Sie können uns unterstützen

24.01.2026, Lokalredaktion
Mit rund 250 Gästen aus der gesamten Wesermarsch ist der Neujahrsempfang 2026 in der Markthalle zu einem eindrucksvollen Jahresauftakt geworden. Landrat Stephan Siefken zeigte sich begeistert über die große Resonanz und die besondere Atmosphäre, die sich aus der Mischung von festlichem Rahmen und persönlicher Nähe ergab.

„Wenn man von hier oben in die Runde blickt, kann man nur staunen“, hieß es zur Eröffnung. Die hohe Beteiligung sei nicht nur imposant, sondern auch ein Zeichen für den starken Zusammenhalt in der Region. Die Größe der Veranstaltung ermögliche zugleich festliche Stimmung und ausreichend Raum für persönliche Gespräche – ein zentrales Anliegen des Abends. Und sollte der direkte Austausch aufgrund der vielen Gäste nicht sofort gelingen, bleibe das Jahr noch lang genug, um ins Gespräch zu kommen.
Der Neujahrsempfang markiert den gemeinsamen Start in das Jahr 2026. Der Landrat machte deutlich, dass es sich nicht um ein reines „Nett, dass wir mal wieder zusammengekommen sind“ handeln werde. Stattdessen erwartete die Besucher eine Mischung aus informativem Programm, anregenden Impulsen und geselligem Austausch.
Er würdigte die zahlreichen Mitwirkenden, die den Empfang mit Statements, Podiumsbeiträgen und organisatorischem Engagement ermöglichten. Besonderer Dank galt dem Team der Kreisverwaltung und der Wirtschaftsförderung, dem Markthallen-Team sowie der Sängerin und Musikerin Melina Röben.
Schule der Zukunft als Schwerpunkt des Abends
Nachdem Fokus auf Wirtschaft und Industrie im Vorjahr lag, rückte 2026 das Thema „Schule der Zukunft“ in den Mittelpunkt. Der Landrat betonte, dass moderne Schule weit mehr sei als Smartboards, Tablets und Robotik. Drei Begriffe seien für ihn entscheidend: Stabilität, Verlässlichkeit und Fairness. In einer Welt, die lauter, schneller und unberechenbarer werde, brauche es Orte, die jungen Menschen Orientierung geben.
Weltpolitische Lage als Mahnung zur Stärkung der Demokratie
Mit Blick auf internationale Krisen – vom Krieg in der Ukraine bis zu politischen Erschütterungen weltweit – machte der Landrat deutlich, wie wertvoll demokratische Strukturen und verlässliche Verfahren seien. Die Wesermarsch zeige, dass demokratischer Streit konstruktiv sein könne: Man ringe um Lösungen, entscheide mehrheitlich und gehe anschließend gemeinsam weiter. Die anstehenden Kommunalwahlen im September seien eine wichtige Gelegenheit, Demokratie aktiv zu stärken.
Bildung als Fundament für Zukunftsfähigkeit
Stephan Siefken stellte heraus, dass Schule junge Menschen nicht nur fachlich, sondern vor allem charakterlich stärken müsse:
- Denken und Argumentieren,
- Zuhören und Widerspruch aushalten,
- Probleme lösen,
- Verantwortung übernehmen.
Diese Fähigkeiten seien entscheidend, um in einer komplexer werdenden Welt bestehen zu können. Elternbegleitung, Austausch und Feedback seien dabei ebenso wichtig wie moderne Lernumgebungen.
Investitionen in Schulen und Bildungsregion
Als Schulträger investiert der Landkreis weiterhin erheblich in Gebäude, Ausstattung und pädagogische Infrastruktur. In der anschließenden Podiumsdiskussion sollten Gäste eine Standortbestimmung vornehmen: Wie arbeiten Schulen und Bildungsregion zusammen? Welche Herausforderungen bestehen? Welche Investitionen sind trotz knapper Kassen notwendig?
Innovationszentrum als Beispiel gelebter Zukunftskompetenz
Besonders hob der Landrat das Innovationszentrum (INP) in Nordenham hervor. Dort lernen Kinder früh, in Lösungen zu denken, zu tüfteln und zu experimentieren – Fähigkeiten, die Gründergeist und technische Kompetenz fördern. Projekte wie „LiveGrid“, die bundesweit Beachtung fanden, zeigten, dass die Wesermarsch Innovationskraft mit Lebenswirklichkeit verbinde.
Krisenvorsorge als Teil moderner Verantwortung
Am Beispiel der jüngsten Stromausfälle in Berlin betonte der Landrat die Bedeutung realistischer Katastrophenschutzplanung. Die Wesermarsch trainiere regelmäßig Szenarien wie Blackouts und setze dabei auf technische Lösungen ebenso wie auf das Mitdenken der Menschen. Resilienz entstehe durch Wissen, Orientierung und Gemeinschaft.
Ausblick 2026: Große Aufgaben, starke Region
Abschließend gab der Landrat einen Ausblick auf die großen Aufgaben des Landkreises. Trotz angespannter Haushaltslage stehen wichtige Projekte an:
- Weiterentwicklung eines interkommunalen Gewerbegebiets,
- Sicherung der medizinischen Versorgung,
- Schließen von Lücken in der Gigabit-Versorgung,
- Umsetzung des Klimaschutzkonzepts und weiterer Entwicklungsstrategien.
Der Landrat zeigte sich optimistisch: Die Wesermarsch verfüge über engagierte Menschen, starke Schulen und den Willen, Herausforderungen gemeinsam anzupacken. Stabilität und Verlässlichkeit seien dabei das Fundament für eine zukunftsfähige Region.
Durch den Neujahrsempfang führte erneut Norbert Hartfil. Wie schon 2025 galt: Erst gibt es „Kost für den Kopf“, später folgt „Kost für den Magen“. Der Neujahrsempfang setzte damit ein starkes Zeichen für ein engagiertes, zugewandtes und gemeinschaftliches Jahr 2026 in der Wesermarsch. (Foto und Text: Kerstin Seeland)