Sie können uns unterstützen

07.05.2026, Lokalredaktion
Wie ist es, mit einem ferngesteuerten Bagger Kieselsteine, Sand und andere Materialien in von einem Ort zum anderen zu bringen? Welche Handschuhe und Arbeitsschuhe werden in welchem Beruf eingesetzt? Wie ist es für jemanden, der im Rollstuhl sitzt oder am Rollator läuft, um alltägliche Hindernisse herumzufahren oder vorsichtig drumherum zu laufen? All das konnten heute Grundschulkinder der Grundschulen Ovelgönne beim 3. Berufsorientierungstag für 3. und 4. Klasse in Erfahrung bringen. In Kleingruppen besuchten die Kinder die Firmen, die sich auf dem Parkplatz der Gemeinde Ovelgönne, in und vor der Turnhalle, in Oldenbrok präsentierten.

Die Mädchen und Jungen probierten sich als Garten- und Landschaftsbauer im Miniformat, ließen sich darüber informieren, wie wichtig die richtige Arbeitskleidung ist und wie sie die Mitarbeitenden schützen, machten Seh- und Hörtests und absolvierten einen Parcours mit Rollstuhl und Rollator in der Turnhalle.
Zudem bestand die Möglichkeit am „heißen Draht“ auszuprobieren, ein Vogelhaus zu bauen, Leckereien für Kleinkinder zu probieren und sich darüber informieren zu lassen, was alles aus Milchpulver hergestellt wird. Auch Wissenswertes zur Arbeit auf einem Bauernhof und der Milchproduktion wurde den Kindern vorgestellt. Selbstverständlich durfte ein großer Trecker vor Ort auch nicht fehlen.

Besonders heiß her ging bei der Freiwilligen Feuerwehr Ovelgönne, die ein Rauchhaus simulierten, Feuerwehrpuppe „Florian“ kennenlernten und eine persönliche Einweisung, wie ein Feuerlöscher funktioniert. Die Kinder durften dann auch alle ein kleines Feuer selbst löschen. Und wer wollte, der durfte auch einmal in einem der Feuerwehrfahrzeuge Platz nehmen.
Genauso spannend war es auch bei der Polizei, die mit einem ihrer Fahrzeuge vor Ort war. Die Kinder durften in das Fahrzeug einsteigen und erfuhren, was ein Polizist im Einsatz für Sicherheitskleidung trägt und was in einem Polizeiwagen alles mitgeführt wird. Zum Abschluss ging es dann auf den Sportplatz. Dort wurde mittels Laser die Geschwindigkeit der Kinder beim Rennen gemessen. Als höchsten Wert ermittelten die Polizisten einen Geschwindigkeit von 20 km/h.
Im Rathaus erhielten die Grundschulkinder, die in vier Gruppen die einzelnen Arbeitgeber besuchten, einen Einblick in das Thema Demokratie. Sie alle waren für kurze Zeit Ratsmitglieder im Gemeinderat. Bürgermeister Sascha Stolorz und Harm Ellinghusen, der allgemeine Vertreter der Bürgermeisters, gaben den „Ratsmitgliedern“ die Aufgabe über einen Spielplatz zu entscheiden. Entweder sollte dieser für 8.000 Euro repariert, für 24.000 Euro komplett instand gesetzt werden oder die Entscheidung noch weiter beraten werden. In ihren „Fraktionen“, die zuvor gebildet wurden, diskutierten die Kinder ihre Beschlüsse und entschieden sich mit zwei Gruppen für Variante reparieren und zwei Gruppen für die Variante instand setzen. Dabei lernten sich auch schnell, dass Demokratie auch bedeutet, in seiner eigenen Entscheidung auch einmal überstimmt zu werden und dies zu akzeptieren.
Für die Organisatoren war es ein erfolgreicher Tag und auch die Firmen zeigten sich begeistert, angesichts des Interesses der Kinder, die mit vielen Fragen die Mitarbeitenden an den Ständen beschäftigten.
Organisiert wurde die Initiative „Klischeefreie Berufsfindung“ von der Gemeinde Ovelgönne und dem Familien- und Kinderservicebüro. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)