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09.07.2026, Lokalredaktion
Die Wesermarsch entwickelt sich zunehmend zu einem Hotspot der Energiewende. Davon konnten sich jetzt Mitglieder der niedersächsischen CDU‑Landtagsfraktion selbst überzeugen, als sie die Tennet‑Baustelle in Großenmeer besuchten. Der Übertragungsnetzbetreiber investiert dort rund zwei Milliarden Euro in zentrale Infrastrukturprojekte. Diese Investitionssumme nennt Tennet auf der offiziellen Projektseite für die Baustelle und die zugehörigen Infrastrukturmaßnahmen. Organisiert wurde der Besuch vom CDU‑Landtagsabgeordneten Björn Thümler (Berne). Vor Ort wurden Christoph Eilers (Cloppenburg), Christian Calderone (Osnabrück), Katharina Jensen (Friesland), Jens Nacke (Ammerland), Ulf Thiele (Leer) und Björn Thümler (Wesermarsch) von der Tennet‑Projektsprecherin Svenja Merz empfangen.

In der Gemeinde Ovelgönne entsteht eines der ersten deutschen Multiterminal‑Hubs: der NordWestHub. Über dieses neue Stromdrehkreuz wird Tennet künftig bis zu vier Gigawatt Strom aus Offshore‑Windparks in das regionale Netz einspeisen und weiter in die verbrauchsstarken Regionen im Süden transportieren. Gleichzeitig ermöglicht der Hub, auch den Onshore‑Windstrom aus der Wesermarsch und dem Umland zu bündeln und effizient in die überregionalen Verbrauchszentren weiterzuleiten. Damit wird die Region sowohl für die Erzeugung als auch für den Transport erneuerbarer Energie zu einem entscheidenden Knotenpunkt der Energiewende.
„Der NordWestHub ist eines der wichtigsten Energieprojekte in Norddeutschland“, betonte Björn Thümler. „Wir reden hier über einen Standortfaktor für die nächsten Jahrzehnte. Die Wesermarsch leistet einen zentralen Beitrag zur Energiewende und wird zugleich wirtschaftlich gestärkt.“
Seit Ende Januar baut Tennet eine Behelfsstraße an der Grantchaussee. Damit haben die ersten Bauarbeiten am NordWestHub begonnen. Die Straße, zu der auch eine Brücke mit einer Traglast von 140 Tonnen über das Käseburger Sieltief gehört, soll bis September 2026 fertiggestellt werden. Sie erschließt die künftigen Bauflächen und sichert den Transport von Material und Maschinen während der gesamten Bauphase. Die Behelfsstraße wird vom Dienstleister Strabag auf einem bis zu einem Meter hohen Damm errichtet, bestehend aus mehreren Sand‑ und Schotterschichten sowie abschließenden Asphaltschichten.
Wie Standortkoordinator Thomas Hirte erläuterte, wird TenneT zudem das Schöpfwerk aus dem Jahr 1933 durch einen Neubau ersetzen. Mit dem Bau der Konverter soll 2027 begonnen werden. Der Baubeginn für Umspannwerk und Gleichstromschaltanlage ist für 2028 vorgesehen. Ab 2031 ist die Inbetriebnahme geplant.
Der NordWestHub und seine Anlagen sind im Netzentwicklungsplan 2037/2045 bestätigt und seit 2021 im Bundesbedarfsplan (BBPIG) verankert. Die Genehmigung erfolgt nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG), um Umwelt‑ und Gesundheitsverträglichkeit sicherzustellen.
Tennet rechnet mit einem Flächenbedarf von rund 48 Hektar, wobei nicht die gesamte Fläche bebaut wird. Teile des Areals sollen durch Baum‑ und Heckenzonen begrünt werden. Zudem plant Tennet am NordWestHub einen Regionalstandort mit dauerhaften Arbeitsplätzen für bis zu 120 Personen. Die rund vier Hektar große Fläche umfasst Bürogebäude, Werkstätten und Lagerhallen. (pm/lr – Foto: Büro Thümler)
Titelfoto: Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion besuchten die Baustelle in Großenmeer