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23.09.2026, Lokalredaktion
Vor der anstehenden Bürgermeister-Stichwahl werben die beiden Kandidaten Tamara Heinemann und Andreas Sturitis um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Beide verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte, sehen ihre Aufgabe jedoch darin, die Gemeinde zukunftsfähig weiterzuentwickeln und die Menschen stärker einzubinden.

Tamara Heinemann setzt vor allem auf Bürgernähe, Transparenz und eine stärkere Kommunikation zwischen Verwaltung, Politik und Bevölkerung. In den vergangenen Wochen hat sie nach eigenen Angaben zahlreiche Einrichtungen und Organisationen in der Gemeinde besucht, darunter Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehren, Vereine, touristische Angebote sowie den Bauhof und die Verwaltung.

Dabei habe sie viele Gespräche geführt, um die Herausforderungen und Bedürfnisse der Menschen vor Ort besser kennenzulernen. Themen wie die Ganztagsbetreuung, die Infrastruktur, die Straßensanierung und die Transparenz kommunaler Entscheidungen seien ihr dabei besonders häufig begegnet.
Ein zentrales Anliegen Heinemanns ist es, politische Entscheidungen verständlicher zu machen und Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über Entwicklungen in der Gemeinde zu informieren. Politik dürfe sich nach ihrer Auffassung nicht darauf beschränken, Informationen lediglich bereitzustellen. Vielmehr müsse sie aktiv auf die Menschen zugehen und kommunizieren, welche Projekte umgesetzt werden und wie öffentliche Mittel eingesetzt werden.
Auch neue Kommunikationswege möchte die Kandidatin nutzen. So hat sie kürzlich einen Sendeführerschein bei Radio Jade begonnen. Ziel sei es, zusätzliche Plattformen zu schaffen, über die Informationen aus der Gemeinde verbreitet und Menschen erreicht werden können. Darüber hinaus sieht sie eine stärkere Vernetzung der Ortsteile sowie die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements als wichtige Bausteine für die Zukunft der Gemeinde.
Mit Blick auf die finanzielle Situation der Kommune spricht sich Heinemann für einen gezielten Einsatz von Fördermitteln aus. Investitionen müssten nachhaltig geplant und an den tatsächlichen Bedarfen ausgerichtet werden. Gleichzeitig hebt sie hervor, dass bereits viel Engagement und Potenzial in den Vereinen, Initiativen und Einrichtungen der Gemeinde vorhanden sei.
Andreas Sturitis legt seinen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit von Gemeinde, Wirtschaft und Bürgerschaft. Moderne Kommunalpolitik bestehe für ihn nicht allein aus Verwaltung, sondern vor allem darin, Bedarfe zu erkennen, tragfähige Konzepte zu entwickeln und Partner für deren Umsetzung zu gewinnen.
Wirtschaftliche Kooperationen, Sponsoringmodelle und regionale Netzwerke sieht Sturitis als wichtige Instrumente, um Projekte auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen realisieren zu können. Sein Ziel sei es, die Jugend zu stärken, Senioren zu unterstützen und die heimische Wirtschaft aktiv einzubinden.
Besonders am Herzen liegt ihm die Schaffung von Begegnungsorten für junge Menschen. Neben Ideen wie einem Skaterpark, zusätzlichen Bolzplätzen oder neuen Treffpunkten setzt er dabei auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Eltern und Vereinen. Unter dem Motto „Wirtschaft für die Jugend“ schlägt er vor, dass örtliche Unternehmen mit kleinen regelmäßigen Beiträgen Projekte für Kinder und Jugendliche unterstützen und dafür öffentlich sichtbar gewürdigt werden.
Angesichts der angespannten Haushaltslage spricht sich Sturitis gegen neue Schulden aus, solange die aktuelle Zinsentwicklung eine solide Finanzierung erschwere. Einsparpotenziale sieht er weniger in pauschalen Kürzungen, sondern vielmehr in langfristigen strukturellen Veränderungen sowie einer stärkeren Beteiligung von Wirtschaft und Bürgerschaft an der Entwicklung der Gemeinde.
Nach eigenen Angaben möchte er bewusst keine unrealistischen Versprechen machen. Stattdessen setzt er auf umsetzbare Konzepte und eine enge Zusammenarbeit mit Rat, Verwaltung, Unternehmen und Bürgern. Seine Motivation sei es, dazu beizutragen, dass die Gemeinde auch künftig ein lebenswerter Ort für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bleibt.
Unabhängig von den unterschiedlichen Schwerpunkten werben beide Kandidaten dafür, sich an der Stichwahl zu beteiligen. Heinemann erinnert dabei daran, dass jede Stimme zählt und Wahlberechtigte auch dann wählen können, wenn sie ihre Wahlbenachrichtigung verlegt haben. In diesem Fall genügt am Wahltag ein gültiger Personalausweis im Wahllokal. Beide Kandidaten sehen die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger als wichtigen Bestandteil einer lebendigen kommunalen Demokratie. (Text und Foto Tamara Heinemann: Kerstin Seeland, Foto Andreas Sturitis: Imke Folkerts)