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13.11.2025, Lokalredaktion
Am Sonnabend präsentierte Volker Kaminski seinen Zukunftsroman „RUA 17“ in der alten Mühle, Gabriele Menzel begleitete mit passenden Musikstücken auf dem Piano, von Klassik bis Pop. Die Zuhörer wurden in das Jahr 2084 versetzt, in dem eine Staats-KI, genannt das SYSTEM, alle menschlichen Belange regelt. Die Gesellschaft ist zweigeteilt. Die alten Menschen jenseits des Berufslebens werden in der RUA, einem Altstadtviertel, untergebracht, die Reichen und Jüngeren leben in der gepflegten Westrandsiedlung. In beiden Bezirken sind die Menschen von humanoiden Robotern, den sogenannten Assistenten, umgeben, die Aufgaben im Haushalt erledigen, Auskünfte geben, in der RUA (Region unter Assistenz) aber auch für Pflege und Betreuung der Alten zuständig sind. Dort schleicht sich immer mehr der Verdacht ein, dass die Roboter auch das Bewusstsein der Bewohner manipulieren. Sie verlieren ihre Erinnerungen und werden in virtuelle Welten versetzt. Doch dagegen regt sich Widerstand in einer der Alten-WGs. Sie kämpfen um ihre Selbstbestimmung und fordern das SYSTEM heraus.
Der Roman wirft Fragen auf, die im Anschluss an Lesung und Musik vom Publikum engagiert diskutiert werden. Welche Probleme kommen durch die Überalterung unserer Gesellschaft auf uns zu? Welche Rolle werden KI-gesteuerte Roboter beim vorauszusehenden Pflegenotstand spielen? Wie weit greift Manipulation um sich? Wird der Mensch noch selbstbestimmt sein? Wie kann man sich gegen Fake News, KI-generierte Videos wehren? Haben wir noch die Kontrolle über unsere Zukunft?
Der Berliner Autor Volker Kaminski entwirft in „RUA 17“ eine Dystopie, die aber Raum für Hoffnung lässt. Volker Kaminski hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht, ebenso wie Kurzgeschichten, Rezensionen und Glossen. An der Alice Salomon Hochschule in Berlin unterrichtet er Romanschreiben. Gaby Menzel ist in der Region musikalisch sehr vielfältig unterwegs, in der Kirche, in Kitas, in Hospizen und ihrer eigenen Musikschule „Haus der Musik“. Gerade die gemeinsame Präsentation, der Wechsel zwischen Romanszenen und Klavierstücken hat zum schönen Gelingen des Abends beigetragen und die Zuhörer mitgenommen in eine Zukunft, die wir – hoffentlich – noch mitgestalten können. (Foto und Text: Martina Kirchhof)