Sie können uns unterstützen

02.09.2025, Lokalredaktion
Heute erhielt Bürgermeister Nils Siemen aus den Händen von Nikolaus Jensen, Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung den Aufnahmebescheid in die Städtebauförderung. De Stadt Nordenham hatte Gesamtmaßnahmen in Höhe von acht Millionen Euro beantragt. Die Kosten werden je zu einem Drittel von Bund, Land und der Stadt Nordenham getragen. Für das Programmjahr 2025 erhält die Stadt Nordenham, aufgrund ihrer Einstufung als finanzschwache Kommune, zusätzlich eine Sonderförderung von den beantragten 600.000 Euro, in Höhe von von 90 %, wodurch der Eigenanteil der Stadt auf lediglich 60.000 Euro sinkt.

Die Grundlage für die Förderung bildet der bereits entwickelte Masterplan Innenstadt, der als integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) konzipiert wurde. Dieser entstand in enger Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft – durch Informationsveranstaltungen, Arbeitskreise und Bürgergespräche. Auch in der Umsetzungsphase bleibt die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zentral: Geplant sind Workshops und die Einbindung verschiedener Gruppen wie das Jugendparlament, der Senioren- und Behindertenbeirat sowie lokale Akteure aus Handel und Kultur.
Nordenham bringt bereits viele Stärken mit: Der zentrale Marktplatz mit Gastronomie und Veranstaltungen wie dem beliebten NOR-FLOH, das Stadtfest und der größte Wochenmarkt der Wesermarsch sorgen für hohe Besucherfrequenz. Die Innenstadt überzeugt mit Gründerzeithäusern, attraktiven Einzelhandelsangeboten – darunter preisgekrönte Buchhandlungen, Traditionskonditoreien und Nahversorger wie Penny – sowie einer guten Erreichbarkeit und kurzen Wegen.
Auch kulturell und bildungspolitisch setzt die Stadt neue Impulse: Die Volkshochschule zieht in das ehemalige Postgebäude mitten in der Innenstadt, und die Jahnhalle soll künftig besser angebunden werden. Ergänzt wird das durch eine moderne Rad-Infrastruktur und Angebote für Radtouristen entlang des Weserradwegs.
Dennoch besteht Handlungsbedarf – insbesondere am Marktplatz. Technische Mängel, fehlende Barrierefreiheit und eine wenig einladende Gestaltung sollen durch gezielte Maßnahmen behoben werden. Geplant sind unter anderem die Umstrukturierung der Platzflächen, die Schaffung von Aufenthaltsqualität durch Begrünung und die bessere Sichtbarkeit und Nutzung der darunterliegenden Tiefgarage.
Die Stadt Nordenham lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv an der Weiterentwicklung ihrer Innenstadt zu beteiligen – für eine lebendige, attraktive und zukunftsfähige Stadtmitte.
Im Rahmen der Städtebauförderung plant die Stadt Nordenham gezielte Maßnahmen zur städtebaulichen und gestalterischen Aufwertung ihrer Innenstadt. Ein zentrales Anliegen ist die Verbesserung der Barrierefreiheit sowie die Modernisierung stadtbildprägender Gebäude – darunter auch markante Bauten aus den 1970er Jahren, die bislang durch ihre Betonoptik dominierten. Ziel ist es, durch energetische Sanierungen, Fassadenerneuerungen und Dachbegrünungen nicht nur das Stadtbild zu verschönern, sondern auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt steht bereits im engen Austausch mit Eigentümerinnen und Eigentümern, die auf den Start des Förderprogramms warten und bereit sind, in ihre Immobilien zu investieren. Beispiele aus anderen Städten wie Winsen oder Bünde zeigen, wie durch gezielte Maßnahmen moderne, attraktive Stadtbilder entstehen können – ein Vorbild, dem Nordenham folgen möchte.
Ein Schlüsselprojekt ist die Einrichtung eines professionellen Innenstadtmanagements. Diese Stelle, ein Fachbüro, die noch in diesem Jahr ausgeschrieben wird, soll die Steuerung des Gesamtprozesses übernehmen, Bürgerbeteiligung koordinieren, Ausschreibungen begleiten und Eigentümer bei Investitionsentscheidungen beraten. Ziel ist es, auch private Investitionen in Leerstände und Bestandsimmobilien zu fördern und so eine nachhaltige Entwicklung der Innenstadt zu ermöglichen.
Mit einem Fördervolumen von rund 8 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren wird die Umsetzung schrittweise erfolgen. Erste Maßnahmen sind die Ausschreibung eines freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs für den Marktplatz sowie die Entwicklung einer Modernisierungsrichtlinie für private Förderungen.
Die Stadt kann bereits auf erfolgreiche Projekte zurückblicken: Sanierungen im Rahmen des „City Süd“-Programms, die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und die Aufwertung von Gebäuden in der Karlstraße und der Kattstraße zeigen, wie gezielte Investitionen das Stadtbild positiv verändern können.
Nordenham setzt auf Kontinuität: Der bestehende Masterplan Innenstadt wird fortgeschrieben, das bereits etablierte Netzwerk aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern erneut aktiviert. Weitere Projekte – darunter die bauliche Aufwertung der Jahnhalle als kulturelles Zentrum und der Ausbau der Radinfrastruktur – sind bereits in Planung. Mit diesen Maßnahmen verfolgt die Stadt das Ziel, Nordenham zu einem lebendigen, attraktiven und zukunftsfähigen Zentrum zu entwickeln – gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und Schritt für Schritt. Die Ausschreibungen und Planungen sollen im nächsten Jahr erfolgen, mit den ersten Baumaßnahmen wird dann ab 2027 gerechnet. (pm/lr)
Titelfoto: Bürgermeister Nils Siemen (5. v. re.) erhält den Förderbescheid von Nikolaus Jensen (4. v. re.) – mit weiteren am Projekt beteiligten Geschäftsleuten und Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung