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04.07.2026, Lokalredaktion
In nur eineinhalb Jahren hat Annika Wiesenberg aus einem verwilderten Garten in der Oberströmischen Seite 88, in Ovelgönne, ein beeindruckendes Beispiel moderner, ökologischer Gartengestaltung geschaffen. Mit reiner Muskelkraft, ohne Maschinen, ohne professionelle Unterstützung und getragen von Inspiration und naturkundlichem Interesse, verwandelte sie das Grundstück in eine artenreiche, tier- und insektenfreundliche Biozönose – ein lebendiges Ökosystem, das sich selbst reguliert und im Einklang mit seiner Umgebung steht.



Ein Garten als funktionierendes Ökosystem
Biozönosen – also Lebensgemeinschaften aus Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen – entstehen dort, wo Lebensräume bewusst naturnah gestaltet werden. Annika Wiesenberg hat genau das umgesetzt:
- Sie schuf Rückzugsorte für Insekten, darunter Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer.
- Sie förderte Kleintiere und Vögel, indem sie natürliche Strukturen wie Totholz, Hecken und Wildstauden zuließ.
- Sie verzichtete vollständig auf Herbizide, Pestizide oder synthetische Dünger und setzt stattdessen auf ökologische Selbstregulation – ein Prinzip, bei dem Nützlinge, Pflanzenvielfalt und natürliche Kreisläufe das Gleichgewicht erhalten.



Selbstversorgung und Wasserlandschaft
Neben der naturnahen Biozönose entstand ein klassischer Bauerngarten, der der Selbstversorgung dient. Kräuter, Gemüse und alte Nutzpflanzensorten wachsen dort in Mischkultur – ein nachhaltiges Konzept, das Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt fördert.



Besonders eindrucksvoll ist der von ihr selbst angelegte Bachlauf mit kleinem Teich, der als Wasserquelle, Lebensraum und Klimapuffer dient. Solche Strukturen erhöhen die Biodiversität erheblich, da sie Amphibien, Libellen und wasserliebenden Pflanzen einen Lebensraum bieten.



Der Natur-Stellplatz „Storchenblick“
Zum Grundstück gehört auch der Natur-Stellplatz „Storchenblick“, ein naturnaher Übernachtungsplatz für Menschen, die Ruhe und Ursprünglichkeit suchen. Der Stellplatz liegt im grünen Herzen der Wesermarsch – umgeben von Weidelandschaften, Feuchtgebieten und historischen Dörfern. Die Region bietet ideale Möglichkeiten für Naturerlebnisse: den Jadebusen und Dangast, die Städte Oldenburg und Bremen sowie die Weser mit Deutschlands längster Flussinsel Harriersand.
All diese Ziele sind nur eine gute halbe Stunde entfernt und machen den Stellplatz zu einem perfekten Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Auszeiten in der Natur.


Ein gelebter Traum vom Landleben
Annika Wiesenberg und ihr Ehemann Marc haben sich mit dem Haus und dem Garten ihren Traum erfüllt: ein Leben im Einklang mit der Natur. Diesen Ort möchten sie mit Menschen teilen, die Ruhe suchen, Entschleunigung wünschen, Natur erleben möchten oder Inspiration für eigene ökologische Projekte brauchen.


Ihr Grundstück zeigt eindrucksvoll, wie viel entstehen kann, wenn Leidenschaft, Wissen und Hingabe zusammenkommen – und wie wertvoll naturnahe Gärten für die ökologische Vielfalt der Wesermarsch sind. (Text: Kerstin Seeland, Fotos: Marc Wiesenberg)