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01.10.2026, Lokalredaktion
Am 23. September 2026 fand der diesjährige Schnupperabend der Seefelder LandFrauen statt. Die herbstlich dekorieren Tische und das reichhaltige Abendbrotbuffet, für das die teilnehmenden Landfrauen gesorgt hatten, waren ein Augen- und Gaumenschmaus.

Anschließend erwartete die knapp 40 Teilnehmerinnen eine Lesung der besonderen Art. Die Schriftstellerin Margret Koers aus Meppen war im Zuge ihrer heimatkundlichen Forschungen auf die Hinrichtung der Anna Gesina Fenslage, genannt Goose Sienken, gestoßen.
In der überlieferten Geschichte wurde letztere als Kindsmörderin und Brandstifterin bezeichnet, die ihre gerechte Strafe bekam, nämlich Hinrichtung durch das Schwert und anschließende Verbrennung. Es war die letzte Hinrichtung im Amte Meppen am 10. April 1807. Das Opfer war 22 Jahre alt.
Margret Koers erschien die Geschichte nicht schlüssig, sie durchforstete alte Gerichtsakten, sprach mit Meppener Einwohnern und erfuhr so die wahre Geschichte der Goose Sienken. Deren zweites Kind war nicht von ihr, sondern von ihrem gewalttätigen Ehemann ermordet worden. Dieser hatte sie auch gezwungen, Feuer im Dorf zu legen, um dann die Hütten auszurauben.
In dem Buch „Hexenschwert“ hat Margret Koers diese Geschichte als Roman niedergeschrieben. Sie hat an der Hinrichtungsstätte einen Gedenkstein aufstellen lassen und kämpft weiter für die Rehabilitation der Goose Sienken, die im Volksmund noch heute als Hexe gilt. Über diese Bemühungen hat der NDR berichtet und Meppener Schüler haben einen Film über das Leben der Goose Sienken gedreht. Beide Beiträge zeigte die Autorin den interessierten Landfrauen. Sie musste versprechen, sich zu melden, wenn es neue Erkenntnisse in dem Fall geben sollte. (pm/lr – Fotos: Elke Gerdes)