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02.11.2025, Lokalredaktion
Mit einem eindrucksvollen Vertrauensbeweis von 98 Prozent ist Björn Thümler beim CDU-Kreisparteitag am Donnerstag, 30. Oktober 2025, im Hotel „Zum König von Griechenland“ in Ovelgönne in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt worden. 51 Mitglieder votierten für ihn, es gab eine Gegenstimme. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Gabriele Wobbe-Sahm (Stadland), Jannes Böck (Elsfleth) und Thomas Hundhausen (Nordenham) gewählt. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre.
In seinem politischen Bericht nahm Thümler kein Blatt vor den Mund: Die zum 1. Januar 2026 geplante Reform des kommunalen Finanzausgleichs in Niedersachsen sei ein schwerer Schlag für strukturschwache Regionen wie die Wesermarsch. „Diese Novelle ist ein Angriff auf die kommunale Handlungsfähigkeit“, so Thümler. Trotz wachsender Haushaltsdefizite seien keine zusätzlichen Landesmittel vorgesehen. Besonders kritisch: „9,5 Prozent der Mittel für Sozialleistungen werden künftig nicht mehr weitergegeben, sondern vom Land einbehalten. Für die Wesermarsch bedeutet das ein Defizit von 23 Millionen Euro. Und die Wesermarsch-SPD wagt es nicht, gegen die Landesregierung vorzugehen.“
Ein zentrales Anliegen bleibt für Thümler der Erhalt des Glencore-Hüttenstandorts in Nordenham. Die dortige Zinkhütte ist die letzte ihrer Art in Deutschland. Von den drei noch produzierenden Bleihütten in Deutschland werde bald wohl auch nur noch Nordenham überbleiben. Diese Betriebe seien systemrelevant. Sie sichern nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch industrielle Souveränität. „Wir brauchen solche Produktionsstandorte in Deutschland, um uns abzusichern“, machte Thümler mit Blick auf die politische und wirtschaftliche Weltlage deutlich. Zwar gebe es konstruktive Gespräche mit der Landesregierung zur Zukunft des Standorts, doch der zugesagte Altlastenfonds in Höhe von zehn Millionen Euro sei nach wie vor nicht unterzeichnet. Auch zur Umstellung auf CO₂-freie Produktion seien weitere Gespräche notwendig.
Abschließend verwies Thümler auf die strategische Bedeutung der geplanten Anbindung der Wesermarsch an die nationale Wasserstoffinfrastruktur. Die Pipeline nach Nordenham sei bereits genehmigt. Das sei ein entscheidender Schritt, um die Region zukunftsfähig aufzustellen und energieintensive Industrien nachhaltig zu transformieren.
Im Zuge des Kreisparteitags fanden weitere Wahlen statt. Zum neuen Kassenwart wurde Andreas Vollert in Abwesenheit gewählt. Die elf Beisitzer sind Knut Brammer (Jade), Alexandra Gloystein (Berne), Ellen Köncke (Nordenham), Kurt Neubauer (Stadland), Carsten Osterloh (Ovelgönne), Volker Osterloh (Moorriem), Claus Plachetka (Brake), Christian Rowehl (Lemwerder), Leon Scherf (Berne), Birgit Semmler (Nordenham) und Torsten Thamm (Elsfleth). (pm/lr – Foto: Büro Thümler)
Titelfoto: Teilnehmer des CDU-Kreisparteitags in Ovelgönne mit dem Vorsitzenden Björn Thümler und Vorstandsmitgliedern