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11.10.2026, Lokalredaktion
Lars Steenken gibt Einblicke in die Arbeit des Bauhofs und setzt klare Grenzen bei persönlichen Angriffen
Ob Straßenunterhaltung, Grünflächen- und Baumpflege, Spielplatzkontrollen, Stadtreinigung oder Winterdienst: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sind täglich im gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Dabei übernehmen sie zahlreiche Aufgaben, die von der Öffentlichkeit häufig erst wahrgenommen werden, wenn etwas nicht funktioniert.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht den Umfang: Rund 270 Hektar Grünflächen und etwa 270 Kilometer Straßen und Wege gehören zum Aufgabenbereich des Bauhofs. Hinzu kommen über 300 öffentliche Abfallbehälter, rund 500 Sitzbänke sowie 65 öffentliche Spielplätze mit fast 600 Spielgeräten, die regelmäßig kontrolliert und instand gehalten werden müssen.
Weniger bekannt ist, dass der Bauhof auch wichtige Aufgaben im Hochwasserschutz übernimmt. Bei entsprechenden Wasserständen müssen insgesamt 14 Deichtore geschlossen werden. Darüber hinaus steht das Team an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Rufbereitschaft, um beispielsweise bei Unfällen, Ölspuren oder anderen Gefahrenlagen kurzfristig eingreifen zu können.
Auch die Unterhaltung der Straßenbeleuchtung, die Pflege von Straßengräben, die Verkehrsbeschilderung, Fahrbahnmarkierungen und die Reinigung öffentlicher Flächen gehören zum Aufgabenspektrum. Hinzu kommen die Beseitigung illegaler Müllablagerungen und Einsätze nach Stürmen oder anderen Schadensereignissen.
Eine weitere Aufgabe ist die Unterstützung von Großveranstaltungen im Stadtgebiet. Ob Stadtfest, „Sommer an der Gate“ oder „Nordenham on Ice“: Der Bauhof übernimmt unter anderem Auf- und Abbauarbeiten sowie die technische Unterstützung. Diese Einsätze binden Personal und Arbeitszeit, die währenddessen für andere Aufgaben nicht zur Verfügung stehen.
Nicht alles kann gleichzeitig erledigt werden
Angesichts dieser vielfältigen Aufgaben müssen täglich Prioritäten gesetzt werden. Vorrang haben insbesondere Arbeiten, die der Verkehrssicherheit und Gefahrenabwehr dienen.
Wie stark der Winterdienst die personellen Kapazitäten beanspruchen kann, hat der vergangene Winter 2025/2026 gezeigt. Zahlreiche Einsätze bei Schnee und Glätte führten zu vielen Überstunden. Auch nachts und an Wochenenden waren Beschäftigte unterwegs, um Straßen und Wege möglichst sicher zu halten. Gleichzeitig mussten die regulären Aufgaben weiterhin bewältigt werden.
„Wir wissen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger gepflegte Grünanlagen, sichere Wege und saubere öffentliche Plätze wünschen. Das ist auch unser Anspruch. Aber wenn wir nach einem Sturm Gefahrenstellen sichern, im Winterdienst unterwegs sind oder bei Veranstaltungen mit anpacken, müssen andere Arbeiten mitunter zurückgestellt werden. Wir können nicht überall gleichzeitig sein“, erklärt Bauhofleiter Lars Steenken.
Kritik ja – persönliche Angriffe nein
Nicht jede Maßnahme des Bauhofs kann jedem gefallen. Manche Arbeiten müssen priorisiert werden, bestimmte Vorhaben sind nicht sofort möglich. Und selbstverständlich können auch Fehler passieren.
„Wir haben überhaupt kein Problem damit, wenn Bürgerinnen und Bürger mit unserer Arbeit nicht zufrieden sind. Im Gegenteil: Wir wollen wissen, wo etwas verbessert werden kann. Aber zwischen berechtigter Kritik und einer persönlichen Beleidigung besteht ein entscheidender Unterschied“, betont Steenken.
Schäden, Verschmutzungen oder andere Probleme können beispielsweise über das städtische Online-Portal „Sag’s uns einfach!“ gemeldet werden. Auch Verbesserungsvorschläge sind willkommen.
Neben positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung berichten Beschäftigte des Bauhofs allerdings auch wiederholt von Beschimpfungen und persönlichen Angriffen während ihrer Arbeit. Für Steenken ist hier eine klare Grenze erreicht.
„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind keine anonymen Funktionsträger. Hinter der Arbeitskleidung stehen Menschen mit Familien, Sorgen und eigenen Belastungen. Auch sie haben Anspruch darauf, respektvoll behandelt zu werden“, macht der Bauhofleiter deutlich.
Steenken wirbt deshalb für einen sachlichen Dialog und einen respektvollen Umgang miteinander.
„Wir können über Entscheidungen diskutieren und wir können Kritik aushalten. Was wir nicht verlieren dürfen, ist der gegenseitige Respekt. Uns alle verbindet schließlich dasselbe Ziel: eine lebenswerte Stadt Nordenham, in der man gerne lebt und arbeitet.“
Hinweise und Anregungen an die Stadt Nordenham:
Über das Online-Portal „Sag’s uns einfach!“ auf www.nordenham.de können Bürgerinnen und Bürger Schäden, Verschmutzungen und andere Anliegen unkompliziert an die Stadtverwaltung melden. (pm/lr – Foto: Stadt Nordenham)
Titelfoto: Bauhofleiter Lars Steenken zeigt symbolisch den schief hängenden Haussegen beim Bauhof, wenn Mitarbeitende während ihrer Arbeit persönlich beleidigt oder angegriffen werden.