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08.08.2026, Lokalredaktion
Kronos Titan zeigt, wie industrielle Transformation am Standort Nordenham gelingen kann
Auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Karin Logemann besuchte der Niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne am gestrigen Donnerstag, 6. August 2026, das Werk von Kronos Titan in Nordenham. Gemeinsam mit Bürgermeister Nils Siemen informierte sich die Abgeordnete mit dem Minister über die aktuelle Situation des Unternehmens, die Herausforderungen der energieintensiven Industrie und die Zukunft des Standorts.
„Kronos ist ein hochinnovatives Unternehmen, das sich in einem schwierigen internationalen Umfeld behaupten muss. Zugleich übernimmt das Unternehmen Verantwortung für den Standort, seine Mitarbeitenden und die Umwelt“, erklärt Karin Logemann. „Besonders beeindruckend sind die vielfältigen Projekte, mit denen Kronos Titan seine Produktion nachhaltiger aufstellt und den Verbrauch von Energie und Ressourcen reduziert.“
Im Mittelpunkt des Besuchs standen unter anderem die geplante Photovoltaikanlage mit rund 38.200 Solarmodulen sowie verschiedene Maßnahmen zur Senkung des CO₂-Ausstoßes. Auch die Nutzung erneuerbarer Energien und die Perspektiven der energieintensiven Industrie wurden ausführlich erörtert.
Ein besonderes Augenmerk lag auf den Vorhaben zum nachhaltigen Umgang mit Wasser. Kronos arbeitet unter anderem mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) an einem bundesweit besonderen Projekt zur Wiederverwendung von Wasser. Dabei soll aufbereitetes Abwasser aus der städtischen Kläranlage künftig Trinkwasser in industriellen Prozessen ersetzen. Der Trinkwasserverbrauch könnte dadurch um bis zu 600.000 Kubikmeter pro Jahr reduziert werden.
„Gerade bei den großen Wassermengen, die für Reinigungs- und Produktionsprozesse benötigt werden, ist die Wiederaufbereitung ein wichtiger Schritt“, so Logemann. „Auch die AWI-Entsalzungsanlage kann dazu beitragen, die vorhandenen Wasserressourcen zu schonen und die Versorgung für industrielle Anwendungen nachhaltiger aufzustellen. Die Verbindung von Entsalzung, Wasseraufbereitung und Wiederverwendung zeigt, welches Potenzial in innovativen Lösungen für eine ressourcenschonende Industrie steckt.“
Kronos Titan ist seit 1969 am Standort Nordenham ansässig und beschäftigt dort rund 350 Mitarbeitende. Im Werk werden Titandioxidpigmente sowie als Nebenprodukt Eisensulfat hergestellt, das unter anderem zur Abwasserreinigung eingesetzt wird.
Auch Bürgermeister Nils Siemen wertete den Besuch als wichtiges Signal für den Industriestandort: „Kronos unternimmt große Anstrengungen, um CO₂ zu reduzieren, erneuerbare Energien einzusetzen und Wasserressourcen zu schonen. Gleichzeitig steht das Unternehmen im harten internationalen Wettbewerb. Deshalb braucht unsere Industrie wettbewerbsfähige Energiepreise, eine leistungsfähige Infrastruktur und verlässliche politische Rahmenbedingungen.“
Im Rahmen der Wasserstoffallianz H2 Marsch arbeitet Kronos zudem gemeinsam mit weiteren Partnern an Lösungen für die Dekarbonisierung der Industrie in der Region.
„Unsere Unternehmen sind bereit, in ihre Zukunft und in die Transformation ihrer Standorte zu investieren. Politik muss dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen“, betont Karin Logemann. „Dazu gehören bezahlbare und verlässliche Energie, eine gute Infrastruktur, Planungssicherheit sowie Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Technologien. Der Besuch von Minister Tonne war deshalb ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und des Dialogs mit der heimischen Industrie.“
Karin Logemann dankte der Unternehmensleitung für den offenen Austausch und die Einblicke in die aktuellen Projekte und Herausforderungen des Nordenhamer Werks. (pm/lr – Foto: Rebekka Bolzek)