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03.10.2026, Lokalredaktion
Mit großer Resonanz und einem bis wenige freie Plätze gefüllten Theater Fatale, im ehemaligen Güterschuppen, wurde in Nordenham die „Lange Nacht der Demokratie“ gefeiert. Janine Claaßen (Kreisvolkshochschule Wesermarsch), die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Nordenham, Karin Windheim und Maren Ozanna vom Landkreis Wesermarsch sowie Hanna Heldberg von der Koordinationsstelle Migration & Teilhabe des Landkreises Wesermarsch hatten zu einem besonderen Veranstaltungsformat eingeladen: einem politischen Poetry-Slam mit ausschließlich weiblichen Künstlerinnen.


Bereits zur Begrüßung zeigte sich Janine Claaßen von der Kreisvolkshochschule Wesermarsch begeistert über den großen Zuspruch. Die Veranstaltung sei bewusst niedrigschwellig geplant worden, ohne Eintritt und ohne Anmeldung. Umso größer sei die Freude gewesen, dass so viele Menschen den Weg ins Theater Fatale gefunden hätten. Ziel des Abends, der unter dem Motto „Jede Stimme zählt“ stand, sei es gewesen, Demokratiebildung, politische Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt auf kreative Weise erlebbar zu machen.


In ihren Grußworten betonten die drei weiteren Gastgeberinnen die Bedeutung von Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichem Engagement in bewegten Zeiten. Besonderer Dank galt dem Theater Fatale für die unkomplizierte Unterstützung sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern hinter den Kulissen.

Charmant und humorvoll führte die bekannte Poetry-Slammerin Annika Blanke durch den Abend. Sie erklärte dem Publikum die Regeln des Poetry-Slams und sorgte mit viel Witz und Spontaneität für eine lockere Atmosphäre. Viele Besucherinnen und Besucher erlebten dabei erstmals einen Poetry-Slam und wurden aktiv in die Bewertung der Beiträge einbezogen.
Die auftretenden Poetinnen Kaddi Cutz, die am Ende den Wettbewerb der Slammerinnen für sich entscheiden konnte, Janina Mau und Lena Sophie Darnedde (kurzfristig eingesprungen) präsentierten eindrucksvoll die Vielfalt moderner Slam-Poesie. Die ebenfalls angekündigte Sadaf Zahedi stand auf der Anfahrt lange im Stau und konnte somit nur ein kurzes Gastspiel geben und nicht am Wettbewerb teilnehmen. Gesellschaftskritische Texte, persönliche Erfahrungen, humorvolle Beobachtungen und nachdenkliche Reflexionen wechselten sich ab. Themen wie Demokratie, Frauenrechte, gesellschaftliche Teilhabe, Migration, Klimawandel, ländliche Lebenswelten und persönliche Selbstbestimmung standen dabei im Mittelpunkt.
Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte das Publikum die Beiträge der Slammerinnen, die auf sehr unterschiedliche Weise aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgriffen. Mal kritisch, mal berührend, mal pointiert und humorvoll gelang es ihnen, komplexe Themen literarisch auf die Bühne zu bringen und Denkanstöße zu geben.
Die Slammerinnen absolvierten zwei Runden mit jeweils einem Text zum Thema Demokratie und einem frei gewählten Text, den die Zuschauer von 1-10 bewerten konnten. In den Bewertungen lagen sie meist ziemlich nah beieinander. Für die Siegerin und die Moderatorin gab es am Ende eine Wesermarsch-Box und für alle Teilnehmenden das Frauenlexikon Wesermarsch.
Die Veranstaltung fand zugleich im Rahmen der bundesweiten Interkulturellen Woche statt, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einsetzt. Die Organisatorinnen zeigten sich am Ende des Abends hochzufrieden. Der außergewöhnlich große Zuspruch und die positive Resonanz des Publikums machten deutlich, dass kulturelle Formate wie Poetry-Slams einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und demokratische Werte lebendig werden zu lassen. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)