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18.04.2026, Lokalredaktion
Die Gemeinde Lemwerder hat eine neue Bewerberin für das Bürgermeisteramt: Maria Thomas Klapproth, 43 Jahre alt, in Berlin geboren und seit vielen Jahren in Niedersachsen verwurzelt, stellt sich erstmals einer politischen Wahl, unterstützt von dem SPD Ortsverein Lemwerder. Ihr Weg in die Kommunalpolitik begann vergleichsweise spät – und genau das macht ihre Kandidatur für viele interessant.
Nach zahlreichen beruflichen und privaten Stationen in Deutschland kam sie 2007 nach Niedersachsen und zog 2020 „der Liebe wegen“ nach Lemwerder. Ihre Tochter, damals mitten in der Corona-Zeit in der fünften Klasse, begleitete sie in die neue Heimat. Der erste Kontakt zur SPD entstand eher zufällig – bei einem Treffen in einem Pub. Aus anfänglicher Zurückhaltung entwickelte sich Schritt für Schritt der Entschluss, sich politisch einzubringen.
Beruflich ist Maria Thomes-Klaproth seit vielen Jahren im medizinischen Außendienst tätig. Nach einer Weiterbildung zur geprüften Pharmareferentin arbeitet sie seit 2018 im Bereich ADHS und betreut Ärztinnen und Ärzte von der Küste bis hinter Hannover. Vorträge, Diskussionen und der Austausch mit Fachpublikum gehören zu ihrem Alltag..
Ihre Kandidatur nahm im vergangenen Winter Fahrt auf. Nach Gesprächen innerhalb der SPD, einer Vorstellung in der Mitgliederversammlung und einer einstimmigen Entscheidung des Vorstands wurde sie offiziell nominiert. Die positive Resonanz überraschte sie selbst: „Ich hatte mit ein paar Minuten Rede gerechnet – am Ende gab es Applaus.“
Politische Motivation: Nähe, Transparenz und ein neues Miteinander
Maria Thomes-Klaproth beschreibt sich als jemanden, der Dinge gern anpackt und Veränderungen aktiv gestaltet. Besonders wichtig ist ihr ein neues, vertrauensvolles Miteinander in Lemwerder – sowohl im Rathaus als auch zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft.
Sie beobachtet eine wachsende Politikverdrossenheit und möchte dem mit Offenheit begegnen. Ein zentrales Element ihres Ansatzes ist eine regelmäßige Bürgersprechstunde, die sie bereits jetzt monatlich anbietet. „Viele Menschen haben das Gefühl, nicht gehört zu werden. Ich möchte ihnen zeigen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden.“
Transparenz in Entscheidungsprozessen ist für sie ein weiterer Schlüssel. Sie betont, dass viele Bürgerinnen und Bürger nicht wissen, wie kommunale Entscheidungen tatsächlich entstehen. „Wenn man erklärt, warum etwas entschieden wird, verstehen es die Menschen eher – auch wenn es nicht immer die Entscheidung ist, die sie sich wünschen.“
Thematische Schwerpunkte: Infrastruktur, Wohnraum, Mobilität und Ehrenamt
Inhaltlich setzt die Kandidatin auf mehrere Schwerpunkte: Wohnraum und Infrastruktur: Lemwerder sei eine attraktive Gemeinde mit großem Potenzial, aber es fehle an bezahlbarem Wohnraum für Familien. Auch die Entwicklung des alten Flughafengeländes sieht sie als Zukunftsthema – etwa für nachhaltige Gewerbeansiedlungen.
Mobilität: Besonders am Herzen liegt ihr eine bessere Anbindung nach Bookholzberg. Viele Menschen ohne Auto seien auf Busverbindungen angewiesen, die es derzeit nicht gibt. Eine neue Linie oder flexible Angebote wie Bürgerbusse könnten aus ihrer Sicht Entlastung schaffen.
Transparenz bei Großprojekten: Die Diskussionen rund um die Deichbaustelle und die damit verbundenen Einschränkungen erlebt sie häufig in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern. Sie sieht hier vor allem Informationsdefizite und möchte sich für mehr Austausch einsetzen.
Ehrenamt stärken: Sie möchte das freiwillige Engagement in der Gemeinde sichtbarer würdigen – etwa durch regelmäßige Dankesveranstaltungen oder neue Formen der Anerkennung.
Maria Thomes-Klaproth betont immer wieder, wie wichtig ihr der direkte Kontakt zu den Menschen ist. Ob bei Gesprächen auf der Straße, bei Vereinsaktionen oder in der Bürgersprechstunde – sie möchte präsent sein und zuhören.
Ihr Ziel beschreibt sie so: „Ich möchte wissen, wer in Lemwerder lebt. Und ich möchte, dass die Menschen wissen, wer für sie arbeitet.“
Mit ihrer Mischung aus beruflicher Erfahrung, persönlicher Offenheit und dem Wunsch nach mehr Miteinander startet sie nun in den Wahlkampf um das Bürgermeisteramt. (Text: Kerstin Seeland, Foto: privat)