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02.08.2026, Lokalredaktion
Ein Bekenntnis zur Zukunft des Maritimen Kompetenzzentrums (Marikom) in Elsfleth sieht nach Auffassung des CDU‑Landtagsabgeordneten Björn Thümler (Berne) anders aus. Nach der Antwort der Landesregierung auf seine Kleine Anfrage zum Standort Elsfleth sieht Thümler weiterhin erheblichen Klärungsbedarf. Anlass der Anfrage war die Ablehnung eines Förderantrags unter anderem zur Modernisierung eines Brandübungscontainers mit einem Volumen von rund 1,3 Millionen Euro.
Besonders kritisch bewertet Thümler, dass das Vorhaben in Elsfleth innovative Ausbildungsansätze vorgesehen hätte, etwa die Einbindung alternativer Brennstoffe wie Wasserstoff in Kooperation mit der Jade Hochschule. Stattdessen plane das Land nun gemeinsam mit der Deutschen Marine den Aufbau eines neuen Maritimen Trainingszentrums in Wilhelmshaven. „Das schafft dauerhaft Doppelstrukturen. Elsfleth muss sich im Wettbewerb behaupten, während Wilhelmshaven staatlich subventioniert wird“, so Thümler. Für ihn ist klar: „Das neue Maritime Trainingszentrum gehört nach Elsfleth.“
Thümler verweist auf die besondere Rolle des Standorts. „Elsfleth ist seit Jahrzehnten ein tragender Pfeiler der maritimen Ausbildung in Niedersachsen und einer von nur drei bundesweit. Zudem ist Elsfleth neben Leer einer von zwei niedersächsischen Standorten für das Nautik‑Studium.“ Hochschule, Schulen, Wirtschaft und Bundeswehr arbeiteten dort eng zusammen. Diese Struktur sei für die maritime Fachkräftesicherung unverzichtbar.
Die Landesregierung bestätigt in ihrer Antwort die besondere Bedeutung des Marikom. Das geplante Trainingszentrum in Wilhelmshaven solle sich jedoch an eine völlig andere Zielgruppe richten, nämlich an Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Havariekommandos und der Bundeswehr. „Aufgrund der auszubildenden Zielgruppen sowie der erforderlichen Befähigungen und Ressourcenbedarfe bestehen keine Überschneidungen zum Standort Elsfleth“, heißt es in der Regierungsantwort. Das neue Zentrum soll Spezialeinheiten der Feuerwehren für Schiffsbrandbekämpfung, technische Hilfeleistung, Verletztenversorgung sowie die Bekämpfung von LNG‑Bränden ausbilden.
Thümler mahnt dennoch an, dass die Landesregierung die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur in Elsfleth nicht vernachlässigen dürfe. „Wer Doppelstrukturen vermeiden will, muss zuerst den bestehenden Standort stärken. Elsfleth braucht moderne Ausbildungsbedingungen, um junge Menschen für maritime Berufe zu gewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region zu sichern.“ (pm/lr – Foto: Büro Thümler)