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02.02.2026, Lokalredaktion
Eltern organisieren lebensrettenden Herzschocker
Lemwerder will herzsicher werden: Mit einem neu installierten Defibrillator an der Außenwand der kommunalen Kinderkrippe verfügt die Gemeinde jetzt über einen weiteren Herzschocker, der im Ernstfall Leben retten kann. Möglich gemacht haben das Eltern unter der Federführung der Elternvertreterinnen Insa de Reuter und Katharina Stoppel, die bei Firmen und Privatpersonen Spenden für die Anschaffung gesammelt haben.
„Mit dem neuen Defibrillator hier am Kindergarten verfügen wir jetzt über insgesamt fünf Geräte im öffentlichen Raum der Gemeinde Lemwerder“, erklärte Bürgermeisterin Christina Winkelmann bei der offiziellen Übergabe am Montagmorgen. Das Ziel sei nun, die Anzahl der lebensrettenden Schockgeber jährlich um ein Gerät zu erhöhen.
Jedes Jahr ein Gerät mehr
Inga Bremermann, Leiterin des kommunalen Kindergartens Lemwerder, freute sich über das herausragende Engagement der Elternvertreterinnen und plant bereits einen zweiten Defibrillator. „Der soll dann an der Außenwand des neuen Kindergartengebäudes angebracht werden. In der Hoffnung, dass wir ihn nie werden benutzen müssen.“
Nächstes Gerät an der Begu
Zuvor soll allerdings erst noch die Lemwerderaner Begegnungsstätte (Begu), wo einmal im Monat Senioren beim Seniorentreff „Agil“ zusammenkommen und regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden, mit einem Defibrillator ausgestattet werden. „Hierfür suchen wir aktuell ebenfalls noch Spender, die das Projekt unterstützen möchten“, erklärte Jutta Zander von der Gemeinde. Wer sich in diesem Fall an den Kosten beteiligen möchte, kann sich an den Leiter der Begu, Timo von den Berg, wenden.
Fünftes Gerät in der Gemeinde
Der neue Defibrillator ist öffentlich zugänglich an der Außenwand der Kinderkrippe im Hortgebäude angebracht. Weitere Geräte befinden sich in den Eingangsbereichen der Ernst-Rodiek-Sporthalle sowie der kleinen Turnhalle, an der Außenwand des Eingangsbereichs der Grundschule Mitte sowie auf einem Einsatzfahrzeug der
Ortsfeuerwehr Lemwerder – Vorbild „Herzsichere Gemeinde“ der Björn-Steiger-Stiftung
Vorbild bei der gemeindeweiten Versorgung mit Defibrillatoren ist das Projekt „Herzsichere Kommune“ der Björn-Steiger-Stiftung. Demnach gilt eine Kommune als herzsicher, wenn ein Netzwerk von einem Herzschocker pro 1000 Einwohner aufgebaut ist.
Lebensrettende Hilfe bei plötzlichem Herzstillstand
Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das im Fall eines plötzlichen Herzstillstandes über Elektroden Stromstöße ausgibt, um ein außer Takt geratenes Herz wieder zum gleichmäßigen Schlagen zu bringen. Die Geräte sind so konzipiert, dass sie Ersthelfern im Notfall genaue Anweisungen geben, wie und wann der lebensrettende Stromstoß ausgegeben werden muss. Sie erkennen darüber hinaus auch, ob ein Stromstoß überhaupt notwendig ist.
Laut des Verbandes „Herzmedizin“ erleiden jedes Jahr in Deutschland rund 65.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. 60.000 von ihnen sterben. Ein flächendeckendes Netz von Defibrillatoren auch in Lemwerder soll nun helfen, diese Zahl zu reduzieren und im Ernstfall Leben zu retten. (pm/lr – Foto: Gemeinde Lemwerder)
Titelfoto: Freuen sich über den neuen Defibrillator an der Außenwand des kommunalen Kindergartens: v.l. Monika Kempe (Leiterin Kindergrippe), Gitte Wendelken (Leiterin Hort), Inga Bremermann (Leiterin Kindergarten), Bürgermeisterin Christina Winkelmann sowie Jutta Zander von der Gemeinde Lemwerder