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19.03.2026, Lokalredaktion
in stolzes Jubiläum, die Verleihung des Nordenhamer Umweltpreises und wegweisende ökologische Projekte: Die Jahreshauptversammlung des Butjadinger Fischereivereins im „Butjadinger Tor“ markierte den Abschluss eines außergewöhnlichen Jahres. Vor zahlreichen Mitgliedern präsentierte der Vorstand eine Bilanz, die sowohl den hohen Stellenwert des Naturschutzes als auch die lebendige Vereinskultur unterstreicht.
Preisträger des Nordenhamer Umweltpreises: Anerkennung und Auftrag
Ein zentraler Moment des Rückblicks war die Würdigung des Vereins mit dem Nordenhamer Umweltpreis 2025. Gleich dreifach war der Verein von verschiedenen Seiten für diese Auszeichnung vorgeschlagen worden – ein deutliches Zeichen für die Wahrnehmung des ehrenamtlichen Engagement in der Öffentlichkeit. Die Jury, bestehend aus Vertretern der Stadt und bisherigen Preisträgern, erkannte die Verdienste des Vereins um den Erhalt der lokalen Ökosysteme vollumfänglich an.
In seiner Dankesrede vor dem Stadtrat, die auf der Versammlung noch einmal thematisiert wurde, fand der 1. Vorsitzende jedoch auch mahnende Worte: „Der Preis ist eine Ehre, aber die Herausforderungen vor unserer Haustür sind gewaltig.“ Insbesondere die Weservertiefung, die klimatischen Veränderungen und die fortschreitende Verlandung der Gewässer belasten die Reviere. Der Verein nutzt die Strahlkraft des Umweltpreises nun gezielt, um bei Behörden und Entscheidungsträgern mehr Gehör für diese existenziellen Sorgen zu finden und notwendige Sanierungsmaßnahmen einzufordern.

Anlässlich des Jubiläums und der Auszeichnung würdigte der Landrat des Landkreises Wesermarsch, Stephan Siefken, den Verein in seinem Grußwort bei der Eröffnung der Veranstaltung: „Seit über neun Jahrzehnten steht der Butjadinger Fischereiverein von 1935 für aktives Vereinsleben, Naturverbundenheit und starken Gemeinschaftssinn. Fischereivereine sind weit mehr als reine Angelvereine: Sie verbinden Generationen, stärken das Miteinander und leisten wichtigen Natur- und Gewässerschutz.
Mit großem Engagement setzen sich die Mitglieder für den Schutz und die Pflege der Gewässer ein, fördern die Fischbestände und geben ihr Wissen an die nächste Generation weiter. Liebe Mitglieder &
lieber Vorstand des Butjadinger Fischereivereins: Ihr könnt stolz auf das sein, was ihr gemeinsam
leistet. Vielen Dank für Euren Einsatz für Natur, Umwelt und Gemeinschaft in der nördlichen
Wesermarsch.“
Unter der Leitung der Gewässerwarte wurde im vergangenen Jahr ein massives Pensum an Schutzmaßnahmen bewältigt. Besonders die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Alfred Wegener-Institut (AWI) steht im Fokus: Ein EU-finanziertes Projekt soll durch innovative Fallen die invasive Wollhandkrabbe in den lokalen Kanälen dezimieren, ohne den heimischen Fischbestand zu gefährden.
Weitere ökologische Meilensteine 2025:
- Innovation durch die Bingo-Stiftung: Auf dem Inselsee wurde eine schwimmende Röhrichtinsel installiert. Sie fungiert als natürlicher Nährstofffilter, bindet Schadstoffe und schafft lebenswichtige Laichhabitate.
- Krisenmanagement: An der Pütte Ballehr verhinderte der gezielte Einsatz von Belüftungspumpen während einer extremen Algenblüte ein ökologisches Umkippen des Gewässers.
- Nachhaltige Hege: Zur biologischen Kontrolle der hochinvasiven Schwarzmundgrundel, die als Laichräuber gilt und heimische Fischarten gefährdet, wurden 150 kg Zander besetzt.
- Der Bericht des Angelwarts: Das Jahr 2025 war geprägt von hoher Beteiligung und beeindruckenden Ergebnissen bei den vereinsinternen Hegefischen. Der Angelwart betonte, dass die Saison zu den erfolgreichsten der jüngeren Geschichte zählte.
- Erfolge bei Veranstaltungen: Bei den gemeinsamen Hegefischen und Vereinswettbewerben konnten die Mitglieder eine beachtliche Gesamtmenge von 242 Kilogramm Fisch anlanden.
- Ehrungen: Aufgrund seiner konstant herausragenden Leistungen wurde Ingo Thölen zum Vereinsmeister gekürt. Das spannende Königsangeln entschied Malte Brunßen für sich.
- Digitalisierung und Nachwuchs: Mit bereits 250 aktiven Nutzern der App Fangmeldung.de geht der Verein neue Wege in der Bestandsdokumentation. Auch die Nachwuchsarbeit floriert: Der Vorbereitungskurs zur staatlichen Fischerprüfung war mit 33 Teilnehmern voll besetzt – alle Prüflinge bestanden erfolgreich.
- Ehrungen für jahrzehntelange Treue – Ein emotionaler Höhepunkt war die Würdigung der Mitglieder, die dem Verein seit Generationen die Treue halten: 50 Jahre: Heiner Ott, Oliver Hübler, Hugo Kramer, Erwin Luga. 40 Jahre: Sven Jürgens, Horst Androsch, Andre Trumpf, Bernd Liebert, Roland Peters, Klaus Dieter Harms. 25 Jahre: Viktor Leis, Heiko Meyer, Walidimir Boger, Sven Büsing, Holger Hollens, Arno Brix, Stefan Scherotzki, Tobias Janßen, Alexander Piel.
- Personelle Neuaufstellung – Für die kommenden Aufgaben wurden wichtige Ämter neu besetzt: Christoph Wittkowsky wurde zum 2. Arbeitsdienstleiter gewählt. Das Team der Angelwarte wird künftig von Bernd Husmann (1. Angelwart) und Marian Ghita (2. Angelwart) geführt. Sebastian Jauernig übernimmt das Amt des 2. Jugendwarts. (pm/lr – Foto: Verein)