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11.01.2026, Lokalredaktion
Seit 2021 steht Bürgermeister Nils Siemen an der Spitze der größten Stadt der Wesermarsch – und beschreibt seine Aufgabe als „den schönsten Job der Welt“. Der 47‑Jährige, der in Hannover geboren wurde und über Stationen in Verden/Aller, Göttingen, Saarbrücken und dem Emsland schließlich in die Wesermarsch kam, ist seit vielen Jahren im Bereich der Wirtschaftsförderung und kommunalen Entwicklung zuhause. 2019 übernahm er die Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung Wesermarsch und wurde dann zwei Jahre später zum Bürgermeister gewählt.
„Gestalten statt verwalten“ – ein Bürgermeister mit klarer Haltung
Siemen betont, wie sehr ihn die Möglichkeit motiviert, Dinge zu bewegen: „Ich habe immer in Funktionen gearbeitet, in denen ich gestalten konnte. Das ist mein Antrieb.“ Besonders schätzt er den direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern sowie das starke ehrenamtliche Engagement in Nordenham: „Ohne Ehrenamt würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren.“
Herausfordernde Startjahre: Pandemie, Ukraine-Krieg, Preissteigerungen
Die ersten Monate seiner Amtszeit waren geprägt von außergewöhnlichen Belastungen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie waren noch deutlich spürbar, als im Februar 2022 der russische Angriff auf die Ukraine begann. Binnen kürzester Zeit musste die Stadt hunderte Geflüchtete aufnehmen. Siemen lobt das Zusammenspiel von Verwaltung, Ehrenamt und Hilfsorganisationen: „Das hat geräuschlos und beeindruckend gut funktioniert.“
Parallel trafen Preissteigerungen, Energiekosten und Baukostenexplosion den städtischen Haushalt hart. Dennoch gelang es, zentrale Projekte voranzubringen.
Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Stadtentwicklung
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen kann Nordenham auf eine beachtliche Bilanz zurückblicken. Unter anderem wurden modernisiert oder neu gebaut:
- mehrere Turnhallen (Blexen, Einswarden, Mitte)
- der Bauhof
- die Kläranlage
- neue Kita‑Kapazitäten, darunter der Krippenanbau in Mitte und der Neubau an der Störtebeker‑Bad‑Kita
- Schrottimmobilien wurden beseitigt
- der neue Marktplatz in Einswarden wurde eingeweiht.
Ein Meilenstein war zudem die Entscheidung für den Rathausneubau in der Innenstadt, der nach intensiven Abstimmungen grünes Licht von der Kommunalaufsicht erhielt.
Innenstadtentwicklung als Herzensprojekt
Besonders am Herzen liegt dem Bürgermeister die Zukunft der Innenstadt. Mit dem Programm „Perspektive Innenstadt“ wurden innerhalb weniger Monate zehn Maßnahmen definiert und umgesetzt – von der Aufwertung des Jahnplatzes bis zur Anschaffung der Eisbahn. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern entstand ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, das zu einer Städtebauförderung von neun Millionen Euro führte.
„Wenn Verwaltung, Politik und Bürgerschaft an einem Strang ziehen, erreichen wir Großes“, so Nils Siemen. Für die kommenden Jahre kündigt er weitere Bürgerdialoge an, bevor größere Umgestaltungen – etwa am Marktplatz – starten.
Wirtschaftsstandort Nordenham: Wachstum und neue Perspektiven
Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist hoch: Kurz vor Weihnachten wurden die letzten verfügbaren Flächen verkauft. Besonders hebt er die Entscheidung von Airbus hervor, sich erneut für den Standort zu entscheiden und diesen zu erweitern – ein starkes Signal für die industrielle Zukunft der Stadt. Mit rund 7.000 Industriearbeitsplätzen bei 26.000 Einwohnern zählt Nordenham zu den bedeutendsten Industriestandorten der Region.
Medizinische Versorgung, Digitalisierung und Sicherheit
Auch im Bereich der Daseinsvorsorge wurden Fortschritte erzielt. Zwei neue Hausärzte konnten gewonnen werden, weitere sollen folgen. Die Verwaltung treibt zudem die Digitalisierung voran: Zehntausende Akten wurden digitalisiert, KI‑gestützte Prozesse werden schrittweise eingeführt.
Im Katastrophenschutz sieht sich die Stadt gut aufgestellt. Ein geschulter Krisenstab, Übungen mit der Feuerwehr und neue Notstromaggregate sollen für Ernstfälle wappnen.
Blick nach vorn: Warum Nils Siemen erneut kandidiert
Für seine mögliche zweite Amtszeit formuliert Nils Siemen klare Ziele. Er möchte begonnene Projekte wie den Rathausneubau und die Innenstadtentwicklung zu Ende führen und neue Schwerpunkte setzen – insbesondere bei Geh- und Radwegen sowie der Modernisierung von Kitas und Grundschulen. „Ich bin selbst Vater. Eine gute Bildungs- und Betreuungslandschaft ist mir persönlich wichtig.“ Auch künftig setzt er auf Transparenz und Beteiligung: „Wenn man sich am Anfang Zeit für den Dialog nimmt, gelingt die Umsetzung am Ende schneller.“ (Text: Kerstin Seeland, Foto: Stadt Nordenham)