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05.07.2026, Lokalredaktion
Die Galerie Schönhof eröffnete am Sonnabend, 4. Juli 2026, ihre neue Ausstellung mit Lithographien des renommierten Malers und Grafikers Klaus Fußmann. Die Veranstaltung fand unter großer Resonanz statt und bot den Besucherinnen und Besuchern einen eindrucksvollen Einblick in das Werk eines Künstlers, der die deutsche Grafik über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.

Die Laudatio, gehalten von der Galeristin Wibke Heumann, führte kenntnisreich und atmosphärisch durch Leben und Werk des Künstlers. Fußmann, geboren 1938, studierte zunächst an der Essener Folkwang-Schule und später an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Bereits Ende der 1960er Jahre gelang ihm mit melancholischen Interieurs und Stillleben der künstlerische Durchbruch. Von 1974 bis 2005 prägte er als Professor an der Hochschule der Künste Berlin Generationen junger Malerinnen und Maler. Heute lebt und arbeitet er zwischen Berlin und Gelting an der Ostsee – einem Ort, der viele seiner Landschaftsmotive inspiriert.

Kraft der Farbe und Präzision der Technik
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen ausschließlich Lithographien, ein Medium, das Fußmann mit außergewöhnlicher Meisterschaft beherrscht. Wibke Heumann hob hervor, dass die Lithographie bei Fußmann kein bloßes Reproduktionsverfahren ist, sondern ein eigenständiges künstlerisches Ausdrucksmittel. Seine Arbeiten leuchten in satten Farben, wirken zugleich leicht und präzise und zeigen eine seltene Balance zwischen Naturbeobachtung und malerischer Freiheit.
Die Drucke entstehen in enger Zusammenarbeit mit Angela Schröder und Jürgen Zeidler in der Saal-Presse Bergsdorf. Fußmann begleitet den Druckprozess persönlich, experimentiert mit Farbnuancen und arbeitet häufig mit dem Verfahren der „verlorenen Platte“ – einer anspruchsvollen Technik, die große Entschiedenheit und Vertrauen zwischen Künstler und Drucker erfordert.
Motive zwischen Einfachheit und Tiefe
Die Ausstellung zeigt die große Bandbreite seines Schaffens, unter anderem Rapslandschaften, geprägt von radikalem Gelb und klarer Horizontlinie, Blumenstücke, die den Prozess des Verblühens in farbintensiver Melancholie festhalten sowie Ostsee-Motive, in denen Wasser, Himmel und Land zu meditativen Farbfeldern verschmelzen
Fußmanns Bildsprache folgt einer „Poetologie der Einfachheit“: Reduktion, Präzision und die Kunst des Weglassens. Seine Werke wirken spontan und frei, zugleich durchdacht und strukturiert. Farbe wird bei ihm zum zentralen Ausdrucksmittel – „ein Fest für die Augen“, wie er selbst sagt.
Die Ausstellung lädt dazu ein, die Leuchtkraft und Energie der Farben unmittelbar zu erleben und den Motiven mit offenem Blick zu begegnen. Die Galerie Schönhof präsentiert die Lithographien bis zum 6. September 2026.
Die Öffnungszeiten sind: Dienstag–Freitag: 15–18 Uhr Samstag: 11–18 Uhr Sonn- und Feiertage: 11–18 Uhr Montag: geschlossen. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)