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31.05.2026, Lokalredaktion
Mit einer eindrucksvollen und gut besuchten Vernissage eröffnete das Künstlerhaus Jan Oeltjen in Jaderberg am Sonnabend die erste Ausstellung des Jahres – gewidmet dem Aktionskünstler Butjatha. Vorstandsmitglied Volker Meusel hielt die Laudatio und gab den Gästen zugleich einen Einblick in die Geschichte des Hauses, das dem Jaderberger Maler und Grafiker Jan Oeltjen gewidmet ist und seit Jahren mit großem ehrenamtlichem Engagement Ausstellungen realisiert.

Unter den Gästen begrüßte Meusel den stellvertretenden Landrat Horst Kortlang sowie Joachim Gruben, Stiftungsverwalter des Bezirksverbands Oldenburg, dessen Stiftung Eigentümerin des historischen Gebäudes ist.
Die Ausstellung zeigt Werke aus mehreren Schaffensphasen Butjathas – Arbeiten, die „hängen und stehen“, wie Volker Meusel formulierte, und die aus einer spontanen Atelierbegegnung heraus zu einem umfassenden Ausstellungsprojekt wurden. Butjatha, der aus Butjadingen stammt und seinen Künstlernamen daraus ableitet, fand früh über die Freie Akademie Oldenburg Zugang zu einem erweiterten Kunstbegriff, geprägt von Persönlichkeiten wie Anatol und Eckart Grenzer.
Ihr gemeinsames Credo – Kunst müsse Menschen einbeziehen, berühren und in gesellschaftliche Fragen eingreifen – prägt Butjathas Werk bis heute. Seine Rolle als Aktionskünstler führte ihn in den 1970er‑Jahren sogar bis zur documenta 6 in Kassel, wo er als „Wikingerkaiser“ auftrat. Viele seiner frühen Arbeiten, häufig auf Holz gemalt und mit Bienenwachs und Terpentin konserviert, sind in einer Vitrine der Ausstellung zu sehen.
Im Mittelpunkt der aktuellen Schau stehen drei wiederkehrende Motive: die Deichgeister, der Liebesvogel und die Blume bzw. Margerite. Sie verbinden regionale Bezüge mit universellen Themen wie Liebe, Verletzlichkeit, Schutzbedürftigkeit und der Suche nach einer menschlicheren Gesellschaft. Viele Werke tragen handschriftliche Botschaften, die Butjatha als philosophischen Beobachter zeigen, der komplexe Fragen auf einfache Alltagswahrheiten zurückführt.
Volker Meusel erinnerte daran, dass Butjathas Appell an Frieden und Menschlichkeit auch biografische Wurzeln hat: Der Künstler verlor einen Bruder in der Schlacht von Stalingrad – ein prägendes Erlebnis, das sich in seinen Arbeiten widerspiegelt.
Zum Abschluss der Eröffnung stellte Meusel eine besondere Kunstaktion vor: Alle nummerierten Werke der Ausstellung wurden verlost. Für den Preis von 20 Euro konnten noch während der Vernissage Lose erworben werden. Insgesamt wurden 100 Lose aufgelegt, von denen 70 einen Gewinn, nämlich ein Originalwerk von Butjatha, enthalten. Die Einnahmen kommen vollständig dem Künstlerhaus zugute und sichern, bei vollständigem Verkauf, ein Jahr finanzielle Stabilität für die kulturelle Arbeit des Hauses. Das ließen sich die Gäste der Vernissage nicht zweimal sagen und binnen weniger Minuten waren alles Lose verkauft.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Butjathas Kunst nicht nur zu betrachten, sondern zu erleben – im Sinne seines erweiterten Kunstbegriffs, der Kommunikation, Austausch und gemeinsames Handeln in den Mittelpunkt stellt.
Geöffnet ist das Künstlerhaus Jan Oeltjen vom 31. Mai bis 28. Juni 2026, jeweils samstags und sonntags von 15 – 18 Uhr. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Butjatha (rechts) in Interaktion mit dem Vernissage-Publikum