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18.08.2026, Lokalredaktion
Am Sonntag, 16. August 2026, fand auf dem Gelände des Mühlenmuseums Moorseer Mühle das traditionelle Mühlenfest statt. Von 10 bis 17 Uhr erlebten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm aus historischen Handwerksvorführungen, Mitmachaktionen und spannenden Experimenten rund um das Thema Feuer und Haushalt.

Die Umweltstation Iffens war mit einem Aktionsstand vertreten und zeigte eindrucksvoll, wie schnell es im Alltag zu einem Brand kommen kann. Mit Experimenten wie brennenden Streichholzschachteln, einer Mehlbrand‑Verpuffung, mehrfach getoastetem Toastbrot oder der Frage, ob Zitronensäure brennbare Gase entwickeln kann, konnten Gäste unmittelbar erleben, welche Gefahren im Haushalt lauern.

Für Kinder und Familien gab es vielfältige kreative Angebote: An einem Stand wurden Holzschilder geschliffen und bemalt, an einem weiteren Perlenarmbänder und -ketten gefertigt. Verschiedene Naturprodukte und kreative Dinge wurden angeboten, und der Mühlenbäcker sorgte mit frischem Brot und Mühlengebäck für kulinarische Abwechslung.

Auch traditionelles Handwerk wurde lebendig präsentiert: Beim Spinnen konnten Besucherinnen und Besucher verfolgen, wie aus dem Fell eines Schafs Wolle entstand. Ein Seilemacher führte das alte Handwerk vor und bot die gefertigten Seile zum Kauf an. Dabei zeigte er anschaulich, wie aufwendig die Herstellung ist: Für ein zehn Meter langes Seil mussten rund 15 Meter Naturfasern wie Hanf, Flachs, Sisal, Jute, Manila oder Baumwolle verarbeitet werden – beim Drehen verkürzte sich das Seil um etwa ein Drittel.

Wie mühsam früher das Wäschewaschen ohne Waschmaschine war, wurde ebenfalls demonstriert: Die Wäsche wurde mit Waschbrett gereinigt und anschließend gemangelt. Für Kinder gab es zusätzlich eine Schatzsuche im Stroh, die großen Zuspruch fand.

Das Dreschteam um Hans Willms, Hans‑Hermann Struß und Christoph Tanzzen hatte bereits in der Woche vor dem Fest Getreide geerntet, das am Sonntag vorgeführt wurde. Die historische Lokomobile wurde erneut in Betrieb genommen und trieb diesmal sogar den Dreschkasten an – ein seltenes Schauspiel, das nur wenige Minuten am Stück gezeigt wurde.
Bei ausreichend Wind wurde auch die Moorseer Mühle selbst in Gang gesetzt. Unabhängig vom Wetter war die Backstube des Museums geöffnet. Unterstützt wurde das Fest auch von den Kulturpartnern Bronzezeithaus, der mit einem eigenen Aktionsstand vertreten war. Für musikalische Begleitung sorgte die Gruppe Seewind, die mit beschwingten Klängen im Takt der Mühlenflügel für eine besondere Atmosphäre sorgte. (Text: Kerstin Seeland, Fotos: Ines Naumann)