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13.10.2025, Lokalredaktion
Ralf Hilbers, aus Zetel, war mit Mitgliedern des Projekt „1 Quadratmeter Leinen“ beim Bronzezeithaus anwesend, um Besuchern zu zeigen, wie einst aus Flachs Leinen gewonnen wurde.

Das Ernten des Flachses nennt sich Raufen. Der Flachs wird mit der Wurzel ausgeraubt und dann wird dieser geriffelt, das heißt die Samenkapseln werden mit einem großen Kamm herausgekämmt. Anschließend kommt der Flachs für 10 bis 14 Tage in die Rotte, das heißt, er wird in Wasser gelegt. Die Bakterien lösen die Holzteile von der Phase, die benötigt wird. Im nächsten Schritt wird der Flachs wieder getrocknet, richtig kross. Dann wird er gebrochen mit einem Flachsbrecher. Hier werden die Holzteile und die Faserteile gebrochen. Mit einem Holzbrett werden die sogenannten Schebben, also die Holzteile, abgeschabt, soweit es geht und dann wird er gehechelt. Zunächst kommt ein grober Kamm zum Einsatz, anschließend immer feinere Kämme, bis dann das Flachs spinnfertig ist. „Von der ganzen Pflanze bleibt am Ende nur noch circa 10 Prozent übrig die man denn zum Spinnen verwenden kann“, sagt Ralf Hilbers.
Was in den Hecheln hängen blieb, ist der sogenannte Werk, der nicht weggeworfen wurde. Daraus hat man einst noch Sackleinen gesponnen, wie beispielsweise Mehlsäcke. Sachleinen wurde auch im Holzschiffbau zum Kalfatern der Boote gebraucht, um sie damit abzudichten.
Wer nicht sauber gearbeitet und den Flachs nicht ordentlich ausgekämmt hatte, der hatte beim Spinnen und Weben später feine Holzteile in der Kleidung, die erheblich kratzten. Daher stammt auch der Spruch „schäbige Kleidung“.
Zum letzten Mal in diesem Jahr hat der Förderverein Bronzezeithaus Hahnenknop zu einem Aktionstag eingeladen und verabschiedet sich damit in die Wintersaison. Ein großes Dankeschön geht an alle Besucher, die in diesem Jahr des 20-jährigen Bestehens die verschiedenen Aktionen besucht haben.
Am Sonntag drehte sich auf dem Platz neben dem Bronzezeithaus alles um das Thema „Flachs“. Mitglieder des Projekts waren vor Ort und wiesen due Besucher in die Kunst des Flachs… ein. Dass dies seinerzeit sehr aufwendig und anstrengend war, merkten alle sehr schnell. Und so bot der Förderverein wieder einmal einen anschaulichen Einblick in die Lebensumstände der Menschen in der Bronzezeit. Die Besucher ließen sich auch nicht von dem zunehmenden Nieselregen abhalten, sondern genossen stattdessen die Leckereien, die vom Förderverein angeboten wurden, wie beispielsweise Kuchen, das frisch gebackene Brot aus dem Kuppelofen, mit Kräuterquark oder Schmalz oder den Salat mit dem Emmernudeln. (Fotos und Text: Kerstin Seeland)