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21.10.2025, Lokalredaktion
Nachdem im Mai dieses Jahres erstmalig das „Inklusive Seniorenwohnprojekt“ in Ovelgönne der Öffentlichkeit vorstellt wurde und Mitte September 2025 der erste Spatenstich erfolgte, war das Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger geweckt, sich intensiver mit der geplanten Wohnform auseinander zu setzen. Einige von ihnen zeigten sich derart begeistert, dass sie sich schon auf eine Interessenten-Liste eintragen ließen. Die Nachfrage übersteigt bereits jetzt das Angebot, was die Attraktivität und Relevanz des Konzepts unterstreicht. Nach welchen Kriterien dann letztendlich entschieden wird, steht noch nicht ganz fest. Eines ist jedoch klar: Einen Pluspunkt hat ein Interessent, der aus Ovelgönne kommt.

Im Mittelpunkt steht die Idee, Menschen nicht nur Wohnraum zu bieten, sondern sie aktiv in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einzubinden. Das betonten Ilka Morr, Geschäftsführerin der Stiftung Lebensräume Ovelgönner Mühle und auch Regine Neuke, Geschäftsführerin der Wohnungsbau Wesermarsch, bei der Informationsveranstaltung am Montag, im Hotel „König von Griechenland“.

Doch worum geht es denn genau? Inmitten des Burgdorfes Ovelgönne, hinter dem Gelände des Busunternehmens Krahl sind bereits die Tiefbauarbeiten für das Wohnprojekt in vollem Gange. Richtfest soll im Dezember 2026 gefeiert werden und wenn alle Bauarbeiten im Zeitplan bleiben, dann sollen im Juni 2027 die ersten Bewohner ihre Wohnungen beziehen können.

Die Idee entstand aus dem Wunsch, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Ovelgönner Mühle auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung führen können. Doch nicht nur für die Menschen mit Handicap ist dies eine attraktive Wohnform, sondern auf für Seniorinnen und Senioren, denen das eigene Haus mit Garten zu groß geworden ist. Das Konzept eines inklusiven, barrierefreien Wohnprojekts, das daraufhin entstand, ist offen für alle, die Teil einer lebendigen Gemeinschaft sein möchten. Vier der geplanten Wohnungen sind dann später mit einem B-Schein zu mieten.
Mit dem neuen Wohnprojekt entsteht in der Region ein zukunftsweisendes Modell für gemeinschaftliches Leben, soziale Teilhabe und nachhaltige Infrastruktur. Insgesamt werden 23 Wohneinheiten geschaffen, die Platz für rund 45 bis 50 Personen bieten – darunter auch kleinere Apartments für Einzelpersonen. Hier belaufen sich die Kosten dann auf 5.90 Euro Miete und zusätzlich 2.20 Euro an Nebenkosten pro Quadratmeter. Bei den anderen Wohnungen müssen 12 Euro und 2.20 Euro pro Quadratmeter veranschlagt werden. Auch Gemeinschaftsräume werden vorhanden sein, die von Vereinen und Organisationen als auch Privatpersonen – nach Absprache – genutzt werden können.
Das großzügige Grundstück wurde gezielt erworben, um langfristig eine lebendige Nachbarschaft zu ermöglichen, die sowohl soziale als auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Vielfalt der Wohnformen: Neben klassischen Wohnungen sind auch innovative Konzepte wie Regenwassergärten und gemeinschaftlich genutzte Flächen vorgesehen. Mit diesem Projekt wird ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der lokalen Infrastruktur geleistet – sozial, ökologisch und zukunftsorientiert. (Text: Kerstin Seeland – Graphiken: Wohnungsbau Wesermasrsch)