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24.03.2026, Lokalredaktion
Claudia Schwehm, Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, Bremen, hielt bei der Infoveranstaltung, am Montag, in der Jahnhalle einen Vortrag „Ein neues Stadtgesicht: Chancen der Städtebauförderung für Eigentümerinnen und Eigentümer und den Einzelhandel“.
Claudia Schwehm betonte bei der Informationsveranstaltung zur Innenstadtentwicklung die Bedeutung des eingeschlagenen Transformationsprozesses. Die Neugestaltung einer Innenstadt sei immer anspruchsvoll, weil viele Menschen mit dem bisherigen Stadtbild persönliche Erinnerungen verbinden. Umso wichtiger sei es, Veränderungen aktiv zu gestalten: „Wenn wir den Wandel nicht selbst in die Hand nehmen, wird es schwieriger – nicht leichter.“
Sie lobte die Entscheidung der Stadt, ein umfassendes Entwicklungskonzept zu erarbeiten und Städtebaufördermittel einzuwerben. Dies sei ein starkes Signal für eine langfristige Stärkung des Zentrums. Die Städtebauförderung eröffne dabei nicht nur finanzielle Möglichkeiten, sondern schaffe auch Planungssicherheit für Eigentümerinnen und Eigentümer, Gewerbetreibende und die gesamte Stadtgesellschaft.
Schwehm verwies auf die Herausforderungen, die viele Innenstädte betreffen – vom Onlinehandel über den demografischen Wandel bis hin zu neuen Anforderungen an Mobilität und Barrierefreiheit. Gleichzeitig hob sie Nordenhams Stärken hervor: ein historisch wertvolles Zentrum, gute Erreichbarkeit, einen starken Wochenmarkt und eine engagierte Bürgerschaft.
Die Förderung ermögliche Modernisierungen, energetische Verbesserungen, Barrierefreiheit und ein aktives Leerstandsmanagement. Für den Einzelhandel bedeute der Prozess mehr Aufenthaltsqualität und damit bessere Perspektiven. Entscheidend sei jedoch das gemeinsame Handeln aller Beteiligten.
Zum Abschluss betonte Schwehm: „Nordenham verfügt über ein starkes Fundament. Wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen, kann hier eine Innenstadt entstehen, die attraktiv, lebendig und zukunftsfähig ist.“ Sie sicherte der Stadt ihre weitere fachliche Begleitung zu.
Ivonne Solbrig: Chancen der Städtebauförderung für Nordenham
Ivonne Solbrig von der Stadt Nordenham stellte bei der Informationsveranstaltung die zentralen Inhalte der Städtebauförderung vor und erläuterte, welche Chancen sich daraus für Eigentümerinnen, Eigentümer und den Handel ergeben. Sie betonte, dass die Stadt gemeinsam mit dem Sanierungsträger DSK seit Jahresbeginn intensiv an der Umsetzung arbeitet.
Solbrig erklärte, dass die Städtebauförderung darauf abzielt, städtebauliche Missstände zu beheben und die Innenstadt langfristig zu stärken. Grundlage sei der 2023 entwickelte Masterplan, der Herausforderungen wie Leerstände, Modernisierungsbedarf, Barrierefreiheit, Verkehrsinfrastruktur und Klimaanpassung klar benenne. Gleichzeitig verfüge Nordenham über starke Potenziale wie historische Bausubstanz und eine engagierte Stadtgesellschaft.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören ein professionelles Innenstadtmanagement, neue Veranstaltungsformate, die Weiterentwicklung des Einzelhandelskonzepts sowie bauliche Aufwertungen von Marktplatz, Bahnhofstraße und Fußgängerzone. Ein Beleuchtungskonzept soll die Innenstadt als zusammenhängenden Raum erlebbar machen.
Ein Schwerpunkt ihres Vortrags war die neue kommunale Modernisierungsrichtlinie. Sie ermöglicht privaten Eigentümerinnen und Eigentümern Zuschüsse für Fassaden, Dächer, Fenster, Barrierefreiheit, energetische Maßnahmen und öffentlich wirksame Außenanlagen. Die Fördersätze liegen zwischen 30 und 40 Prozent. Wichtig sei, dass Maßnahmen erst nach Vertragsabschluss begonnen werden dürfen.
Solbrig betonte abschließend: „Wir stehen am Anfang eines langfristigen Prozesses, der große Chancen für Nordenham bietet. Die Städtebauförderung schafft dafür hervorragende Rahmenbedingungen – jetzt gilt es, sie gemeinsam zu nutzen.“ (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Stadt erhält Aufnahmebescheid in die Städtebauförderung „Lebendige Zentren“ für ein Gesamtvolumen von 8 Millionen Euro – Sept. 2025