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02.12.2025, Lokalredaktion
Es ist ein grauer Montagmorgen, als der Anruf kommt – die „Bingo!“-Show meldet sich. Erst herrscht noch Skepsis bei Karin Ramien, dann vorsichtige Freude. Wenige Tage später liegt die Einladung im Briefkasten: Hotel gebucht, Fahrtkosten übernommen, alles organisiert. Ein Abenteuer nimmt seinen Anfang. Mit ihren Kindern hat sie vereinbart, dass diese am Sonntag, dem Tag der Live-Show zum Hotel kommen und bei ihr sind.

Am Samstag dann die Anreise mit ihrem Lebensgefährten mit dem Zug nach Hannover und anschließend ins Hotel, das fußläufig nur wenige Minuten entfernt liegt. Am nächsten Morgen erscheinen ihre Kinder und sie nehmen dort noch einen Kaffee ein. Am Nebentisch vermutet sie, durch Gesprächsfetzen, die sie hört, dass dort ihr Gegenkandidat sitzt.
Die Kinder bringen sie mit dem Auto zum Aufnahmestudio. Dort, ein nüchterner Empfangsraum, rote Servietten, Kaffee und Brötchen – und doch liegt eine spürbare Spannung in der Luft. Karin Ramien lernt in diesem Raum dann auch ihren Gegenkandidaten kennen, den sie im gemeinsamen Hotel schon erahnt hat. „Er war sehr aufgeregt“, erinnert sie sich.
Im Studio herrscht geschäftiges Treiben. Maskenbildner, Kameraleute, Regieanweisungen – alles wirkt wie ein präzise geöltes Uhrwerk. Und doch bleibt Raum für Menschlichkeit: ein freundliches Wort, ein Lächeln, das die Nervosität mildert.
Als die Sendung beginnt, steigt die Aufregung. Drei Fragen entscheiden über Sieg oder Niederlage. Die erste Antwort von ihr war knapp daneben, die zweite bringt den ersehnten Punkt. Es geht Schlag auf Schlag, das Publikum klatscht, die Kameras kreisen. Am Ende steht ein Gewinn – kein Millionenjackpot, aber ein Preis, der Freude schenkt und Erinnerungen schafft.
„Man kann ja nichts verlieren“, sagt Karin Ramien später. Und genau das macht den Tag so besonders: die Reise, das gemeinsame Essen, die Begegnungen mit Menschen, die man sonst nie getroffen hätte. Ein Stück Fernsehgeschichte, das plötzlich ganz persönlich wird. Und dann geht es mit den Kindern gemeinsam wieder nach Hause. Normalerweise hätte sie an diesem Abend mit ihrer Kegelgruppe gefeiert, doch alle hielten die Daumen, dass sie den großen Gewinn mit nach Hause bringt. Beim „Süßen Glück“, bei dem eine Biene auf einer Wabe landet, hinter der sich ein Geldbetrag verbirgt – als höchste Summe die 87.000 Euro – war Karin Ramien dann geduldig und nicht so schnell, wie zuvor beim „Buzzern“. Beim Aufdecken der Wabe war es ein Gewinn von 6.000 Euro. Nun wollte die Kandidatin jedoch ein Risiko eingehen und nahm den Gewinn freudig so an. „Ich hätte ja auch auf 2.000 Euro zurückfallen können, das wollte ich auf keinen Fall.“
Die „Bingo!“-Show läuft seit 1997 und begeistert Woche für Woche mit spannenden Spielen, prominenten Gästen und einem treuen Publikum. Für die Karin Ramien bleibt die Teilnahme ein besonderes Highlight – verbunden mit dem Wunsch, den Gewinn aus der Show für die nächste Reise mit ihren Lebenspartner – vielleicht sogar für eine Flusskreuzfahrt – zu nutzen. (Foto: Büro Thurnau – Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: Jule Goelsdorf, Karin Ramien und Ilka Petersen