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17.09.2025, Lokalredaktion
Ilka Morr, Geschäftsführung Stiftung Lebensräume Ovelgönner Mühle, Landrat Stephan Siefken, Ovelgönnes Bürgermeister Sascha Stolorz, Michael Kurz, Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbau Wesermarsch und einige Bewohner der Stiftung Lebensräume ließen beim dem ersten Spatenstich ordentlich Sand durch die Luft fliegen.
Mit großer Freude und Dankbarkeit feierte die Stiftung Ovelgönner Mühle den offiziellen Baubeginn ihres inklusiven Seniorenwohnprojekts – dem bislang größten Bauvorhaben in der Region. Was vor 35 Jahren mit einer Gruppe junger Menschen mit und ohne Handicap begann, entwickelt sich nun weiter zu einem zukunftsweisenden Wohnkonzept für ältere Menschen in Ovelgönne.
„Die Idee entstand aus dem Wunsch, auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung führen zu können“, berichtete Ilka Morr aus, „Ursprünglich für die Bewohnerinnen und Bewohner der Ovelgönner Mühle gedacht, zeigte sich schnell: Auch viele Seniorinnen und Senioren aus dem Ort teilen diesen Wunsch.“ Ihre Häuser und Gärten sind oft zu groß geworden, doch der Bezug zum Burgdorf bleibt stark. So entstand das Konzept eines inklusiven, barrierefreien Wohnprojekts – offen für alle, die Teil einer lebendigen Gemeinschaft sein möchten.
Ilka Morr führte aus, dass das Projekt ist nicht nur architektonisch ambitioniert, sondern auch gesellschaftlich bedeutsam ist. Es wurde Teil eines bundesweiten Forschungsprojekts mit dem Titel „Beiträge des anthroposophischen Sozialwesens für ein inklusives Gemeinwesen (BASECAP)“. Die Stiftung Ovelgönner Mühle konnte mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit Handicap überzeugen und gewann mit der Wohnbau Wesermarsch GmbH einen starken Partner für die bauliche Umsetzung.
Die Zusammenarbeit wird von beiden Seiten als große Bereicherung empfunden – sie verbindet soziale Kompetenz mit professionellem Immobilienmanagement. Möglich wurde das Projekt durch eine Vielzahl von Fördermitteln und Spenden: Stiftung Wohnhilfe (Grundstückserwerb), Amt für regionale Landesentwicklung (497.000 € aus Landes- und Bundesmitteln), Landkreis Wesermarsch (Förderung aus der Kreisentwicklung), Eckhard Wälzholz Junius Familienstiftung, Software AG Stiftung und Stiftung Lauenstein. Abschließend dankte Ilka Morr den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Region, die mit Spenden, Schreiben und tatkräftiger Hilfe über Jahre hinweg zum Gelingen beigetragen haben.
„Die Stiftung Ovelgönner Mühle startet ihr größtes Bauvorhaben: Ein inklusives, barrierefreies Wohnprojekt für ältere Menschen – offen für alle, die in Gemeinschaft leben möchten“, sagte Landrat Stephan Siefken. In Ovelgönne entsteht ein Modellprojekt mit bundesweiter Strahlkraft – als Teil eines Forschungsprojekts zur inklusiven Gesellschaft.
„Ilka und ihre Stiftung haben mit Energie, Herzblut und Vision den Dorfladen in Burgdorf eröffnet, den König übernommen – und damit der Gemeinschaft etwas Wertvolles zurückgegeben“, so Bürgermeister Sascha Stolorz, „Das neue Wohnprojekt im Burgdorf ist mehr als ein Bauvorhaben: Es ist ein Symbol für Inklusion, Zusammenhalt und gelebte Verantwortung. Die Gemeinde unterstützt das Projekt ideell und erkennt an, wie viele Menschen und Institutionen – vom Landrat bis zum Eigentümer Peter Krahl – mit Begeisterung dahinterstehen. Die Gemeinde sagt: Danke für dieses starke Zeichen von Mitgestaltung und Miteinander.“
Die Braker Wohnungsbaugesellschaft begleitet das inklusive Wohnprojekt mit voller Überzeugung und fachlicher Expertise. Seit über zwei Jahren arbeiten die Teams intensiv an der Planung des Gebäudekomplexes, der neben dem inklusiven Baukörper auch 23 seniorengerechte Wohnungen umfasst. Trotz mehrfacher Planungsanpassungen – bedingt durch Baupreissteigerungen und wirtschaftliche Herausforderungen – konnte das Projekt nun in eine finanzierbare und umsetzbare Phase überführt werden. „Der heutige Spatenstich markiert einen wichtigen Meilenstein“, unterstreicht Michael Kurz, Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbau Wesermarsch
Mit diesem Bauvorhaben setzen die Wohnungsbaugesellschaft, der Landkreis Wesermarsch und die Gemeinde Ovelgönne ein deutliches Zeichen: Inklusion ist kein Lippenbekenntnis, sondern beginnt im Denken und wird hier konkret gelebt. Die Einweihung ist für Frühjahr/Sommer 2027 geplant – ein Ziel, dem alle Beteiligten mit Zuversicht und Stolz entgegensehen. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto: v. links: Landrat Stephan Siefken, Michael Kurz, Bürgermeister Sascha Stolorz und Bewohner der Stiftung Lebensräume, Ilka Morr (4. von rechts)