Sie können uns unterstützen

04.07.2026, Lokalredaktion
Ein Kandidat aus der Gemeinde – mit breiter Erfahrung und klarer Haltung: Andreas Quelle, geboren in Varel und aufgewachsen in Warpelergroden, beschreibt sich selbst als „Junge aus der Gemeinde“. Seine familiären Wurzeln, seine Jugend in Jaderberg und die enge Bindung an die Region prägen seinen Blick auf die Gemeinde Jade bis heute. „Man hat zwar den Jungen aus dem Dorf gekriegt, aber das Dorf nicht aus dem Jungen“, sagt er über seine Verbundenheit mit seiner Heimat.
Ein ungewöhnlich breiter Lebenslauf
Der 43-Jährige absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Schornsteinfeger, bevor er in Oldenburg in die Versicherungswirtschaft wechselte und sich dort zum Versicherungs- und Finanzanlagenfachmann fortbildete. Zwölf Jahre lang führte er einen eigenen Standort und arbeitete später im Training und in der Ausbildung.
Parallel engagierte er sich in der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Jade und leistete Ersatzdienst, bevor er sich für eine Laufbahn als Zeitsoldat entschied. Von 2007 bis 2010 absolvierte er die Feldwebellaufbahn bei der Bundeswehr und schied am Ende als Stabsunteroffizier aus. Seitdem steht er der Truppe als Reservist zur Verfügung.
Nach seiner Zeit in der Finanzwirtschaft folgten Weiterbildungen in Persönlichkeitsentwicklung, Tätigkeiten in der Personalentwicklung sowie Einsätze in der Gründungsberatung. 2018 gründete er gemeinsam mit Partnern ein Unternehmen für Datenschutzberatung und revisionssichere E‑Mail-Archivierung. Nach seinem Austritt aus der Gesellschaft verlagerte er seinen Schwerpunkt auf Organisationsentwicklung, Prozessoptimierung und Geschäftsmodellentwicklung.
Die Motivation für seine Kandidatur leitet Andreas Quelle direkt aus seiner Biografie ab. Die Vielfalt seiner beruflichen Stationen, seine Erfahrungen in Führung, Ausbildung und Organisationsentwicklung sowie sein tiefes Verständnis für kommunale Strukturen sieht er als Fundament für das Bürgermeisteramt.
Besonders wichtig ist ihm die finanzielle Stabilität der Gemeinde: „Ohne Moos ist nix los. Ohne die finanziellen Mittel bleibt jeder Wunsch tatsächlich nur ein Wunsch.“ Sein oberstes Ziel ist daher, die Gemeinde aus dem Haushaltssicherungskonzept zu führen – mit tragfähigen Konzepten, neuen Wertschöpfungsansiedlungen und ohne zusätzliche Belastungen für Bürger und Unternehmen.
Mit der Zukunftsagenda „Jade 2030 plus“ möchte er ein Beteiligungsformat schaffen, in dem alle Ortsteile und Bevölkerungsgruppen Ideen einbringen können.
Führungsstil: Kooperativ, klar und menschlich
Quelle beschreibt seinen Führungsstil als kooperativ und situativ. Bereits mit zehn Jahren übernahm er Verantwortung als Gruppenführer in der Jugendfeuerwehr – ein roter Faden, der sich durch sein Leben zieht.
In seiner Arbeit in der Personalentwicklung lernte er, Konflikte zu moderieren, Perspektiven zusammenzuführen und Teams wieder arbeitsfähig zu machen. „Im besten Fall, dass alle wieder mit einem guten Gefühl zur Arbeit kommen.“ Er betont, dass Führung für ihn vor allem eines bedeutet: bereitwillige Übernahme von Verantwortung – in alle Richtungen.
Familie und Rückkehrwunsch
Andreas Quelle lebt derzeit in Oldenburg, verbringt aber viel Zeit im Elternhaus in Jaderberg und möchte langfristig zurück in die Gemeinde ziehen. Er ist alleinerziehender Vater einer Tochter, die kurz vor dem Abitur steht.
Seine frühere Leidenschaft für Kampfsport musste er nach einem Unfall aufgeben. Heute widmet er sich beruflichen Projekten, die er mit großer Neugier und Innovationskraft verfolgt – etwa der Entwicklung nachhaltiger Baumodule oder digitaler Verwaltungsprozesse.
Er betont die Bedeutung von Bürgernähe und Ansprechbarkeit – Eigenschaften, die er auch am amtierenden Bürgermeister schätzt. Er sieht den Wahlkampf sportlich: „Ich probier es jetzt, ich geb alles, was ich kann. Wenn es reicht, ist toll, wenn es nicht reicht, hat man es wenigstens versucht.“ (Foto und Text: Kerstin Seeland)