anforderungen
Angesichts steigender Arbeitslast – von Lizenz‑ und Auflagenmanagement bis hin zu Kinderbetreuung, Foto‑Compliance und Ernährungsanforderungen – betont der Vorsitzende die Bedeutung klarer Abläufe und einer verlässlichen finanziellen Basis. Nur so lassen sich die ökologischen Herausforderungen durch invasive Arten und wachsende Gänsepopulationen nachhaltig bewältigen.
Im Laufe der Versammlung standen auch Ehrungen und Vorstandsneuwahlen auf dem Programm. Geehrt wurden zunächst von der Kreisbläserobfrau Heidi Spiekermann Fritz Lübben, Dirk Behrens und Uwe Kelterborn für ihre jeweils 60-jährige Mitgliedschaft bei Jagdhornblasen. Sie erhielten die Ehrennadel der Landesjägerschaft Niedersachsen. Bei den Jägern wurden geehrt: Robert Villis und Jan Gerd Wefer (für 25 Jahre), Addo Niehus und Torsten Thümler (40 Jahre9, Jürgen Büsing (50 Jahre), Fritz Lübben, Heinz Dieter Janssen, Erwin Hersemeyer und Hans Gerd Indorf (60 Jahre), Wolfgang Timme und Johann Töllner (65 Jahre) sowie die Hundeführerin Ilka Bielefeld.
Bei den anschließende Vorstandswahlen votierten die Mitglieder einstimmig für die Wiederwahl des Vorsitzenden Albert Koopmann, Schießobmann Andreas Schulz, Obfrau Liesel Harm-Herrmann, Hundeobmann Hans-Gerd Lameyer und Bläserobmann Siegfried Böning.
Neu im Team sind der stellvertretende Vorsitzende Stefan Saal, Kassenwartin Dörte Krause, Schriftführer Tim Penner. Hans-Dieter Osterthun hatte 18 Jahre lang als Kassenwart gewirkt, Jochen Czwalinna war vier Jahre stellvertretender Vorsitzender. Beide wurden mit einem Präsentkorb verabschiedet. (Foto und Text: Kerstin Seeland)