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21.06.2026, Lokalredaktion
Neues Frauennetzwerk will Themen in der Wesermarsch stärker sichtbar machen
Aus der Kundgebung zum Frauenstreik am 9. März 2026 ist ein neues Bündnis hervorgegangen: Mit dem „Frauennetzwerk Wesermarsch“ wollen die Initiatorinnen frauenpolitische Themen in der Region künftig stärker in den Fokus rücken und Frauen besser vernetzen.
Rund 200 Menschen hatten sich auf dem Marktplatz in Nordenham versammelt, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und für mehr Gleichstellung zu setzen. Für die Organisatorinnen ist das ein klares Signal, dass es in der Wesermarsch Bedarf an Austausch, Sichtbarkeit und gemeinschaftlichem Engagement gibt.
Aus der Energie der Veranstaltung heraus hat sich nun das Frauennetzwerk Wesermarsch gegründet. Hinter dem Netzwerk steht künftig ein Team aus drei engagierten Frauen, die sich vernetzen wollen, um frauenpolitische Themen sichtbarer zu machen und neue Projekte in der Region anzustoßen.
„Die Energie des Tages hat gezeigt, wie groß der Bedarf an Austausch und Zusammenarbeit ist. Diesen Impuls wollen wir nutzen und weitertragen“, so Maren Dietrich.
Ein erster konkreter Schritt steht bereits fest: Das Frauennetzwerk Wesermarsch plant ein erstes offenes Treffen für Frauen sowie Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nichtbinäre, Trans* und Agender Personen (FLINTA) aus der gesamten Wesermarsch. Dieses wird am 15. Juli 2026 um 18:30 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Nordenham stattfinden. Im Mittelpunkt des Treffens sollen zunächst das Kennenlernen, der Austausch und erste gemeinsame Ideen stehen. Interessierte Frauen aus der gesamten Wesermarsch sind eingeladen, teilzunehmen.
Bereits zuvor wird das Frauennetzwerk Wesermarsch beim Christopher Street Day (CSD) am 27. Juni 2026 auf dem Marktplatz in Nordenham vertreten sein. Dort möchten die Initiatorinnen mit Interessierten ins Gespräch kommen, über die Ziele des Netzwerks informieren und ein Zeichen für Vielfalt, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen.
Auch aktuelle gesellschaftliche Debatten zeigen aus Sicht von Tanja Wenk, wie relevant frauenpolitische Themen weiterhin sind: “Der öffentliche Umgang mit Fällen wie dem um Collien Fernandes mache deutlich, dass Gewalt, Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch gegenüber Frauen noch immer verharmlost oder relativiert werden.”
Gleichzeitig wolle das Netzwerk den Blick bewusst auch auf regionale Themen richten. Dazu zählen unter anderem die medizinische Versorgung von Frauen, insbesondere im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie familienfreundliche Strukturen vor Ort. Auch die Diskussion um eine stillfreundliche Kommune zeige, dass es im Alltag vieler Frauen weiterhin an Sichtbarkeit und Unterstützung fehle.
Um die weitere Vernetzung zu erleichtern, baut das Frauennetzwerk Wesermarsch derzeit außerdem eine eigene Website auf. Bereits jetzt ist das Netzwerk per Mail unter kontakt@frauennetzwerk-wesermarsch.de erreichbar. Darüber hinaus ist das Frauennetzwerk Wesermarsch auf Instagram vertreten und betreibt einen eigenen WhatsApp-Kanal, über den regelmäßig über Termine, Veranstaltungen und aktuelle Entwicklungen informiert wird.
„Wir haben einen Impuls gesetzt. Jetzt geht es darum, dass daraus etwas Dauerhaftes entsteht“, betont Evelyn Schulze. Die neu entstandene Energie solle gezielt genutzt werden, um langfristig Veränderungen anzustoßen. (pm/lr – Foto: privat)
Titelfoto: Tanja Wenk, Maren Dietrich, Evelyn Schulze