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07.09.2026, Lokalredaktion
Offenes Atelier am 12./13. September
Am Sonnabend, 12. und Sonntag, 13. September 2026, jeweils von 11 – 18 Uhr lädt Ulrike Schmitt zum offenen Atelier mit Mitmachaktionen an beiden Tagen ein. Am Sonntag wird ein gemeinsames Mitbringfrühstück, um 10 Uhr, ausgerichtet.

Atelier Rimaschi in Schweiburg, hinter diesem Namen steht die Künstlerin Ulrike Marianne Schmitt, die aus ihren eigenen Vor- und Familiennamen den Kunstnamen RIMASCHI entwickelte. Seit rund 25 Jahren arbeitet sie selbstständig als bildende Künstlerin, ein Weg, der keineswegs vorgezeichnet war.
Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Bürstadt (Hessen) entschied sie sich über den zweiten Bildungsweg für ein Studium der Kunst und Kunstgeschichte. Die Verbindung zur Kunst blieb über alle Lebensphasen hinweg bestehen und wurde schließlich zum beruflichen Mittelpunkt.
Ein neuer Lebensort – und ein neuer künstlerischer Raum
2002 zog die Familie Schmitt zunächst nach Rheinland‑Pfalz, bevor ein Urlaub der jüngsten Tochter Tina an der Jaderlangstraße den entscheidenden Impuls für den Wechsel in den Norden gab. Die Region rund um den Jadebusen und besonders das beschauliche Sehestedt überzeugten die Familie sofort.
Der ehemalige Resthof Borchers wurde zum heutigen Atelier Rimaschi. Über mehr als zehn Jahre entstand aus einem früheren Pferdestall ein Studio mit kleiner Galerie, ergänzt durch mehrere Künstlersymposien, die dort vier Jahre in Folge stattfanden. 2015 folgte der endgültige Umzug nach Schweiburg, mit zwei LKWs und 250 Umzugskisten.
Kunstvermittlung und Begegnung
Ulrike Schmitt begann früh mit Workshops für Kinder, später kamen Angebote für Erwachsene hinzu. Besonders prägend war das Jahr 2018 mit der Integrationsmaßnahme „Alte Heimat – neue Heimat“: 52 Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern arbeiteten über mehrere Monate im Atelier – eine intensive Zeit zwischen Sprachbarrieren, kulturellen Begegnungen und erfolgreichen Vermittlungen in Ausbildung und Arbeit.
Seit 2018 findet jeden Mittwoch das Format „Freies Malen“ statt. Menschen aus der Region kommen zusammen, probieren Techniken aus und entdecken eigene Ausdrucksformen. Ab 2022 präsentierte die Gruppe jährlich Ausstellungen, unter anderem im Fischkai Bremerhaven, der Kaskade Diekmannshausen und der Strandhalle Burhave, wo die Resonanz besonders groß war.
Kunst, die Landschaft atmet
Die Arbeiten von Rimaschi sind eng mit der norddeutschen Landschaft verbunden: Jadebusen, Wasser, Weite und Natur prägen viele ihrer Werke. Gemeinsam mit der Nationalpark-Erlebnisstation Sehestedt (NEST) entstanden seit 2013 mehrere Projekte. Eine Reproduktion des Cuxhavener Titelbildes „Ebbe & Flug“ ist dort am Container angebracht; im Rathaus Jade hängt das Ölgemälde „Schwimmendes Moor“.
Ein Leben zwischen Kunst und Fliegerei
Weniger bekannt, aber charakteristisch für ihre Biografie: Ulrike Schmitt erwarb 1988 den Flugschein PPLA, arbeitete nebenberuflich als Fluglotse und besaß gemeinsam mit ihrem Mann viele Jahre eine Morane‑Viersitzer. 1998 entschied sie sich endgültig für die Kunst – doch das Motiv des Fliegens taucht bis heute in ihren Werken auf.
Anerkennung und aktuelle Projekte
Im vergangenen Jahr wurde Ulrike Schmitt nach entsprechender Qualifikation in den Berufsverband Bildender Künstler (BBK) aufgenommen – ein wichtiger Schritt in ihrer professionellen Laufbahn.
Aktuell ist sie in mehreren Ausstellungen vertreten, darunter mit „Schöpfung erhalten“ in der Kunstkirche Fröndenberg (Unna), „Menschenbilder“ in der BBK‑Gemeinschaftsausstellung Oldenburg sowie „Arche“ in der Jahresausstellung auf der anderen Weserseite.
Das Atelier Rimaschi steht für Farbe, Vielfalt, Natur, Begegnung und die Freude am schöpferischen Prozess. Wer die Atmosphäre des Hauses erleben möchte, ist jederzeit willkommen – es gibt viel zu entdecken. Weitere Informationen: www.rimaschi.de (Text: Kerstin Seeland, Fotos: Ulrike Schmitt)