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18.12.2025, Lokalredaktion
Kontinuität, Verantwortung und Zukunftsorientierung – unter diesen Leitgedanken stand die gesamte Amtszeit von Bürgermeister Henning Kaars.
Von Beginn an war es das Ziel von Henning Kaars, der am 1. Januar 2008 sein Amt antrat und damit der erste hauptamtliche Bürgermeister der Gemeinde Jade war, die Gesamtgemeinde in ihrer Infrastruktur zu stärken, Familienfreundlichkeit zu fördern und dabei stets die Nähe zur Natur sowie den Klimaschutz im Blick zu behalten.
Ein herausragendes Projekt, das die Amtszeit prägte, war der Bau des neuen Bahnhaltepunktes. Nach über zwölf Jahren intensiver Verhandlungen mit zahlreichen Institutionen und Partnern konnte dieses Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden – ein Meilenstein für die Mobilität und Entwicklung der Gemeinde. „Es war ein Kraftakt, aber zugleich einer der größten Erfolge unserer gemeinsamen Arbeit“, betont Henning Kaars.
Natürlich gab es auch Herausforderungen. Die Corona-Pandemie stellte die Gemeinde wie alle Kommunen vor große Belastungen. Doch Henning Kaars sieht solche Phasen nicht als Rückschläge, sondern als Aufgaben, die mit Mut und Zusammenhalt gemeistert werden müssen.
In den vergangenen 20 Jahren hat die Gemeinde einen erheblichen Schritt in ihrer Entwicklung getan. Zahlreiche Neubürgerinnen und Neubürger haben ihren Lebensmittelpunkt hier gefunden – ein Zeichen für die Attraktivität und Familienfreundlichkeit des Ortes. Von der Kinderbetreuung bis zur Versorgung älterer Menschen wurde ein breites Angebot geschaffen, das die Lebensqualität nachhaltig stärkt.
Besonders wichtig war Henning Kaars stets der Führungsstil im Miteinander. Mit einem starken Team im Rathaus und einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat wurden zwischen 95 und 98 Prozent aller Entscheidungen einstimmig getroffen – ein Beleg für das gelebte Miteinander. Bürgerbeteiligung spielte dabei eine zentrale Rolle: „Ein Bürgermeister ist 24/7 im Dienst. Zuhören, einbeziehen und gemeinsam gestalten – das war mir immer wichtig.“ Auch persönliche Werte wie Respekt, sachlicher Austausch und die Offenheit für unterschiedliche Blickwinkel prägten seine Entscheidungen.
Visionen für die Zukunft – von Familienfreundlichkeit über Bürgernähe bis hin zu Jugendbeteiligung – bleiben zentrale Anliegen. Gesellschaftliche Entwicklungen wie die Corona-Krise, steigende Erwartungen der Bevölkerung sowie die großen Themen Digitalisierung, Klimaschutz und demografischer Wandel haben die Amtszeit geprägt. In allen Bereichen konnte die Gemeinde Fortschritte erzielen: von der digitalen Vernetzung über neue Wohn- und Pflegeangebote bis hin zu Projekten im Bereich erneuerbarer Energien.
„Wir haben viel erreicht – und wir haben gezeigt, dass unsere Gemeinde nicht nur wächst, sondern auch zusammenhält. Das ist die Basis für eine gute Zukunft.“ In über zwei Jahrzehnten Amtszeit hat Bürgermeister Henning Kaars nicht nur die Gemeinde geprägt, sondern auch die kommunalpolitische Landschaft aus nächster Nähe erlebt. Besonders deutlich wurde in den vergangenen Jahren, wie schwer es geworden ist, Menschen für ein ehrenamtliches politisches Engagement zu gewinnen. „Wir brauchen dringend Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – ohne sie können wir weder gestalten noch bewahren“, betont er.
Seine Motivation, sich über so viele Jahre einzusetzen, beschreibt er schlicht: Freude an der Arbeit und die große Identifikation mit der Gemeinde. Projekte wie der Ausbau von Kindertagesstätten und die strahlenden Augen der Kinder seien für ihr immer wieder Antrieb gewesen. Trotz aller Herausforderungen blickt er auf eine Vielzahl gelungener Entwicklungen zurück.
Die Balance zwischen Beruf und Privatleben fand Henning Kaars durch eine klare Haltung: Mit Freude und Leidenschaft sowohl im Rathaus als auch im privaten Umfeld präsent zu sein. Was er künftig am meisten vermissen wird, ist das tägliche Miteinander mit seinem Team – das morgendliche „Moin“ im Rathaus, die Gespräche über Erfolge und Schwierigkeiten, und die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen in der Wesermarsch.
Unvergessen bleiben auch besondere Erlebnisse: etwa der Besuch zweier zwölfjähriger Mädchen, die selbstbewusst ihr Gewerbe anmelden wollten und Henning Kaars ihre selbstgebastelten Armbänder präsentierten. Solche Begegnungen zeigen unter anderem, wie lebendig und vielfältig die Gemeinde ist.
Mit Blick auf die Zukunft richtet der Bürgermeister klare Worte an seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger: Die finanziellen Herausforderungen werden groß sein, doch die Gemeinde ist und bleibt eine lebenswerte Region.
Familienfreundlichkeit, Kinderbetreuung und die Beteiligung aller Generationen sind zentrale Aufgaben, die weitergeführt werden müssen.
Bis er dann Ende Oktober 2026 seinen Platz verlassen wird, dankt Henning Kaars schon heute den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Vertrauen über drei Wahlperioden hinweg: „Es war eine tolle Zeit. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl eingesetzt haben. Darauf können wir alle stolz sein. Mein herzliches Dankeschön gilt allen Mitbürgerinnen, Mitbürgern und Wegbegleitern. (Text: Kerstin Seeland – Foto: privat)