Sie können uns unterstützen

22.07.2026, Lokalredaktion
Mit dem symbolischen Setzen des ersten Rammpfahls, 13 Meter tief, hat die Feuerwehr Schwei am Dienstag einen bedeutenden Schritt in Richtung Zukunft vollzogen. Ortsbrandmeister Kim Klinkenberg und Bürgermeister Harald Stindt begrüßten zahlreiche Gäste, darunter Mitglieder der Einsatzabteilung, der Jugend- und Kinderfeuerwehr sowie Vertreterinnen und Vertreter des Rates, die den Start der umfangreichen Baumaßnahme gemeinsam feierten.


Ein historischer Moment für die Feuerwehr Schwei
„Ich freue mich, dass an diesem Nachmittag so viele Kameradinnen und Kameraden gekommen sind“, betonte Ortsbrandmeister Kim Klinkenberg zu Beginn. Die Feuerwehr Schwei ist das letzte Feuerwehrhaus in der Gemeinde, das nun umfassend saniert, umgebaut oder neu errichtet wird. Bereits 2018 wurden erste Anträge gestellt, doch der Brand der örtlichen Grundschule verzögerte die Planungen erheblich.
Jetzt ist der Fortschritt jedoch sichtbar. Die ersten Pfähle werden gesetzt, Pläne liegen aus, und die Feuerwehr lädt Gäste ein, sich ein Bild vom künftigen Gebäude zu machen. Kim Klinkenberg hob die große Eigenleistung der Kameradinnen und Kameraden hervor – von Improvisationen im laufenden Betrieb bis hin zu handfesten Arbeiten bei Wind und Wetter. „Wir haben lange gekämpft und viel eigene Zwischenschritte reingesteckt. Heute sieht man, dass wir eine große, starke Gruppe sind.“



Bürgermeister Harald Stindt: „Ein Zeichen der Zukunft“
Bürgermeister Harald Stindt würdigte die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde. Die Investition von über zwei Millionen Euro sei für eine kleine Landgemeinde „keine Kleinigkeit“, aber dringend notwendig. Die Planungen reichen bis ins Jahr 2015 zurück, und nun werde – anders als bei früheren Projekten – im laufenden Betrieb gebaut.
Das erfordere besondere Flexibilität und Geduld seitens der Feuerwehr, die während der gesamten Bauphase einsatzbereit bleiben muss. Stindt lobte die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Ehrenamt und Rat: „Erfolg ist am Ende nicht nur Glück. Vier Feuerwehren in fünf Jahren – da kann man sich in der Wesermarsch umgucken, wo das möglich ist.“
Besonders hob er das Zusammenspiel von Bauamt und dem von dem Ortsbrandmeister zusammengestellten Feuerwehr-Bauteam hervor, das die Firmen eng begleitet und die Maßnahme vor Ort unterstützt.
Tradition, Fortschritt und Kameradschaft
Die Veranstaltung wurde durch einen humorvollen Brauch ergänzt: Das Versenken der Feuerwehrmütze des Ortsbrandmeisters im Fundament – als Glücksbringer für die Bauphase. Bereits vor 35 Jahren wurde schon einmal eine Feuerwehrmütze eines Ortsbrandmeisters unter der Fahrzeughalle eingebracht. Es war die von Klaus Klinkenberg, Vater des jetzigen Ortsbrandmeisters. Er war von 1978 bis 2000 Ortsbrandmeister in Schwei. Auch die dritte Generation der Feuerwehrfamilie, Tochter Hanna, Mitglied der Jugendfeuerwehr, wohnte mit Vater und Opa dem Schauspiel bei. Im Anschluss an den offiziellen Teil lud die Feuerwehr zu Bratwurst und Getränken ein und bot Führungen durch die bestehenden Gebäude an.
Rückblick: 90 Jahre Feuerwehrgeschichte
Begleitend zur Veranstaltung wurde ein Auszug aus der Chronik von Klaus Hülsmann vorgestellt, der die Entwicklung der Feuerwehrhäuser in Schwei eindrucksvoll nachzeichnet – vom einfachen Schuppen der 1930er Jahre über den Schlauchturm von 1952 bis hin zu mehreren Neubauten und Erweiterungen in den folgenden Jahrzehnten. „Jede Generation baut so gut, wie sie es braucht. Und die nächste macht es eben wieder ein bisschen anders. Häuser kann man ersetzen. Kameradschaft und gemeinsame Erlebnisse nicht. “
Wenn der Zeitplan hält, könnte der neue Aufenthaltsraum bereits zur nächsten Jahreshauptversammlung genutzt werden. Die Feuerwehr Schwei blickt optimistisch nach vorn – getragen von starkem Zusammenhalt, ehrenamtlichem Engagement und der Unterstützung der Gemeinde. (Text: Kerstin Seeland, Fotos: Kerstin Seeland)