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24.04.2026, Lokalredaktion
Die Gemeinde und die beiden Grundschulen in Rodenkirchen und Schwei arbeiten bei der Einführung des Ganztags eng zusammen. In einem Pressgespräch informierten Bürgermeister Harald Stindt und der kommissarischen Schulleiterin Petra Blohm, dass die Genehmigung für den Ganztagsbetrieb am Donnerstag, 24. April 2026 eingegangen ist und die operative Planung nun offiziell starten kann.
Bauliche Maßnahmen und Sicherheit
Für die anstehenden Bauarbeiten an der Grundschule Rodenkirchen wurden bereits Container aufgestellt und die Baustellenbereiche abgesperrt. Der Schutz der Schülerinnen und Schüler vor unbefugtem Zutritt ist gewährleistet. Weitere Sicherheitsbegehungen sind erfolgt oder in Vorbereitung. Der Gemeinderat hat zusätzliche Sanierungsmaßnahmen, darunter die Umkleiden der Turnhalle, freigegeben. Während der Bauphase, in den Sommerferien, sind Einschränkungen eingeplant.
Start des Ganztags und pädagogische Zielsetzung
Mit der Genehmigung für beide Grundschulen beginnt nun die konkrete Vorbereitung des Ganztagsbetriebs. Trotz des engen Zeitplans soll ein qualitativ hochwertiges pädagogisches Angebot entstehen. „Wichtig ist uns, dass die Kinder nicht ‚aufbewahrt‘ werden, sondern dass eine gute, pädagogisch Arbeit geleistet wird“, unterstrich Petra Blohm. Alle Beteiligten rechnen mit einer Anlaufphase, in der Abläufe nachjustiert werden müssen. Eine fortlaufende Evaluation ist vorgesehen.
Anfang Mai wird eine Fachmitarbeiterin des Regionalen Landesamts für Schule und Bildung (RLSB) erwartet, um offene Fragen zur Umsetzung zu klären.
Personalgewinnung und Vertretungsregelungen
Für Krankheitsvertretungen im Bereich der Ganztagsbetreuung werden derzeit Lösungen erarbeitet. Mehrere pädagogische Mitarbeiterinnen haben die Bereitschaft signalisiert, ihre Stunden zu erhöhen; hierzu sind noch Abstimmungen mit der Landesschulbehörde erforderlich. Die Personalgewinnung für Küche und Essensausgabe gestaltet sich herausfordernd, da zwei Bewerbungen kurzfristig zurückgezogen wurden. Eine erneute Ausschreibung ist geplant. Auch die Hausmeisterstunden sollen ausgeweitet und neu ausgeschrieben werden. Das Schulsekretariat hat Bereitschaft zu Mehrstunden signalisiert, die Finanzierung ist gesichert.
Kooperationen mit Vereinen und externen Partnern
Für die Nachmittagsangebote liegen zahlreiche Interessensbekundungen vor. Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat mündlich Unterstützung zugesagt, Kooperationsverträge stehen jedoch noch aus. Weitere Gespräche laufen mit dem ATR, dem Blasorchester der TMV sowie dem Vorleseclub der Gemeindebücherei. Zeitfenster und organisatorische Details müssen noch abgestimmt werden. Bei Bedarf soll eine zentrale Vereinsrunde im Rathaus einberufen werden.
Ferner sind weitere Vereine und Organstationen aufgerufen, sich bei der Schulleitung zu melden, wenn Interesse daran besteht, sich mit Angeboten an der Ganztagsbetreuung zu beteiligen.
„Die Abstimmungen zur Mensanutzung mit dem Landkreis sind weitgehend abgeschlossen. Für die Grundschule Rodenkirchen sind zwei Essensschichten vorgesehen, eine dritte Schicht für die Oberschule ist möglich“, berichtete Bürgermeister Harald Stindt. Sportangebote sollen in der Grundschulturnhalle sowie ergänzend in der Großsporthalle und auf dem Sportplatz stattfinden. Die technische Grundausstattung ist vorhanden; zusätzlicher Bedarf durch den Ganztag wird noch geprüft.
Anmeldungen und Teilnahmezahlen
Verbindliche Anmeldungen für den Ganztag sollen vor den Sommerferien eingeholt werden. Frühere Prognosen dienen lediglich als Orientierung. Bei einer ersten Abfrage bei den Eltern, wurden 108 von derzeit 182 Kindern für die Ganztagsbetreuung genannt. Eine verbindliche Abfrage bei den Eltern soll vor den Sommerferien erfolgen.
Die Gemeinde befindet sich in Gesprächen mit einem externen Anbieter für die Ferienbetreuung. Sollte eine Kooperation zustande kommen, könnten Hortstunden teilweise in den Ganztag überführt werden. Zwei Mitarbeitende des Horts haben Interesse signalisiert, künftig in Rodenkirchen tätig zu sein.
Für die Finanzierung des Ganztags liegt eine Modellrechnung vor: Vorgesehen sind 1 Euro pro teilnehmendem Kind und Tag für zunächst 17 Wochen. Der Finanzausschuss wird sich mit dem Vorschlag befassen. Mittel für 2026 sind anteilig eingeplant, weitere Gelder sollen im nächsten Haushalt berücksichtigt werden. Für die Grundschule Seefeld ist ein angepasster Schlüssel vorgesehen. (Foto und Text: Kerstin Seeland)