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04.09.2025, Lokalredaktion
Die zunehmenden Räumarbeiten vor der Pier in Nordenham führen bei Kronos zu steigenden Betriebskosten. Gleichzeitig gelangen immer mehr Sedimente in das Kühlwasser des Werks – ein Umstand, den Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung des Niedersächsischen Landtags bei ihrem Besuch in Nordenham zur Kenntnis nahmen. Die Einladung zu diesem Besuch erfolgte durch den CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler in Abstimmung mit Kronos-Werkleiter Carsten Büsing. Vorsitzender des Ausschusses ist Stefan Klein (SPD).
Der Seehafen Nordenham gilt als größter privat betriebener öffentlicher Seehafen Deutschlands. Anders als bei den 15 öffentlichen Häfen, die von Niedersachsen Ports verwaltet werden, tragen hier die Stadt und die Hafenbetreiber die Verantwortung für Investitionen weitgehend selbst. Die Instandhaltung der Pier ist mit hohen Kosten verbunden. Die geplante Vertiefung der Außenweser dürfte die Sedimentfracht vor dem Anleger Nord und der SWN-Pier zusätzlich erhöhen – mit der Folge, dass Kronos mit weiter steigenden Betriebs- und Entsorgungskosten rechnen muss.
Für Kronos hat die Hafenpier Nord zentrale Bedeutung: Sie ermöglicht die effiziente Anlieferung von über 300.000 Tonnen Rohstoffen jährlich und gewährleistet damit die kontinuierliche Versorgung mit Hauptrohstoffen. Die Nähe zu den großen deutschen Seehäfen stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts, während die Hafeninfrastruktur die Zusammenarbeit mit der lokalen Industrie fördert. Ein Ausbau des Hafens zur Entlastung des Schienen- und Straßennetzes wird begrüßt, ebenso wie eine Erweiterung der Kapazitäten, um die Wirtschaftlichkeit langfristig zu sichern.
Der Bau der Solaranlage neben dem Kronos-Werk verdeutlichte den Ausschussmitgliedern zudem, dass die betrieblichen Herausforderungen auch durch Bürokratie und Überregulierungen bedingt sind. Kronos realisiere die Photovoltaikanlage gemeinsam mit einem Partnerunternehmen, sagte Carsten Büsing. Zunächst fließt der erzeugte Strom in ein Umspannwerk, von dort aus wird er ins Werk geleitet. Auf dem Weg vom Umspannwerk über das Werksgelände fallen jedoch Netzentgelte an – und das für selbst erzeugten Strom. (pm/lr – Foto: Büro Thümler)
Auf dem Foto: Im blauen Sakko Kronos-Werkleiter Carsten Büsing sowie rechts neben ihm Björn Thümler (CDU) und Stefan Klein (SPD)