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29.08.2025, Lokalredaktion
„Das hat sich wirklich gelohnt“, meinte eine Zuschauerin, nachdem sie das Stück der Niederdeutschen Bühne Nordenham „Krabat“ gesehen hat. Die Premiere des open-Air-Stücks, an der Moorseer Mühle, fand großen Anklang beim Publikum, das den Darsteller mit minutenlangem stehenden Applaus dankten. Krabat von Otfried Preußler wurde von Nina Achminow für die Bühne bearbeitet und in die Plattdeutsche Fass von Cornelia Ehlers gebracht.

Der Waisenjunge Krabat (Eric Stöver), der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und als Betteljunge durch die Gegend zieht, wird durch geheimnisvolle Träume zu einer Mühle in Schwarzkollm gelockt. Dort nimmt ihn der düstere Meister (Sören Drebing) als Lehrling auf.

Bald schon erkennt Krabat, dass die Mühle eine Schule der Schwarzen Magie ist – und dass der Meister, keine Müller ausbildet, sondern Zauberlehrlinge, von denen er jedes Jahr einen opfert, um selbst vom Gevatter Tod verschont zu bleiben.

Im Laufe der Zeit freundet sich Krabat mit den anderen Gesellen an. Hier besonders mit Tonda (Bastian Sieghold) und Juro (Tjark Klävemann), und verliebt sich in ein Mädchen aus dem Dorf, die Kantorka (Tjade Memmenga).

Mit ihrer Hilfe und durch die Kraft der Liebe gelingt es ihm schließlich, sich gegen den Meister zu stellen und dessen dunkle Macht zu brechen. In dem Stück, das sehr düster daherkommt, geht es um starke Emotionen und Themen. Es geht um Macht und Versuchung, um Freundschaft und Zusammenhalt, um Opfer und Freiheit und letztendlich um die Liebe als rettende Kraft.

Krabat macht in dieser Zeit als eine ordentliche Wandlung durch. Vom naiven Jungen entwickelt er sich nach und nach zu einem Widerstandskämpfer und entdeckt Liebe und Loyalität. In der Kantorka findet er die reine Liebe, obgleich die Beiden anfangs kaum ein Wort miteinander wechseln. Sie besteht die Probe des Meisters und erkennt Krabat selbst mit verbundenen Augen. Dadurch bricht sie den Bann und die Macht des Meisters.

Durch die Illumination der Bühne und auch der Mühle wird das Stück in besondere Atmosphäre gehüllt. Von der Bühne und auch der Galerie der Mühle ertönt die Musik der Band Urbandoned (Luca Riese und Bastian Sieghold) und sorgt für außergewöhnliche Momente.


Das Publikum wird Zeuge von einer besonderen Energie und Kraft, die von den Darstellern ausgeht. Mit viel Leidenschaft und Ausdruck spielen sie ihre Charaktere, agieren professionell miteinander und ziehen somit das Publikum in ihren Bann.

Hier hat Regisseur Frank Wittkowski ganze Arbeit geleistet und aus den jungen Darstellern das Bestmögliche herausgeholt. Ein toller Kontrast zu dem düsteren Stück bieten die leuchtend roten Perücken der Chordamen, die dem Stück noch einmal ihren eigenen Stempel aufdrückten.

Allerdings war bei der Premiere der Ton teilweise nicht sehr gut. Einige Dialoge waren, wenn sie vom Publikum abgewandt gesprochen wurden, nicht sehr gut zu verstehen.

Weitere Aufführungstermine sind: Sonntag, 31. August 2025, Donnerstag, 4. September 2025, Freitag, 5. September 2025, Sonnabend, 6. September 2025, Sonntag, 7. September 2025, Donnerstag, 11. September 2025, Freitag, 12. September 2025, Sonnabend, 13. September 2025 und Sonntag, 14. September 2025. Der Aufführungsbeginn ist jeweils 20 Uhr, Einlass ist ab 19.30 Uhr. Sollte das Wetter eine open-Air-Veranstaltung nicht zulassen, wird kurzfristig abgesagt.
Die Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro sind erhältlich: in den Geschäftsstellen der Nordenham Marketing & Tourismus, der Kreiszeitung Wesermarsch und allen Vorverkaufsstellen von Reservix sowie online unter www.reservix.de Restkarten gibt es auch bei der Abendkasse, ab 19.30 Uhr. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)