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16.08.2026, Lokalredaktion
Bei einer Informationsveranstaltung am Sonnabend erhielten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger einen seltenen Einblick in den Fortschritt des Neubaus der Eisenbahnbrücke über die Hunte. Vertreter der Deutschen Bahn InfraGO AG, der bauausführenden Firmen sowie des Ersten und Zweiten Oldenburgischen Deichbandes erläuterten die Bedeutung des Projekts für die Region und den aktuellen Stand der Arbeiten. Die Veranstaltung fand bewusst in einem schlichten Rahmen statt, nachdem Neutralitätsvorgaben eine parteiliche Mitwirkung ausgeschlossen hatten.

Zentrale Verkehrsader für Bahn, Häfen und Schifffahrt
Die Eisenbahnbrücke über die Hunte ist ein wesentlicher Bestandteil der Strecke Hude–Nordenham und verbindet die Gemeinden Elsfleth und Berne. Sie dient sowohl dem Personenverkehr als auch dem Gütertransport und ist entscheidend für die Anbindung der Binnenhäfen sowie für die Schifffahrt. Nach zwei provisorischen Hilfsbrücken entsteht nun eine neue, für die Region äußerst wichtige Hub‑Drehbrücke, die sich konstruktiv an der Brücke in Weener orientiert.

Neubau als Hub‑Drehbrücke – 512 Meter lang, 145 Meter drehbar
Die DB InfraGO AG errichtet die neue Eisenbahnüberführung parallel zur bestehenden Hilfsbrücke, sodass der Zugverkehr während der Bauzeit weiterlaufen kann. Das neue Bauwerk wird rund zwei Meter höher als die vorherige Brücke und besteht aus sieben Brückenteilen. Insgesamt misst die Brücke etwa 512 Meter, davon 145 Meter drehbar, um die uneingeschränkte Befahrbarkeit der Hunte für Binnen‑ und Seeschiffe sicherzustellen.
Patrick Carr., Leiter der Investitionsprojekte der DB InfraGO im Nordwesten, begrüßte die Gäste und führte eine der beiden Gruppen direkt zur imposanten Baugrube. Dort entsteht das zentrale Tragwerk der neuen Brücke – ein Bereich, der nur noch wenige Monate offen sichtbar sein wird. Er betonte, dass die neue Huntebrücke nahezu baugleich zur bereits fertiggestellten Fliesenbrücke errichtet werde und die Arbeiten planmäßig voranschreiten.
Mehr Sicherheit für den Küstenschutz
Vertreter der Deichverbände betonten die große Bedeutung des Neubaus für den Küstenschutz. Die höhere Brückenkonstruktion ermöglicht künftig eine ungehinderte Durchfahrt von Pflege‑ und Einsatzfahrzeugen unter der Brücke, was die Deichverteidigung deutlich erleichtert. Die Zusammenarbeit zwischen Bahn, Deichverbänden und Kommunen wurde als konstruktiv und zielorientiert beschrieben. Parallel informierten Vertreter des Ersten und Zweiten Oldenburgischen Deichbandes über die Auswirkungen der Baumaßnahme auf den Küstenschutz.
Cord Hartjen. vom Ersten Deichband hob hervor, dass die neue Brücke künftig deutlich höhere Durchfahrten ermögliche. Damit könnten Pflege‑ und Notfallfahrzeuge den Deichverteidigungsweg ungehindert nutzen – ein entscheidender Sicherheitsgewinn. „Wenn die Brücke möglichst schnell fertig wird, haben wir eine Menge mehr Sicherheit – das ist für uns das Wichtigste.“
Auch der neue Vorsteher des Zweiten Deichbandes, Henning Kaars, unterstrich die Bedeutung des Projekts. „Dieses Bauwerk ist ein immenser Vorteil für den Küstenschutz und damit für die Menschen der Region.“
Radweg als zusätzlicher Gewinn für die Region
Neben der Eisenbahnüberführung entsteht ein 2,5 Meter breiter Geh‑ und Radweg, der die südliche Wesermarsch zwischen Elsfleth und Berne neu verbindet. Ergänzend wird ein separater Dienst‑ und Rettungsweg integriert. Die Kommunen tragen die Kosten des Radweganteils.
Für den Elsflether Abschnitt wurden Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land“ bewilligt:
- 5,72 Mio. Euro Förderung,
- Gesamtausgaben: 5,87 Mio. Euro,
- Förderquote: 97,5 Prozent, davon übernimmt der Bund rund 5,28 Mio. Euro.
Politischer Rückenwind und ambitionierter Zeitplan
Der offizielle Baustart erfolgte am 1. Juni 2026. Bereits zuvor nutzte die DB InfraGO die Zeit bis zur Plangenehmigung für vorbereitende Arbeiten. Die Inbetriebnahme der neuen Hub‑Drehbrücke ist für Ende 2027 oder Anfang 2028 vorgesehen.
Einmalige Einblicke für die Bevölkerung
Während der Veranstaltung konnten die Gäste einen Blick in die imposante Baugrube werfen – ein Moment, der nur noch wenige Monate möglich sein wird. Die Fachleute der Bahn und der beteiligten Firmen standen für Fragen zur Verfügung und erläuterten die technischen Details des Bauwerks sowie die Auswirkungen auf die Region. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)