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20.07.2026, Lokalredaktion
In der St.-Matthäus-Kirche wurde am Sonntag die Ausstellung „Katrin Schöß zeichnet Münstermann“ eröffnet. Die Malerin Katrin Schöß schuf ihre Werke live während der Veranstaltung – begleitet von Veronika Skuplik an der Violine und Jörg Jacobi am Cembalo und an der Orgel. So entstand ein eindrucksvolles Zusammenspiel von Kunst und Musik, das die Besucherinnen und Besucher in seinen Bann zog.

Kunst trifft Musik – eine Hommage an Münstermann
Pfarrer Ralph Hennings führte in die Ausstellung ein und verband die Werke der Künstlerin mit den historischen Kunstschätzen der Kirche. „Diese Kirche hat so viele Kunstwerke von Münstermann, und heute Nachmittag werden sie mit aktueller Malerei und Musik aus seiner Zeit verbunden,“ erklärte Hennings.


Schöß ließ sich von den Figuren des Bildhauers Ludwig Münstermann inspirieren, dessen expressive Darstellungen in der Wesermarsch bis heute beeindrucken. Während die Musik aus dem 17. Jahrhundert erklang, übertrug sie die plastischen Formen Münstermanns in zweidimensionale Zeichnungen, die live vor den Augen des Publikums entstanden.


Ein Dialog zwischen den Künsten
Ralph Hennings betonte die gemeinsame Grundlage von Musik, Architektur und Malerei: „Die Vorstellung einer Harmonie gilt sowohl für die Musik, die Proportionen der Architektur, als auch für die Malerei und die Bildhauerei.“
So verschränkten sich während der Veranstaltung Klang und Linie, Bewegung und Form zu einem Gesamtkunstwerk. Die Musik von Angelo Notari, einem Zeitgenossen Münstermanns, bildete den akustischen Rahmen für die zeichnerische Interpretation der Künstlerin.

Lebensalter und Bewegung – Münstermanns Figuren neu gesehen
In seiner kunsthistorischen Einführung erläuterte Ralph Hennings die Symbolik der Münstermann-Figuren, etwa die Darstellung der Lebensalter Jugend, Erwachsensein und Alter im Detmers-Epitaph. „Die allegorischen Figuren der Jugend und des Alters gehören in einen Zyklus der Lebensalter,“ erklärte er und verwies auf die antiken Vorbilder von Pythagoras und Aristoteles.

Diese Gedanken griff Katrin Schöß in ihren Zeichnungen auf – sie interpretierte die Bewegung, Verdrehung und Ausdruckskraft der Figuren in einer modernen, lebendigen Bildsprache.
Ein Gesamterlebnis aus Klang, Raum und Linie
Die Besucherinnen und Besucher erlebten einen Nachmittag, der die Grenzen zwischen den Künsten aufhob. Während die Musik den Raum erfüllte, entstanden vor ihren Augen neue Werke, die Münstermanns barocke Formen in die Gegenwart überführten.
Die Ausstellung „Katrin Schöß zeichnet Münstermann“ bleibt in der St.-Matthäus-Kirche Rodenkirchen noch einige Zeit zu sehen und lädt dazu ein, die Verbindung von historischer Kunst und zeitgenössischer Interpretation selbst zu entdecken. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)