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29.06.2026, Lokalredaktion
Trotz extremer Temperaturen hat der Christopher Street Day in Nordenham am Sonnabend ein kraftvolles Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz und queere Sichtbarkeit gesetzt. Während zahlreiche andere CSDs im Norden aufgrund der Hitze absagen mussten, entschied das Organisationsteam in enger Abstimmung mit Einsatzkräften und Helfenden, die geplante Demonstration verantwortungsvoll abzusagen und stattdessen eine konzentrierte Kundgebung auf dem Marktplatz durchzuführen.

Hitzeschutz im Fokus – Kundgebung statt Demo
Bereits seit Mittwoch hatten die Organisator*innen verschiedene Szenarien geprüft, um die Veranstaltung sicher durchführen zu können. Am Samstagmorgen wurde schließlich klar: Selbst eine verkürzte Route wäre gesundheitlich nicht vertretbar. Stattdessen wurde der Marktplatz zu einem geschützten Begegnungsort umgestaltet – mit Schattenzelten, Wasserstationen, Erste‑Hilfe‑Team und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten im Schatten der umliegenden Gebäude.
Reden, Musik und starke Botschaften
Die Kundgebung wurde durch Bürgermeister Nils Siemen sowie die stellvertretende Landrätin Mareike Suhr-Krippner eröffnet, die in ihren Redebeiträgen die Bedeutung des CSD für die Region betonten.
Für das Bühnenprogramm sorgte Drag‑Queen Jolene Reddy aus Bremen, die mit Moderation und musikalischen Beiträgen für Atmosphäre und gute Laune sorgte. Ergänzt wurde das Programm durch weitere Acts, darunter Nordenhamer Musiker sowie Tokio, ein Künstler aus München.

Spontane Polonese und Rekord an Infoständen
Besonders gefeiert wurde eine spontane Polonese über den Marktplatz, die sich mitten aus dem Publikum entwickelte und die fröhliche Stimmung eindrucksvoll widerspiegelte. Mit 17 Infoständen – so viele wie nie zuvor – präsentierten sich Vereine, Initiativen und Beratungsstellen. Trotz einzelner hitzebedingter Absagen rückten kurzfristig andere Gruppen nach.
125 Teilnehmende trotz Hitze
Rund 125 Menschen nahmen an der Kundgebung teil – ein starkes Zeichen für Engagement und Solidarität. Das Team war zudem mit eigenem Infostand, Technikzelt und dem „Awereness“-Zelt vertreten.
Gemeinsamer Abschluss und Ausblick
Zum Abschluss entstand ein großes Gruppenfoto vor der Bühne, begleitet von der eigens von Leon Weiß, einem der Organisatoren, komponierten CSD‑Hymne. Ab 20 Uhr wurde noch in das El Dorado zur Aftershow‑Party eingeladen, bei der viele den Tag gemeinsam ausklingen ließen. (Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: privat – alle Akteure