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22.04.2026, Lokalredaktion
Der Motorsportclub (MSC) Rodenkirchen hatte am Sonntag zum wiederholten Mal das ADAC Parcour-Racing auf dem kleinen Marktplatz organsiert. An den Start gingen neun Fahrerinnen und Fahrer aus Rodenkirchen, Varel und Meppen, darunter auch die Deutsche Meisterin 2025, Annika Scheile.
Bei den Rennen am Vormittag konnte sich Axel Scheile vom ATC Varel und 149,20 Punkten gegen seine Mitstreiter durchsetzen und belegte damit den ersten Platz. Auf den zweiten Platz gelangte Annika Scheile, ebenfalls vom ATC Varel mit 172,72 Punkten. Den dritten Platz errang Jörn Bohlken vom MSC Rodenkirchen mit 200,41 Punkten.

Am Nachmittag siegte erneut Axel Scheile vom ATC Varel mit 148,77 vor Annika Scheile vom ATC Varel mit 162,01 Punkten auf Platz zwei und dem Drittplatzierten Fritz Buchtmann vom ATC Varel mit 194,15 Punkten.
Bei einer typischen Parcours‑Racing‑Veranstaltung müssen die Teilnehmenden in rund 80 Sekunden elf Aufgaben bewältigen. Dazu gehören zwölf Wechsel zwischen Vorwärts‑ und Rückwärtsfahrt, etwa 18 Schalt‑ und Kuppelvorgänge sowie zahlreiche Brems‑ und Beschleunigungsmanöver. Wer in der Spitzengruppe mitfahren möchte, muss all das präzise und fehlerfrei meistern. Die folgenden Aufgaben sind typische Bestandteile eines solchen Parcours:
Aufgabe 1: Schmale Spurgasse (vorwärts) – Das Fahrzeug wird mit den rechten Rädern durch eine etwa zwei Meter lange, sehr enge Gasse geführt, die nur wenige Zentimeter breiter ist als die Reifen. Die Bretterbegrenzung darf nicht berührt werden. Ein exakt gerader Ansatzwinkel ist entscheidend, besonders wenn im zweiten Gang mit hoher Geschwindigkeit gefahren wird.

Aufgabe 2: Slalom vorwärts – Vier versetzte Tore im Abstand von jeweils acht Metern müssen im zweiten Gang durchfahren werden. Die Torbreite orientiert sich an der Fahrzeugbreite und lässt nur rund 25 Zentimeter Spielraum pro Seite. Die Herausforderung besteht darin, zwischen Tempo und Präzision den optimalen Mittelweg zu finden.
Aufgabe 3: Vorwärts zur Wand – Hier ist eine punktgenaue Vollbremsung gefragt. Vor einem Gatter aus Holz oder Kunststoff muss das Auto innerhalb eines 15‑Zentimeter‑Bereichs zum Stillstand kommen, ohne das Hindernis zu berühren. Die Anforderung entspricht bildlich gesprochen dem Versuch, ein großes Schiff auf Handtuchlänge an die Kaimauer zu manövrieren.
Aufgabe 4: Slalom rückwärts – Der Slalom wird nun rückwärts gefahren. Drei eng gesetzte Tore im Acht‑Meter‑Abstand müssen präzise passiert werden. Schon minimale Abweichungen beim Lenken führen zum Fehler. Die Schnellsten fahren diese Aufgabe dennoch mit maximalem Tempo, weshalb sie zu den spektakulärsten Abschnitten des Parcours zählt.
Aufgabe 5: Einparken rechts – Das Fahrzeug muss in einem Zug in eine Parklücke manövriert werden, die nur etwa anderthalb Fahrzeuglängen misst. Der Abstand zum Bordstein darf höchstens 15 Zentimeter betragen, ohne ihn zu berühren. Geübte Fahrerinnen und Fahrer schaffen Ein‑ und Ausparken in rund drei Sekunden.
Aufgabe 6: Wand rückwärts – Diese Aufgabe entspricht der vorwärts gefahrenen Bremsaufgabe — nur rückwärts. Auch hier muss innerhalb eines 15‑Zentimeter‑Fensters gestoppt werden. Viele Teilnehmende wärmen sich vorher gezielt auf, da die Rückwärtsbremsung körperlich anspruchsvoll ist.
Aufgabe 7: Fahrgasse – Eine zehn Meter lange Gasse, markiert durch im Meterabstand gesetzte Holzklötze, wird vorwärts und rückwärts durchfahren. Die seitlichen Abstände zum Fahrzeug sind extrem gering (etwa zehn Zentimeter). Jede kleine Lenkbewegung kann zum Umstoßen der Klötze führen — im Fachjargon „Kegeln“.
Aufgabe 8: Doppeltes Wenden – Auf einem Quadrat von zwölf mal zwölf Metern muss das Auto zweimal in jeweils drei Zügen gewendet werden. Zuerst wird vorwärts, dann rückwärts in den Wendebereich eingefahren. Die Ein‑ und Ausfahrten sind kaum breiter als das Fahrzeug selbst. Orientierung und Getriebekontrolle sind hier entscheidend.
Aufgabe 9: Einparken links – Diese Aufgabe entspricht dem Einparken rechts, wird jedoch spiegelverkehrt ausgeführt. Statistisch passieren hier mehr Fehler, da die meisten Menschen im Alltag seltener links einparken.
Aufgabe 10: Schweizer Slalom – Vier Pylonen im Abstand von 8,5 Metern werden abwechselnd links und rechts umfahren. Im zweiten Gang erinnert die Aufgabe an schnelle Ausweichmanöver wie beim bekannten „Elchtest“. Präzise Lenkbewegungen sind entscheidend.
Aufgabe 11: Stopplinie – Zum Abschluss muss das Fahrzeug so gestoppt werden, dass die vorderste Fahrzeugkante innerhalb eines 30‑Zentimeter‑Bereichs zum Stehen kommt. Viele Fahrerinnen und Fahrer lehnen sich dabei aus dem Fenster, um die Markierung besser im Blick zu behalten.
Weitere mögliche Aufgaben – Neben diesen elf Standardhindernissen können auch zusätzliche Elemente wie Kreisel oder Parkboxen eingebaut werden. Die Reihenfolge der Aufgaben variiert von Veranstaltung zu Veranstaltung, sodass jeder Parcours neue Herausforderungen bietet — ein wesentlicher Reiz dieser Sportart. (Text und Fotos: Kerstin Seeland)