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08.03.2026, Lokalredaktion
Die Künstlerin Bärbel Deharde aus Butjadingen, die bereits seit vielen Jahren in der Region wirkt, präsentiert Arbeiten, die mit starken Farben, dynamischen Formen und emotionaler Tiefe auf die Besucher wirken. „Gerade in einer Zeit, die von Krisen geprägt ist, setzt sie bewusst auf Leuchtkraft und Zuversicht“, betont Galeristin Wibke Heumann.
Zur Eröffnung begrüßte die Galeristin das Publikum und dankte der Musikgruppe „Crazy Neighbors“, die den Abend musikalisch begleitete. Die Ausstellung bildet den Auftakt des Jahresprogramms und wurde mit großem Applaus gefeiert.

Künstlerische Wurzeln und Entwicklung
Die Künstlerin blickt auf eine lange kreative Biografie zurück. Schon in ihrer Kindheit fand sie im Zeichnen, Basteln und Geschichtenerfinden einen Rückzugsort. „Ich habe mich immer gut allein beschäftigen können“, erzählt sie. Die Stille und das Alleinsein seien bis heute ein wichtiger Teil ihres Schaffensprozesses.
Ihre ersten Ausstellungen entstanden im privaten Umfeld – in einer Reithalle, mit Unterstützung von Freunden, die an sie glaubten. Später folgten Studienjahre, in denen sie verschiedene Techniken erlernte: von Aquarell über Seidenarbeiten bis hin zu Installationen im Raum. Besonders prägend war die Zusammenarbeit mit der Galerie Trolldenier, in Ruhwarden, die ihr früh die Möglichkeit bot, ihre Werke öffentlich zu zeigen.
Themen, Farben und wiederkehrende Motive
Ihre Arbeiten entstehen intuitiv. Die Künstlerin plant ihre Bilder nicht, sondern beginnt mit Farbe – als emotionalem Ausgangspunkt. Die weiße Leinwand wird zunächst mit kräftigen Farbschichten gebrochen, erst dann entwickelt sich ein Dialog zwischen Bild und Künstlerin. Formen tauchen auf, Figuren entstehen, Strukturen verdichten sich.

Wiederkehrende Muster begleiten ihr Werk seit der Kindheit: Punkte, Streifen, textile Anmutungen. Sie erinnert sich an die Abende, an denen ihre Mutter Kleidung nähte und Stoffreste mit lebhaften Mustern im Raum lagen. Diese Eindrücke prägen ihre Bildsprache bis heute.
Auch farblich gibt es Konstanten: Rot und Gelb als Ausdruck von Energie und Lebendigkeit, Schwarz-Weiß als Gegenpol, der Ruhe und Klarheit schafft. Beide Welten existieren parallel – oft sogar gleichzeitig in ihrem Atelier.
Emotionen, Erfahrungen und innere Prozesse
Viele ihrer Werke tragen Titel, die auf persönliche Erfahrungen verweisen. Die Künstlerin spricht offen darüber, dass auch schwierige Lebensphasen ihren Weg geprägt haben. Sie beschreibt, wie sie sich aus einer Krise herausgearbeitet hat – mit professioneller Unterstützung, aber auch mit Yoga, Achtsamkeit und kreativer Arbeit. Diese Erfahrungen finden sich in ihren Bildern wieder, oft verborgen unter Farbschichten, aber dennoch spürbar.
Ihre Figuren bleiben bewusst gesichtslos. „Es geht mir nicht um Mimik“, erklärt sie. „Es geht um das, was zwischen den Figuren passiert – um Beziehungen, Spannungen, Nähe oder Distanz.“ Manche Werke zeigen tierähnliche Wesen, andere abstrakte Formen, die an Landschaften oder Bewegungen erinnern. Immer aber geht es um Energie, um innere Kämpfe und um das menschliche Rollenverständnis.
Gemeinsame Projekte und regionale Bezüge
Seit Jahren arbeitet die Künstlerin gemeinsam mit Ute Extra an Projekten, die regionale Geschichte sichtbar machen. Dazu gehören Installationen wie der „Salzstock“ oder die „Liebesbriefe“, die im öffentlichen Raum platziert wurden und unsichtbare Geschichten der Region ans Licht holen. Diese Arbeiten verbinden Kunst, Erinnerungskultur und Ortsidentität auf besondere Weise.
Die Ausstellung kann noch bis zum 3. Mai 2026 angeschaut werden. Die Öffnungszeiten der Galerie Schönhof, Bundesstraße 97, 26349 Jade, sind: dienstags bis freitags: 15 – 18 Uhr, samstags: 11 – 18 Uhr, sonn- und feiertags: 11 – 18 Uhr, montags ist die Galerie geschlossen. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)