Sie können uns unterstützen

20.02.2026, Lokalredaktion
In der Kita Lüttje Lüü stand der Februar ganz im Zeichen der kleinen großen Persönlichkeiten, die dort jeden Tag die Gruppenräume mit Leben füllen. Elf Vorschulkinder machten sich gemeinsam auf eine besondere Reise: eine Reise zu mehr Mut, Selbstvertrauen und innerer Stärke.
Im Rahmen des Projekts „Stark auch ohne Muckis“ lernten sie in vier spielerischen Trainingseinheiten, wie wertvoll ihre eigenen Gefühle, Gedanken und Fähigkeiten sind. Mit viel Bewegung, Rollenspielen und kindgerechten Übungen zeigte Selbstbehauptungs- und Resilienztrainerin Vivian Holz, wie Kinder auch in schwierigen Momenten ruhig bleiben, Lösungen finden und sich Hilfe holen können. Begleitet wurde sie dabei von Kita-Leiterin Miriam Mogwitz und ihrer Stellvertreterin Jasmin Varenkamp.
Schon zu Beginn wurde deutlich, was die Kinder wirklich brauchen: gesehen werden, verstanden werden, ein entspanntes Miteinander. „Alle Kinder hatten das gleiche Bedürfnis – sie möchten wahrgenommen werden“, erzählt Jasmin Varenkamp. Ein zentrales Element des Trainings war die „mutige Haltung“: fester Stand, gerade Schultern, klarer Blick. Eine kleine Veränderung, die Großes bewirkt. „Es ist beeindruckend, wie sehr sich die Körperhaltung auf das Selbstgefühl auswirkt“, ergänzt Miriam Mogwitz. „Wenn Kinder aufrecht stehen, verändert das ihre ganze Ausstrahlung.“
Ein besonders berührender Moment entstand beim Mut-Parcours, der in einer Schatztruhe endete. Die Kinder sollten den wichtigsten Menschen in ihrem Leben benennen – viele nannten Mama oder Papa. Doch am Ende blickten sie in einen Spiegel und erkannten: Der wichtigste Mensch bin ich selbst. Ein Augenblick, der viele Kinder sichtbar stolz machte.
Auch die Theaterfigur „Stressika“, die immer wieder Streit suchte, forderte die Kinder heraus. Mit der „Ruhe des Löwen“ und ihrer mutigen Haltung lernten sie, gelassen zu bleiben und klare Grenzen zu setzen. „Die Kinder erfahren: Ich kann ruhig bleiben, ich kann weggehen und ich darf mir Hilfe holen“, so Mogwitz.
Wie Worte wirken, wurde in einer Übung mit einem Papierherz spürbar. Mit jedem verletzenden Wort wurde es zerknittert – und obwohl es sich wieder glätten ließ, blieben Falten zurück. Eine eindrückliche Erfahrung, die die Kinder noch lange begleiten wird.
Auch die Eltern wurden einbezogen: Ein begleitender Elternabend gab praktische Impulse für den Familienalltag. Denn Resilienz, so betont Mogwitz, „endet nicht an der Kita-Tür“.
Ermöglicht wurde das Projekt durch den Förderverein „Eichhörnchen“, der die Kosten übernahm. Die Rückmeldungen könnten positiver kaum sein. „Die Kinder gingen mit strahlenden Augen, neuem Mut und vielen stärkenden Sätzen aus dem Workshop“, fasst Mogwitz zusammen. „Sie wissen jetzt: Stark sein heißt nicht laut sein, sondern ruhig bleiben und Hilfe annehmen können.“
Auch Jasmin Varenkamp zieht ein warmes Fazit: „Wir erleben die Kinder bewusster, klarer und in vielen Situationen mutiger. Genau das ist unser Ziel – starke Kinder, die wissen: Ich bin wichtig, so wie ich bin. (Foto und Text: Kerstin Seeland)