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24.03.2026, Lokalredaktion
Bei einer Informationsveranstaltung, am Montag, in der Jahnhalle, zur zukünftigen Entwicklung der Innenstadt haben Bürgermeister Niels Siemen und der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, die Bedeutung eines gemeinsamen, breit getragenen Erneuerungsprozesses hervorgehoben. Beide machten deutlich, dass die Herausforderungen für Innenstädte groß sind – und dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, aktiv zu gestalten.
Bürgermeister Siemen betonte, dass Verwaltung und Politik zwar wichtige Rahmenbedingungen schaffen und Fördermittel einwerben können, der Erfolg jedoch maßgeblich davon abhängt, dass Eigentümerinnen und Eigentümer, Gewerbetreibende sowie die Bürgerinnen und Bürger den Weg mitgehen. Angesichts zunehmender Geschäftsschließungen und struktureller Veränderungen im Handel sei es notwendig, die Innenstadt gezielt aufzuwerten und neue Impulse zu setzen. Die vorgestellte Modernisierungsrichtlinie sei dabei ein zentraler Baustein innerhalb eines umfassenden Maßnahmenpakets, das unter anderem die Sanierung des Marktplatzes, Barrierefreiheit, aktives Leerstandsmanagement und weitere Projekte umfasst. Siemen dankte den beteiligten Planungsbüros, der Verwaltung, dem Rat sowie allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich bereits in Workshops und Prozessen engagiert haben.
Minister Tonne würdigte den Mut der Stadt, sich aktiv auf den Weg zu machen. Veränderungen seien oft emotional herausfordernd, weil viele Menschen an vertrauten Bildern und Erinnerungen festhalten. Dennoch sei es entscheidend, nicht in Passivität zu verfallen: „Wenn eine Stadt Veränderungen nicht gestaltet, wird es schlechter – nicht besser.“ Städtebauförderung sei deshalb ein zentrales Instrument, um Kommunen bei der Sicherung von Lebensqualität, wirtschaftlicher Stabilität und gesellschaftlichem Zusammenhalt zu unterstützen. Niedersachsen fördere jährlich rund 300 Maßnahmen mit insgesamt rund 120 Millionen Euro.
Tonne machte deutlich, dass die aktuellen Entwicklungen – vom Onlinehandel über den demografischen Wandel bis hin zu neuen Mobilitätsanforderungen – neue Antworten erfordern. Die Städtebauförderung könne helfen, Gebäude zu modernisieren, Leerstände zu reduzieren und Vermietung zu erleichtern. Entscheidend sei jedoch das Zusammenspiel aller Akteure: Kommune, Eigentümer, Handel, Initiativen und Bürgerschaft. Moderne Gestaltung, Grünflächen, barrierefreie Wege, digitale Sichtbarkeit und vielfältige Nutzungen über den Handel hinaus seien wichtige Bausteine, um Innenstädte wieder zu Orten zu machen, an denen Menschen gerne Zeit verbringen.
Beide Redner unterstrichen, dass der Prozess anspruchsvoll und langfristig sei, aber große Chancen biete. Das Land werde die Stadt weiterhin eng begleiten. Die Veranstaltung endete mit einem klaren Signal: Die Innenstadt soll gemeinsam, mutig und zukunftsorientiert weiterentwickelt werden. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Nils Siemen, MdL Karin Logemann (SPD) und Minister Grant Hendrik Tonne