Sie können uns unterstützen

08.04.2026, Lokalredaktion
Die Gemeinde Stadland trägt weiterhin den Titel Fairtrade‑Gemeinde. Für weitere zwei Jahre wurde bestätigt, dass Stadland die fünf Kriterien der internationalen Fairtrade‑Towns‑Kampagne erfüllt. Die Auszeichnung, die Stadland erstmals 2018 erhielt, würdigt das kontinuierliche Engagement der Kommune für fairen Handel, nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung.
Bürgermeister Harald Stindt zeigt sich erfreut über die erneute Zertifizierung. „Die Bestätigung ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass fairer Handel in Stadland nicht nur ein Projekt, sondern ein fest verankerter Bestandteil kommunaler Verantwortung ist“, unterstrich er. Vertreterinnen und Vertreter aus Weltladen, Handel, Vereinen, Kirche, Landvolk, Grundschule und Verwaltung arbeiteten seit Jahren eng zusammen, um das gemeinsame Ziel voranzubringen. „Ich bin stolz darauf, dass Stadland weiterhin Teil des Netzwerks der Fairtrade‑Towns ist. Wir setzen uns mit viel Elan dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu stärken“, betonte der Bürgermeister.
Der Impuls für die Fairtrade‑Ausrichtung ging bereits 2015 von der Grundschule Rodenkirchen aus, die damals als Fairtrade‑Schule ausgezeichnet wurde. Die Weltladengruppe der Kirchengemeinde engagierte sich ebenfalls seit vielen Jahren. 2017 fasste der Gemeinderat schließlich den Beschluss, Stadland offiziell als Fairtrade‑Gemeinde zertifizieren zu lassen.
Um die Auszeichnung zu erhalten, müssen Kommunen fünf Kriterien erfüllen. Unter anderem wird seit dieser Zeit fair gehandelter Kaffee im Rathaus ausgeschenkt. Die Arbeit einer aktiven Steuerungsgruppe, Angebote fairer Waren im lokalen Handel und in der Gastronomie sowie regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit gehören ebenfalls dazu. All dies ist in Stadland gelebte Praxis. Besonders beliebt ist das jährliche faire und regionale Frühstück auf dem Wochenmarkt in Rodenkirchen, bei dem alle Lebensmittel von Marktbeschickern und örtlichen Geschäften gespendet werden und das für Besucherinnen und Besucher kostenlos ist. Darüber hinaus beteiligt sich die Gemeinde jedes Jahr an der bundesweiten Fairen Woche im September.
Stadland ist zudem Mitglied der Fairtrade‑Region Unterweser, einem Netzwerk aus Kommunen, Initiativen und Unternehmen, die sich gemeinsam für fairen Handel einsetzen. Die regionale Zusammenarbeit ermöglicht Austausch, gemeinsame Aktionen, Bildungsprojekte und Kampagnen – und stärkt das lokale Engagement zusätzlich.
Elke Kuik‑Janssen, Leiterin der Steuerungsgruppe, blickt auf die Entwicklung mit Stolz zurück. Sie erinnert daran, wie die Initiative einst begann: mit einem Schulprojekt, einem fairen Kiosk und dem Wunsch, globales Lernen in den Alltag zu integrieren. Heute sei Fairtrade in Stadland breit verankert – von Kirche und Vereinen über Handel und Landwirtschaft bis hin zu Schulen und Ehrenamt. „Viele globale soziale und ökologische Herausforderungen hängen eng mit unserem Konsumverhalten zusammen. Fairer Handel schafft bessere Arbeitsbedingungen, schützt die Umwelt und ermöglicht Menschen in den Herkunftsländern ein sicheres Einkommen“, erklärt Kuik‑Janssen. Gerade in Zeiten von Klimawandel, Lieferkettenproblemen und steigenden Preisen sei es wichtig, an fairen Strukturen festzuhalten.
Für die Zukunft wünscht sich die Steuerungsgruppe, weitere Akteure zu gewinnen – darunter auch zusätzliche Schulen – und das Engagement weiter auszubauen. Trotz globaler Herausforderungen sei die Unterstützung in der Bevölkerung groß. „Stadland hat ein positives Image, und der Titel Fairtrade‑Gemeinde ist ein echtes Markenzeichen“, so Kuik‑Janssen.
Unter dem Motto „Global denken, lokal handeln“ leistet Stadland einen aktiven Beitrag zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Als eine von über 820 Fairtrade‑Towns in Deutschland zeigt die Gemeinde, wie globale Verantwortung auf lokaler Ebene gelebt werden kann. (Foto und Text: Kerstin Seeland)