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16.02.2026, Lokalredaktion
Die Feuerwehr Nordenham blickt auf ein intensives Berichtsjahr zurück, das von hoher Einsatzbereitschaft, umfangreicher Ausbildung und gesellschaftlichen Herausforderungen geprägt war. Trotz rückläufiger Einsatzzahlen bleibt die Gesamtbelastung der sieben Ortsfeuerwehren auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Neben Ortsbrandmeisterin Jaqueline Voskamp und Stadtbrandmeister Christian Stahl würdigte auch Kreisbrandmeister Ralf Hoyer das Engagement der Kameradinnen und Kameraden sowie die kontinuierlichen Investitionen der Stadt in moderne Ausrüstung und Infrastruktur.
In ihrem Jahresrückblick ging Jaqueline Voskamp auf die Mitgliederstruktur ein. Mit insgesamt 127 Mitgliedern in Einsatz-, Jugend-, Kinder- und Ehrenabteilung verzeichnet die Feuerwehr einen leichten Zuwachs. Besonders erfreulich ist die Entwicklung in der Einsatzabteilung, die nun 58 Aktive zählt. Die Jugendfeuerwehr umfasst 27, die Kinderfeuerwehr 33 Mitglieder, die Ehrenabteilung sieben Kameraden.
Trotz weniger Einsätze wurden im vergangenen Jahr 23.277,42 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet – rund 3.000 Stunden mehr als im Vorjahr. Allein die Einsatzabteilung kam auf 16.180 Stunden, hinzu kamen umfangreiche Ausbildungsdienste, Betreuerstunden sowie 18 Brandsicherheitswachen.
Mit 145 Einsätzen lag die Zahl deutlich unter dem Vorjahreswert (219). Die Einsätze gliederten sich in: 34 Brandeinsätze, darunter vier Großbrände, 71 technische Hilfeleistungen, u. a. 36 Türöffnungen, sieben Verkehrsunfälle, sechs Tragehilfen und 39Fehlalarme, überwiegend durch Brandmeldeanlagen. Auffällig ist der starke Rückgang privater Rauchmelderauslösungen. Gleichzeitig bleiben Türöffnungen ein landkreisweites Dauerthema – häufig verursacht durch unzuverlässige Hausnotrufanbieter. „Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden, denn es kann nicht sein, dass tatsächlich irgendwelche Anbieter von Hausnotrufen die ihrer Verpflichtung nicht nachkommen und die Feuerwehr dann einspringen soll“, betonte der Kreisbrandmeister.
Mehrere Einsätze führten im vergangenen Jahr auch immer wieder zu Konflikten und Übergriffen durch Bürgerinnen und Bürger. „Hier fordern wir eine konsequentere Strafverfolgung und eine schnelle, öffentliche Ahndung solcher Taten“, sagte der Kreisbrandmeister.
Die Freiwillige Feuerwehr Nordenham absolvierte 50 reguläre Ausbildungsdienste sowie zahlreiche Sonderdienste. Dazu gehörten unter anderem Verkehrsunfall-Simulationen mit eingeklemmten Personen, Atemschutz-Belastungsübungen, Einsatzübungen in Rathaus, Tiefgarage und Industrieobjekten, ein gemeinsamer Trainingstag mit der Polizei zu Selbstschutz und Angriffsszenarien und Objektbegehungen in Gewerbe- und Sonderbauten. An FTZ und Landesfeuerwehrschule wurden 70 Lehrgänge und Module besucht.
Die Stadt Nordenham hält die Ausstattung ihrer Feuerwehren auf einem hohen Niveau. Neue Fahrzeuge – darunter ein Kommandowagen und weitere Einsatzfahrzeuge – wurden in Dienst gestellt. Gleichzeitig steigen die Kosten für Beschaffungen erheblich: Selbst einfache Mannschaftstransportwagen erreichen inzwischen sechsstellige Beträge. Auch die Feuerwehrhäuser stehen vor Modernisierungen. Größere Fahrzeuge, Schwarz-Weiß-Trennung und Abgasabsaugungen machen Umbauten zwingend erforderlich.
Der Kreisbrandmeister informierte, dass mit der neuen Feuerwehrverordnung die Dienstuniform modernisiert und an Berufs- und Werkfeuerwehren angeglichen wurde. Eine Arbeitsgruppe im Landkreis sorgte für ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild aller Feuerwehren. Die Umstellung läuft – Verzögerungen gibt es lediglich bei der Lieferung der neuen Schulterklappen.
Grußworte sprachen die stellvertretende Bürgermeisterin und Vorsitzende des Feuerwehrausschusses Annegret Conrady, Sönja Brödje, Leiterin des Fachbereichs 32 und Pascal Meyer von der Öffentlichen.
Im Laufe des Abends wurden durch die Ortsbrandmeisterin Beförderungen vorgenommen: Natalie Kempel wurde zur Feuerwehrfrau befördert, Ben Grünewald, Marvin Bens und Lennon Wiechering zu Feuerwehrmännern. (Foto und Text: Kerstin Seeland)