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24.06.2026, Lokalredaktion
Die Jahreshauptversammlung des Kulturzentrums Seefelder Mühle am Montagabend stand ganz im Zeichen des Wandels, der Wertschätzung und der Zukunftssicherung. Geschäftsführerin Linda Grüneisen blickte auf ein intensives Jahr zurück, das von personellen Veränderungen, wirtschaftlichen Herausforderungen und großem ehrenamtlichen Engagement geprägt war.
Abschiede und Neuanfänge im Team
Mit Cornelia Iber-Rebentisch (ab sofort) und Anke Eymers (ab Oktober) verabschieden sich zwei prägende Kräfte des Vereins in den Ruhestand. Beide haben über Jahre hinweg zentrale Aufgaben getragen und den Verein maßgeblich geprägt. „Ihr Weggang reißt ein Loch, das wir nur gemeinsam füllen können“, betonte Grüneisen.
Für die Büroarbeit konnte bereits eine Nachfolgerin gewonnen werden: Mel Scheffler, 41, Optikerin aus Wuppertal, zieht im Herbst mit „Katze und halbem Mann“ nach Eckwarden und übernimmt ab Oktober die Stelle von Iris Eymers. Scheffler beschreibt sich als kulturbegeistert und freut sich auf den beruflichen Neuanfang in der Region.
Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Inga Lüdke zur neuen 1. Vorsitzenden, Regina Hartmann erneut zur 2. Vorsitzenden, Eckhard Dierig zum neuen Kassenwart und Frauke Oltmanns zur neuen 2. Kassenführerin gewählt.
Ehrenamt als tragende Säule
Der Verein stellte mehrere neue Ehrenamtliche vor, die in den vergangenen Monaten hinzugekommen sind – darunter Unterstützerinnen für das Müllerhaus, die Gartengruppe, die Handarbeitsgruppe, die Mühlenflüsterer, das mobile Kino sowie Helfer für Märkte und Reparaturarbeiten.
Regina Hartmann, zweite Vorsitzende, appellierte eindringlich an die Mitglieder, die Vorstandsarbeit künftig auf fünf Personen zu erweitern: „Die Aufgaben dürfen nicht auf wenigen Schultern lasten. Wir brauchen mehr Menschen, die Verantwortung übernehmen.“
Café und Mühlenlädchen: Herzstücke mit Herausforderungen
Das Café blickt auf ein anspruchsvolles Jahr zurück: Der Start als Quereinsteigerin fiel Wiebke Stromitzky in eine dreimonatige Schließzeit, wichtige Geräte wie die großen Kaffeemaschinen mussten ersetzt werden, und der Personalmangel ist weiterhin gravierend. Zeitweise übernahm sie sogar die Reinigung selbst. Trotzdem wurde der Betrieb stabilisiert, Kalkulationen überarbeitet und Preise moderat angepasst – auch aufgrund stark gestiegener Einkaufskosten, insbesondere beim Kaffee.
Das Mühlenlädchen bleibt eine wichtige Einnahmequelle und identitätsstiftende Einrichtung. Das Sortiment wurde angepasst, doch steigende Mindestlöhne und begrenzte Öffnungszeiten stellen den Betrieb vor wirtschaftliche Herausforderungen. „Ohne die Unterstützung von Café und Kultur könnten wir das nicht stemmen“, so das Team.
Finanzen, Fördermittel und strategische Entscheidungen
Die Förderlandschaft bleibt angespannt: Für 2026 musste der Verein auf 10.000 Euro Personalkostenzuschuss verzichten, da Förderprogramme stark überzeichnet waren. Grüneisen kündigte an, dennoch einen Antrag auf Strukturförderung zu stellen.
Um Kosten zu senken, wurden bereits mehrere Maßnahmen eingeleitet: Wechsel des Energieanbieters, Prüfung der Telefon- und Internetverträge im Müllerhaus, Test einer neuen Vereinssoftware zur Entlastung des Büros, Überarbeitung der Veranstaltungsplanung sowie Prüfung einer moderaten Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auf jährlich 36 Euro, dem alle anwesenden Mitglieder an diesem Abend – als Stimmungsbild – zustimmten. Zudem sollen Spendenprozesse modernisiert werden, etwa durch QR‑Codes und digitale Bezahlsysteme.
Müllerhaus: Sanierung und neue Nutzungsmöglichkeiten
Die Einliegerwohnung im Müllerhaus wurde nach erheblichen Feuchtigkeits- und Bauschäden umfassend saniert. Cornelia und Detlef Rebentisch investierten viel Zeit und Energie, um die Räume wieder in einen vermietbaren Zustand zu versetzen. Künftig soll die Wohnung auch touristisch vermietet werden, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde
Der Verein lobte die enge und unkomplizierte Kooperation mit der Gemeinde Stadland. Kurze Wege, schnelle Rückmeldungen und fachliche Unterstützung erleichtern die Arbeit erheblich. (Foto und Text: Kerstin Seeland)
Titelfoto – v. l.: Kassenwart Eckhard Dierig, 1. Vorsitzende Inga Lüdke, die scheidende Vorsitzende Cornelia Iber-Rebentisch, 2. Vorsitzende Regina Hartmann und die Geschäftsführerin Linda Grüneisen