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16.03.2026, Lokalredaktion
Mit einem Konzert und 420 Konzertbesuchern – so viel wie nie zuvor – hat das Blasorchester der Turn- und Musikvereinigung, unter der Leitung von Peter Abbenseth, sein 50‑jähriges Bestehen, am Sonntag, in der Markthalle Rodenkirchen, gefeiert. Bei dem 42. Frühjahrskonzert, seit der Gründung im Januar 1976, waren 54 Musikerinnen und Musiker standen auf der Bühne und präsentierten ein abwechslungsreiches Programm, das die gesamte Bandbreite moderner Blasmusik widerspiegelte – von Songs aus Musicals, Dixie, Swing, klassische Blasmusikwerke bis hin zu eindrucksvollen Filmmusiken und zeitgenössischen Arrangements.

Das Jubiläumskonzert markierte einen besonderen Höhepunkt in der Geschichte des Orchesters, das sich in fünf Jahrzehnten zu einem festen kulturellen Bestandteil der Region entwickelt hat. Die große Publikumsresonanz unterstrich eindrucksvoll, welchen Stellenwert das Ensemble heute einnimmt.


Zum Programm gehörten unter anderem „Hoch Heidecksburg“ von Rudolf Herzer, „Salutas Amigos“ von Hans Kolditz, mehrere Stücke aus dem Musical „My fair Lady“, „Gruß an Kiel“ von Friedrich Spohr und die unglaubliche Titelmelodie des Italo-Westerns „Spiel mir das Lied vom Tod“, von Ennio Morricone, beim dem Andrea Abbenseth den Mundharmonika-Part selbst spielte. Bei „In Dixie Mood“ standen zudem die Solisten Doris Schulz (Klarinette), Claudia Bovermann (Trompete), Axel Pieper (Posaune), Ralf Hesse (Tuba) und Lutz Müller (Schlagwerk) vor dem Publikum.

Besondere Höhepunkte, neben den musikalischen Highlights, waren die Auftritte von Wilke Eichler, der „The Exodus Song“, ein Elvis Presley-Medley und „As time goes by“ von Frank Sinatra intonierte und das Publikum begeisterte.

Bürgermeister Harald Stindt begrüßte die Gäste und besonders die Musikerinnen und Musiker des Orchesters. Er betonte, wie stolz die Gemeinde Stadland auf dieses Orchester sein kann, das seit 50 Jahren besteht und Musik auf hohem Niveau bietet – für viele ein Stück Heimat. Das Orchester sei ein wichtiger Botschafter der Gemeinde und stehe für Kontinuität und Qualität, was sich auch in nur vier Vorsitzenden über fünf Jahrzehnte zeige. Ebenso hob er die generationsübergreifende musikalische Leitung hervor, die vom Vater, Lübbe Abbenseth, auf den Sohn Peter Abbenseth übergegangen ist.

Er würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen Orchester und Gemeinde, etwa bei Veranstaltungen wie dem Rodenkarker Mart oder dem Jubiläum „50 Jahre Stadland“. Auch die Einbindung von Jugend und Nachwuchs sowie geplante Kooperationen mit der Grundschule Rodenkirchen wurden positiv hervorgehoben. Abschließend dankte er allen Verantwortlichen und wünschte sich, dass diese erfolgreiche Arbeit noch lange weitergeführt wird.

Landrat Stephan gratulierte dem Blasorchester zum 50‑jährigen Jubiläum und würdigt die Entwicklung von einst 12 zu heute 54 Musikerinnen und Musikern. Er unterstrich, wie wichtig das Orchester für das kulturelle Leben der Region sei und wie viele Feste, Konzerte und Veranstaltungen ohne Blasmusik nur halb so schön wären. Er wünschte dem Orchester weiterhin Freude am Musizieren, viele begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer und mindestens weitere 50 Jahre voller Musik.

Zu den Gästen gehörten auch Pastorin Birgit Faß und der Werner Königs, Pastor a.D. Dieser erinnerte an seinen Abschiedsgottesdienst im Jahr 2012, bei dem das Orchester mit dem Song „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen, den Pastor sprachlos machten, da dies das nicht angekündigte Lieblingslied von Werner Könitz in diesem Jahr war.

Auch Birgit Faß dankte dem Blasorchester für die langjährige musikalische Arbeit und die besondere Bereicherung der Gottesdienste, insbesondere beim Erntedankfest. Bereits beim ersten gemeinsamen Gottesdienst war sie tief beeindruckt und sogar sprachlos war, weil das Orchester mit seinem Zusammenspiel und Klang so überwältigend wirkte. „Das Miteinander verschiedener Stimmen ist so wertvoll und liefert ein Bild, was auch außerhalb der Musik gelingen könnte: Achtsamkeit, Zusammenspiel und gemeinschaftliche Stärke.“
Gegründet vor 50 Jahren, hat sich das Ensemble kontinuierlich weiterentwickelt – musikalisch wie organisatorisch. Die heutige Besetzung vereint erfahrene Musikerinnen und Musiker mit engagiertem Nachwuchs und zeigt damit, wie erfolgreich generationsübergreifende Vereinsarbeit funktionieren kann. Erstmalig spielten Eske Helmers und Henri Abbenseth mit im Orchester.

Das breite Repertoire und die professionelle Darbietung machten das Jubiläumskonzert zu einem eindrucksvollen Beweis für die lebendige und vielseitige Blasmusikkultur in der Region. Mit diesem Konzert hat das Orchester nicht nur auf eine bewegte Vergangenheit zurückgeblickt, sondern zugleich ein starkes Zeichen für die Zukunft gesetzt. Die Begeisterung des Publikums und die musikalische Qualität des Abends lassen erahnen, dass die Erfolgsgeschichte des Orchesters auch in den kommenden Jahrzehnten fortgeschrieben wird.
Moderiert wurde das Konzert zum letzten Mal von Kai Bölle, der nach der Pause an seine Nachfolgerin Jördis Weerd übergab. Besonders viel Spaß hatten vor allem die jungen Zuschauer, als bei „99 Luftballons“ von Nena, goldene und rosafarbene Luftballons von der Decke der Markthalle fielen und diese dann durch das Publikum „wanderten“. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)