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12.08.2026, Lokalredaktion
Auf dem Weg zur herzsicheren Kommune ist in der Gemeinde Lemwerder jetzt ein weiterer lebensrettender Defibrillator installiert worden: Nun verfügt auch die Begegnungsstätte „Begu“ über einen Herzschocker, der im Ernstfall Leben retten kann.
Gruppe „Agil“ macht sich für Herzschocker stark
Auf den Weg gebracht hat ihn die Seniorengruppe „Agil“, die die Begu für ihre regelmäßigen Angebote wie Spielenachmittag und Tanztee nutzt. „Nach einem Erste-Hilfe-Kurs hier im Haus, bei dem wir auch im Umgang mit einem Defibrillator geschult wurden, stellten wir fest, dass wir in der Begu überhaupt keinen Defibrillator haben“, schilderte Karin Baxmann von der Gruppe „Agil“ jetzt bei der offiziellen Einweihung. Die Gruppe stellte daraufhin einen entsprechenden Antrag bei der Gemeinde – was jetzt noch fehlte, war ein Sponsor.
LzO Lemwerder übernimmt Kosten
Der fand sich schließlich in Gestalt der Landessparkasse zu Oldenburg, die durch den erst im Februar an der Kita Lemwerder angebrachten Herzschocker auf die Sponsorensuche aufmerksam wurde und sich anbot, die vollen Kosten in Höhe von 2300 Euro zu übernehmen. „Wie wichtig so ein Defibrillator ist, haben wir in unserer Filiale in Lemwerder selbst schon erlebt“, sagte LzO-Filialleiterin Michele Sternberger. So sei das im Innenraum der Filiale untergebrachte Schockgerät bei einem Notfall bereits gezielt von einem Ersthelfer angefordert worden.
Defibrillatornetz weiter ausgebaut
„Mit dem neuen Gerät an der Begu haben wir unser Netz an Defibrillatoren innerhalb der Gemeinde noch einmal weiter ausgebaut“, freute sich Bürgermeisterin Christina Winkelmann. Dass damit ein mehr als passender Standort gewählt wurde, unterstrich auch die stellvertretende Begu-Leiterin Martina Seedorf: „Bei all den Veranstaltungen, die hier das Jahr über laufen, ist es wirklich super, dass auch wir jetzt einen Defibrillator haben.“
Siebtes Gerät in der Gemeinde
Der neue Defibrillator ist öffentlich zugänglich an der Außenwand der Begu links vom Haupteingang angebracht. Weitere Geräte befinden sich in den Fluren im Eingangsbereich der Ernst-Rodiek-Sporthalle sowie der kleinen Turnhalle, jeweils an den Außenwänden des Eingangsbereichs der Grundschulen Deichshausen und Mitte sowie auf dem Einsatzleitwagen der Ortsfeuerwehr Lemwerder. Dazu kommen firmeneigene Geräte unter anderem in der LzO- sowie der Volksbankfiliale und dem Edeka-Supermarkt.
Vorbild „Herzsichere Gemeinde“ der Björn-Steiger-Stiftung
Vorbild bei der gemeindeweiten Versorgung mit Defibrillatoren ist das Projekt „Herzsichere Kommune“ der Björn-Steiger-Stiftung. Demnach gilt eine Kommune als herzsicher, wenn ein Netzwerk von einem Herzschocker pro 1000 Einwohner aufgebaut ist.
Lebensrettende Hilfe bei plötzlichem Herzstillstand
Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das im Fall eines plötzlichen Herzstillstandes über Elektroden Stromstöße ausgibt, um ein außer Takt geratenes Herz wieder zum gleichmäßigen Schlagen zu bringen. Die Geräte sind so konzipiert, dass sie Ersthelfern im Notfall genaue Anweisungen geben, wie und wann der lebensrettende Stromstoß ausgegeben werden muss. Sie erkennen darüber hinaus auch, ob ein Stromstoß überhaupt notwendig ist. Laut des Verbandes „Herzmedizin“ erleiden jedes Jahr in Deutschland rund 65.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. 60.000 von ihnen sterben. Ein flächendeckendes Netz von Defibrillatoren auch in Lemwerder soll nun helfen, diese Zahl zu reduzieren und im Ernstfall Leben zu retten. (pm/lr – Foto: Gemeinde Lemwerder)
Titelfoto: Freuen sich über den nächsten neuen Defibrillator an der Außenwand der Begegnungsstätte „Begu“: Bürgermeisterin Christina Winkelmann (4.v.l., hinten), LzO-Filialleiterin Michele Sternberger (4.v.r., hinten), die stellvertretende Begu-Leiterin Martina Seedorf (2.v.r., hinten) sowie das Organisationsteam der Seniorengruppe „Agil“.