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07.11.2025, Lokalredaktion
Wir kämpfen für unsere Hütte – Wir kämpfen für unsere Arbeitsplätze
Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,
vor vielen Wochen haben wir gemeinsam mit unserer Gewerkschaft begonnen, für euch und eure Arbeitsplätze, für die Zukunft der Nordenhamer Hütte zu kämpfen. Eine Welle der Solidarität in und außerhalb der Hütte hat uns bis heute bestärkt, nicht nachzulassen, sondern weiter Druck aufzubauen. Weil, eines haben wir hier gelernt: Ohne Druck erreichen wir nichts und Glencore ignoriert uns. Im Gegenteil, sie verstoßen munter gegen die Mitbestimmung.
Unsere Forderungen zusammen mit der IG Metall sind aktueller denn je:
- Aufforderung an den Glencore Konzern die Klimaschutzverträge einzuhalten – unsere Lebensversicherung.
- Stellenabbau stoppen und Mitbestimmung einhalten.
- Wir fordern eine Beschäftigungssicherung für mindestens 5 Jahre.
- Stopp der Überlastung der Beschäftigten – Abschluss einer Konzernbetriebsvereinbarung gegen Überlastung.
- Ein Führungsteam, das sich mit dem Standort identifiziert und langfristige Pläne hat. Wo ist das Zukunftskonzept – wo ist eine Strategie? Nichts zu sehen.
- Schnellstmögliche Neubesetzung der CFO-Position
- Wir fordern Taten statt schöner Worte.
Ihr seht, es fehlt unsere Forderung nach den Zahlen zur wirtschaftlichen Situation. Tatsächlich haben wir inzwischen Zahlen erhalten – aber nicht alle notwendigen. Unser Wirtschaftsberater hat sie ausgewertet und das Ergebnis ist schockierend.
Aber nicht, weil das Unternehmen rote Zahlen schreibt, also Verluste macht, sondern weil mit Blei und Zink auch in den letzten Jahren jede Menge Kohle gemacht wurde. Unser Berater hat ausgerechnet, dass in den letzten 3 Jahren (2022-2024) über 60 MILLIONEN EURO verdient wurden. Hinzu kommen die Gewinne aus dem laufenden Geschäftsjahr und weitere Erlöse in unbekannter Höhe aus dem
sogenannten Tollingmodell und intransparente Handelserlöse.
Schockierend und empörend ist, dass man uns seit Wochen an der Nase herumführt, Florian von Steinkeller droht sogar mit der Schließung der Hütte, wenn nicht genug gespart wird.
10 Millionen in diesem Jahr, 20 Millionen im nächsten Jahr usw. Es wurde der Eindruck erweckt, unserer Hütte in Nordenham steht das Wasser bis zum Hals, alle müssen den Gürtel enger schnallen und der Betriebsrat und die Gewerkschaft sollen endlich aufhören zu nerven und brav den harten Sparkurs der untragbaren CFO mitmachen und auch den „geordneten Personalabbau“ unterstützen.
Nichts davon werden wir machen. Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen und fordern Neueinstellungen von Kollegen, um endlich wieder alle Schichten besetzen zu können. Niemand soll sich über den Krankenstand wundern, der Folge einer zu hohen Belastung ist.
Sparkurs und Personalabbau sollen den Profit des Konzerns erhöhen
Nächsten Montag gehen wir, wie nach dem „Brückenbau“ (inzwischen stark einsturzgefährdet) zugesagt, in die zweite Verhandlungsrunde zum sogenannten „Freiwilligenprogramm“ mit Personalleiter Peter Lange. Wir sind sehr gespannt, wie er uns die Mogelpackung erklären will, wie es wirtschaftlich um unsere Hütte steht. Klar ist, dafür gibt es weder eine Erklärung noch eine Entschuldigung. Es wird immer behauptet, man wolle mit uns konstruktiv zusammenarbeiten. Alles leere Worte. Die Entfremdung schreitet stattdessen voran.
Wir sind dabei, gemeinsam mit unseren Beratern und unserer Gewerkschaft weitere Sachverhalte aufzudecken, über die wir euch in Kürze unterrichten. (pm/lr)
Klaus Garlichs Andre Bening