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15.02.2026, Lokalredaktion
Die Unabhängige Fraktion (UF) im Stadtrat Nordenham begrüßt ausdrücklich die strategische Neuausrichtung im Bereich Stadtmarketing und Wirtschaftsentwicklung durch die geplante Gründung der Nordenham Zukunftswerk GmbH. Die Bündelung von Citymanagement, Standortmarketing und kulturellen Impulsen bietet aus Sicht der UF eine echte Chance für die Innenstadt, den Mittelstand und die langfristige Positionierung Nordenhams.
Positiv hervorzuheben ist, dass zu Beginn des Prozesses eine aktive Öffentlichkeitsbeteiligung sowie Workshops mit Akteuren aus Handel und Wirtschaft angedacht und teilweise initiiert wurden. Dieser Ansatz war richtig und notwendig.
Nach Wahrnehmung der UF hat die Intensität dieser Beteiligung jedoch im weiteren Verlauf deutlich nachgelassen. Parallel dazu haben sich Inhalte, Strukturen und planerische Ansätze im Laufe des Prozesses weiterentwickelt. Gerade in solchen Phasen ist eine kontinuierliche und transparente Information der lokalen Händlerschaft sowie der mittelständischen Betriebe zwingend erforderlich.
„Wenn sich Planungen verändern, muss sich auch die Kommunikation anpassen. Wer investiert, braucht Verlässlichkeit und nachvollziehbare Perspektiven“, meint Leonard Krippner.
Die UF beobachtet, dass die ausbleibende oder verzögerte Information über konzeptionelle Änderungen bei Teilen der lokalen Wirtschaft zu Unsicherheit führt. Diese Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auf Investitionsentscheidungen aus – sei es bei Modernisierungen, Erweiterungen oder Neuansiedlungen. Eine Stadt, die wirtschaftliche Dynamik fördern möchte, darf keine vermeidbaren Informationslücken entstehen lassen.
Diese Anforderungen gewinnen zusätzliche Bedeutung vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen im Nordenhamer Einzelhandel. Mit der Schließung des Elektrofachhandel Expert und des Hammer Fachmarkts im Gewerbegebiet Atens, der Aufgabe des Kik-Standorts in der Innenstadt sowie der angekündigten Schließung von Mode Büsing stehen mehrere etablierte Einzelhandelsbetriebe vor dem Rückzug oder haben diesen bereits vollzogen. Unabhängig von den jeweiligen individuellen Ursachen verdeutlichen diese Fälle die angespannte Lage des stationären Handels. Gerade in einer solchen Situation sind Verlässlichkeit, transparente Perspektiven und klare Informationen seitens der Stadt ein zentraler Standortfaktor. Fehlende oder verspätete Kommunikation verstärkt Unsicherheit und wirkt sich unmittelbar auf Investitions- und Standortentscheidungen des verbleibenden Mittelstands aus.
UF-Ratsherr Sezgin Tavan fragt sich, „warum die vorhandenen personellen Strukturen nicht konsequenter genutzt werden.“ Im Rathaus existiert der Luxus einer eigenen Wirtschaftsförderung, zudem wurde zu Beginn der Legislaturperiode eine zusätzliche hochdotierte Vollzeit-Stelle für Öffentlichkeitsarbeit geschaffen. „Damit stehen doch grundsätzlich die Kapazitäten zur Verfügung, um einen strukturierten und kontinuierlichen Informationsprozess sicherzustellen?“, so Sezgin Tavan.
„Die Gründung der Zukunftswerk GmbH ist ein bedeutendes Projekt für die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt. Gerade deshalb erwarten wir eine proaktive, transparente und verlässliche Kommunikation gegenüber Handel und Mittelstand“, so die UF abschließend.
Die Unabhängige Fraktion wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und darauf achten, dass Beteiligung und Transparenz nicht nur angekündigt, sondern dauerhaft gelebt werden. (pm/lr – Foto: Ivonne Solbrig/Stadt Nordenham)