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23.06.2025, Lokalredaktion
Es ist erschreckend, dass in Deutschland immer weniger Kinder und Erwachsene schwimmen können. Erst fielen die Schwimmkurse wegen Corona ins Wasser. Dann war es die Energiekrise, die vielerorts den Schwimmunterricht ausfallen ließ. Grund genug für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), den Deutschen Schwimm-Verband (DSV), die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und andere Organisation entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die diesjährigen Schwimmabzeichentage fanden bundesweit vom 14. bis zum 22. Juni 2025 statt.
Für Nordenham war es eine Premiere. Die DLRG Nordenham beteiligte sich in diesem Jahr erstmalig an der bundesweiten Schwimmabzeichen-Aktion. Denn auch hier kann die Mehrheit der Kinder am Ende der Grundschulzeit noch nicht sicher schwimmen. Vor diesem Hintergrund bestand sowohl am vergangenen Freitag- und Samstagnachmittag für alle Interessierten im Störtebekerbad die Möglichkeit, das Seepferdchen, das Abzeichen in Bronze, Silber oder Gold zu erwerben. Obgleich das kostenfreie Angebot im Vorfeld beworben worden war, gab es lediglich drei Anmeldungen. Grund genug für Stefanie Hampel, Vizechefin bei der DLRG, und Florian Pachal, spontan Schwimmbadbesucher auf die Aktionstage aufmerksam zu machen. Daraufhin beteiligten sich knapp 50 Personen im Alter von 5 – 50 an der Schwimmaktion. 15 von ihnen konnten sich schließlich über das Seepferdchenabzeichen freuen, je weitere 15 erfüllten die Anforderungen für Bronze und Silber. Das Deutsche Schwimmabzeichen Gold, bei dem unter anderem 32 Bahnen in 30 Minuten zu schwimmen sind, schaffte niemand. „Das ist auch wirklich eine Hausnummer“, meinte Stefanie Hamel, die gemeinsam mit Bodo und Andreas Pachal an den beiden Tagen am Beckenrand stand und die Prüfungen abnahm. Bei der hochsommerlichen Hitze und saunaähnlichen Temperaturen in der Schwimmhalle war dies eine wahre Herausforderung, die auch der stellvertretende Bürgermeister Uwe Thöle zu schätzen wusste. Er war am Freitag bei der Eröffnung der Aktionstage im Störtebekerbad vor Ort und sprach allen ehrenamtlichen Helfern des DLRG seinen Respekt und Dank aus.
Freiwillige gesucht
Mit knapp 630.000 Mitgliedern ist der gemeinnützige Verein weltweit die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation. Er ist organisatorisch gegliedert als gemeinnützige und selbstständige Wasserrettungs- und Nothilfeorganisation und arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich mit freiwilligen Helfern. Die Ortsgruppe Nordenham hat derzeit um die 100 Mitglieder. Etwa 80 Prozent hiervon sind jedoch Kinder und Jugendliche. Von daher sucht die DLRG Nordenham dringend Freiwillige, die in den Bereichen des Kinder- und Jugendschwimmens, aber auch bei Rettungseinsätzen tätig werden möchten. Die DLRG Ortsgruppe Nordenham ist eine Teileinheit des Wasserrettungszuges Wesermarsch. Willkommen sind übrigens auch Nichtschwimmer. Das Schwimmen kann im Verein erlernt werden. Im Hallenbad Nord findet samstags regelmäßig das Anfängerschwimmen statt. Mehr Informationen über die DLRG Nordenham finden Interessierte unter nordenham.dlrg.de (Foto und Text: Ulrike Krebs)
Titelfoto: Bodo und Andreas Pachal, Stefanie und Ingeburg Hampel sowie Florian Pachal (v. li.) organisierten in Nordenham die Aktionstag